Wer bietet den besten Blick über den Freimarkt?

Bremen von oben: Mit Aussichtsturm und Riesenrad

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Wer bietet den besten Blick über den Freimarkt? Riesenrad und City Skyliner auf der Bürgerweide in Bremen im Vergleich

Bremen - von Harald Hinze. Der Bremer Freimarkt bietet in diesem Jahr gleich zwei Möglichkeiten für einen grandiosen und zugleich familientauglichen Blick über die Bürgerweide und große Teile Bremens. Ich probiere City Skyliner und Riesenrad aus.

Klar, auch andere Fahrgeschäfte bieten aus unterschiedlicher Höhe einen Blick auf den Freimarkt - das aber oft nur für Sekunden - und manchmal steht die Bürgerweide sogar auf dem Kopf. Die Alpina-Bahn stürzt aus 27 Metern Höhe ins Tal, die Wildwasserbahn ist 28 Meter hoch. Beim Riesenkettenflieger Alex Airport werden die Fluggäste in bis zu 50 Metern Höhe durch die Luft gewirbelt. Der Gladiator schleudert propellergetrieben sogar bis zu 62 Meter in die Luft, aber auch viel über Kopf und schon nach kurzer Zeit verschwimmen unten und oben. Das Auge ist verwirrt und der Magen meldet sich.

Da ich Fotos von oben machen möchte, widme ich mich den gemütlichen und familientauglichen Varianten. Am Ende wird es sogar noch romantisch.

Der City Skyliner ist der höchste mobile Aussichtsturm der Welt.

Der City Skyliner: An diesem Tag ist der Himmel leicht bedeckt, deshalb entscheide ich mich für eine Fahrt am Abend. Punkt 20 Uhr stehe ich in der Schlange. Sechs Euro für Erwachsene und fünf Euro für Kinder kostet die Fahrt, die etwa acht Minuten dauert. Gruppen erhalten Ermäßigungen. Schon vor dem Eingang preist eine säuselnde Frauenstimme die Highlights des Aussichtsturmes an. Mit seiner Gesamthöhe von 81 Metern ist der City Skyliner der höchste mobile Aussichtsturm der Welt. An der Sky Bar (befindet sich am Boden) kann man sich ein Getränk kaufen, dieses auch mit in die Gondel nehmen. Ich entscheide mich dagegen, schließlich will ich fotografieren und das verträgt sich nun mal nicht mit einem Cocktailglas in der Hand.

Der höchste Blick auf den Freimarkt.

In der klimatisierten Gondel können die Gäste sitzen oder stehen.  Fahrvergnügen für die ganze Familie möchte Schausteller Thomas Schneider bieten. Über eine Rampe können auch Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung den 270 Tonnen-Koloss betreten. Langsam und ganz sanft gleitet die geschlossene und verglaste Kabine am Turm nach oben. Auf halber Höhe gibt es einen Stopp. Aus den Lautsprechern erklärt die Frauenstimme Bremer Sehenswürdigkeiten - was für einen Bremer etwas seltsam klingen mag - aber zum Freimarkt kommen schließlich Menschen aus ganz Deutschland und dem Ausland. Weiter geht es bis ganz nach oben. Und das ist wirklich hoch. Noch nie hatte ich solch einen Blick auf Bremen (außer vielleicht beim Anflug auf den Flughafen). Die 60 Personen fassende Gondel fährt auf eine Höhe von 72 Metern und ist damit 12 Meter höher als das Riesenrad. Der Blick ist gigantisch, der Freimarkt wirkt wie ein Spielzeugpark. Bei gutem Wetter soll laut Schausteller Schneider eine Sicht bis zu 29 Kilometern möglich sein. Die ganze Zeit dreht sich die Gondel fast unmerklich. Nach acht Minuten bin ich wieder unten und habe eindrucksvolle Fotos geschossen.

Wahrzeichen des Freimarktes: Das Riesenrad

Das Steiger Riesenrad: Gleich am nächsten Tag nehme ich mir eine Fahrt im Riesenrad vor. Diesmal tagsüber. Es wird dann doch 17.35 Uhr, bis ich an der Kasse stehe - doch das sollte mein Glück werden. Fünf Euro für Erwachsene und vier Euro für Kinder kostet hier die Reise. Ich steige mit zwei Paaren und jungen Eltern mit ihrem Sohn in die Gondel. Zu Acht bilden wir eine kleine Gemeinschaft. Langsam setzt sich das Rad in Bewegung. Bis zu 420 Menschen passen in das größte mobile Riesenrad der Welt - das Steiger-Rad. Mit seinen 60 Metern Höhe und dem besonderen Design ist das Rad eines der Wahrzeichen des Bremer Freimarktes.

Im Riesenrad dem Sonnenuntergang entgegenzuschweben ist unschlagbar

Was auffällt: Das Erlebnis im Riesenrad ist viel intensiver. Die offene Gondel schwebt im Kreis von unten nach oben und wieder runter. In Bodennähe nimmt die Nase die verführerischen Düfte des Freimarktes auf, Stimmengewirr und Schreie dringen ins Ohr. Geht es nach oben, wird es spürbar luftiger. Man spürt die Höhe förmlich. Es wird kühler und windiger. Die insgesamt 42 Gondeln sind über Galgen außen auf der Felge angebracht. Dadurch genießt jeder Fahrgast in jeder Position des Riesenrades eine optimale Aussicht. Während das Rad stehenbleibt, unten neue Fahrgäste einsteigen, passiert es plötzlich: Die Lichtstimmung kippt von Tag auf Abend und die Sonne beschert uns einen kitschig, bunten und romantischen Abendhimmel über dem Bremer Freimarkt. Begeisterung auf allen Plätzen. Nach zwölf Minuten Fahrt, gehe ich mit einem Lächeln an den nächsten Getränkestand und bestelle einen Sundowner.

Fazit: Der City Skyliner bietet aufgrund seiner gigantischen Höhe ein einmaliges Erlebnis. Im Riesenrad dem Sonnenuntergang entgegenzuschweben ist aber unschlagbar.

Freimarkt von oben

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