Bremer Freimarkt beginnt am Freitag, 16. Oktober

Hoch, immer höher - und alles in Schieflage

BREMEN (kra). Und es geht doch noch höher. Wer beim Freimarkt ins Riesenrad steigt, der braucht nur eine halbe Umdrehung, und schon liegt ihm eine Menge Bremen zu Füßen. Der Bürgerpark, die City, nahezu die gesamte Hansestadt.

Und alles ganz sutsche, wie der Hanseat sagt, gemütlich also in 60 Metern Höhe. Aber es geht auch anders. Das „Hangover“ erobert das größte Volksfest des Nordens. Und damit ist nicht etwa der kleine Kater nach dem Besuch gemeint, sondern der größte transportable Freifallturm der Welt. Das Hangover ist die Zugnummer vom kommenden Freitag, 16. Oktober, bis zum 1. November.

Der Bielefelder Schausteller Ewald Schneider ist mit dieser Neuheit, die erst im Juli Premiere feierte, auf der Bürgerweide vorgefahren. Einen Stahlturm von mehr als 80 Metern Höhe baut er auf, und dann geht’s nur noch bergab. Die Fallgeschwindigkeit liegt bei 25 Metern pro Sekunde, wer mitfährt, darf mit einem Wahnsinnskick von 4 G rechnen, das vierfache der Erdanziehung. „Das ist das Maximum an Fahrspaß,“ sagt Schneider. Schon die „Himmelfahrt“ hat es in sich. „Wenn du denkst, es geht nicht mehr weiter nach oben, dann geht es immer noch,“ sagt einer der Besucher auf Rheinkirmes in Düsseldorf, wo das Fahrgeschäft zum ersten Male zu sehen war.

Die Gondel wird mit einem Catchcar in die Höhe gehievt. Manchmal dreht sie sich dabei wie ein Korkenzieher um den Stahlmast, eine Rundumsicht für alle 27 Mitfahrer ist garantiert, schon in Riesenrad-Höhe ist die Fahrt atemberaubend. Dabei kippen die Sitzplätze allmählich nach vorn. Aber dann geht es noch 25 Meter weiter nach oben.

Dort dreht sie sich erstmal, die Gondel, und dreht sich, und irgendwann drückt Ewald Schneider den Knopf, und dann ist sie ausgeklinkt, und es geht nur noch nach unten. Per Magnetbremse stoppt sie irgendwann in immer noch luftiger Höhe.

Teststrecke mit Doppellooping

Drunter und drüber geht es auch auf der zweiten Freimarkt-Neuheit, auf der Teststrecke, der einzigen mobilen Achterbahn mit einem Doppellooping. Kennen wir alles schon? Stimmt zwar, das Gerät mit seiner mehr als 600 Meter langen Fahrtstrecke stand gut 20 Jahre im Dorney-Park in Pensylvenia. Als es dann aber vor sieben Jahren über den großen Teich nach Europa zurückkehrte, erhielt es erstmal eine Generalüberholung. Die komplette elektrische Steuerung wurde ausgetauscht und zusammen mit der Hydraulik und dem Bremssystem den aktuellen Sicherheitsstandards angepasst. Gleichzeitig entschieden sich die Schausteller Theo Rosenzweig und Thomas Meyer zum Neubau von drei im Formel 1-Design gestalteten Zügen. Auf diese Weise entstand auf dem Betriebsgelände der Schaustellerfamilie Steiger in Bad Oeynhausen ein nahezu fabrikneues Fahrgeschäft, das die Vorzüge der Schwarzkopf Architektur mit den Vorteilen modernster Achterbahntechnik verbindet. Obwohl die Bahn mit extrem hohen Beschleunigungskräften von bis zu 5,2 G arbeitet, gilt sie als eine der laufruhigsten der Welt. Bereits in der ersten Saison wurde die Teststrecke mit dem FkF Award 2009 als bestes und erstes mobiles Fahrgeschäft überhaupt ausgezeichnet.

Auf Manitu‘s Spuren

Eine Schussfahrt aus sieben Metern Höhe mit dem Rücken zur Fahrtrichtung, eine finale Schussfahrt, die wieder vorwärts verläuft: Mit einigen Überraschungen dürfen die Besucher auf der Wildwasserbahn „Auf Manitu's Spuren“ rechnen, die zum ersten Male auf dem Freimarkt steht. Unter anderem geht es durch einen mächtigen Tunnel. Die Bahn wurde im Laufe der Jahre immer perfektionistischer dekoriert und ausstaffiert mit vielen Indianerfiguren, Holzelementen wie Hüttendächern, Marterpfählen und anderen Dekorationselementen, die dem Wild-West-Thema angepasst sind und auf jeden Fall eine Abkühlung bieten.

„Spuk“-Debüt in Bremen

Aus den Niederlanden kommt die einzige Geisterbahn auf dem Freimarkt. Spuk steht erstmals in Bremen. Den besonderen Adrenalinkick erhalten die Freunde von Gespenstern und Monstern durch die in sich drehenden Gondeln.

Der Freimarkt in Bremen

Das Riesenrad gehört zum Freimarkt wie der Autoscooter und die Mandelbude. 327 Angebote sorgen vom kommenden Freitag bis 1. November für die richtige Mischung aus Gaumenfreuden, Kindheitserinnerungen und Adrenalinkick. Auf dem Freimarkt stehen dieses Jahr 13 Fahrgeschäfte für die Großen und 19 für die Kleinen, eine Geisterbahn, drei Schienenbahnen, genau so viele Autoscooter und zwei Riesenräder, dazu kommen noch acht sogenannte Belustigungs- und Schaugeschäfte. 22 Ausschankbetriebe versorgen die Jahrmarktgäste mit Kaffee, Bier und Softgetränken. Der 980. Bremer Freimarkt ist täglich von 13 bis 23 Uhr, freitags und samstags bis 24 Uhr geöffnet. Am Eröffnungstag ab 16 Uhr.

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