980. Bremer Freimarkt endet

Letzte Chance – alle einsteigen

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Nur noch heute, dann ist der 980. Bremer Freimarkt Geschichte. Und die Newcomer unter den Schaustellern sind zufrieden

BREMEN (lka). „Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Einsteigen, festhalten, wir starten duurrrrch, jetzt geht’s rrrrrrunnnddd.....“ – wer sich so richtig durchschütteln lassen möchte, den Adrenalin-Kick sucht oder einfach nur Hunger auf gebrannte Mandeln, Pilze in Knoblauchsoße oder meterweise Bratwurst hat, der sollte sich sputen. Denn der Bremer Freimarkt öffnet heute zum letzten Mal in diesem Jahr seine Tore. Von 13 bis 23 Uhr geht es auf der Bürgerweide zur Sache.

Stimmung, Besucherzahl, Wetter – bei der 980. Auflage des Bremer Freimarkts passte aus Sicht der Schausteller so ziemlich alles zusammen. „Nach dem verregneten Auftakt ging es aufwärts“, sagt auch Rolf Herderhorst, Geschäftsführer des Vereins der Schausteller und Marktkaufleute Bremen sowie der Arbeitsgemeinschaft der Bremer Märkte. Und weil sich der Herbst auch heute noch einmal von seiner besten Seite zeigen soll, geht Herderhorst davon aus, dass die Vier-Millionen-Besucher-Marke geknackt wird.

Kein Wunder also, dass die Freimarkt-Newcomer unter den Karussell-Betreibern gerne wiederkommen würden. So zum Beispiel Maik Landwermann mit seinem „Kick Down“ aus Asendorf. „Die Veranstaltung hat echt Spaß gemacht, es waren tolle Menschen da und für Bremer Verhältnisse war das Wetter echt top. Wir kommen gerne wieder“, sagt Landwermann, während sich seine Fahrgäste unter lautem Johlen mehrfach um die eigene Achse drehen. „Hier ist das Publikum ein bisschen anders als zum Beispiel in München, es gibt weniger Party-Volk, die Fahrgeschäfte stehen mehr im Vordergrund“, berichtet der Schausteller. Aber warum ist er eigentlich erst jetzt zum ersten mal auf dem Freimarkt vertreten, wo das bunte Treiben für ihn doch fast ein Heimspiel ist? „Das hatte sich vorher nie so richtig ergeben“, sagt Maik Landwermann.

Ebenfalls zum ersten Mal mit dabei war der beeindruckende Fallturm „Hang Over“. Mit seiner Höhe von 85 Metern ein echter Hingucker. „Seit vier Monaten haben wir den – und sind damit bis jetzt immer gut angekommen“, sagt Junior-Chef Ewald Schneider. Er war das letzte Mal vor zwei Jahren in Bremen – damals noch mit dem etwas kleineren „Power Tower 2“. „Wir sind immer gerne in Bremen“, so der gebürtige Bielefelder, der aber schon seit vielen Jahren in München wohnt. Denn in Bremen würden die Menschen auch dann kommen, wenn das Wetter nicht so gut sei. „Das ist woanders nicht so. Wenn das Smartphone sagt, es regnet, bleiben die Menschen zu Hause, egal, wie das Wetter in Wirklichkeit ist.“

Bis zu 100 Mal am Tag haben Schneider und Kollegen für den ultimativen Kick bei ihren Gästen gesorgt – erreicht wird eine Fallgeschwindigkeit von 25 Metern pro Sekunde. Ein Vergnügen, in das schon am Mittwoch die Bewohner von Soest und umzu kommen werden. „Das wird ganz schön stressig – wir brauchen einen Tag für den Abbau und zwei für den Aufbau“, sagt Schneider. Und noch in diesem Jahr geht die Reise nach London in den Hyde Park zum großen Weihnachtsspektakel. „Aber nach Bremen kommen wir auch gerne wieder“, versichert Schneider.

Gleiches gilt für Frielene Sipkema. Die Niederländerin betreibt gemeinsam mit ihrem Mann die Geisterbahn „Spuk“. 2:45 Minuten dauert die gruselige Fahrt – deutlich länger, als in vielen vergleichbaren Fahrgeschäften. Natürlich gebe es immer wieder Kinder, die weinend vor Angst aus den Wagen steigen würden, aber daran könne sie nichts ändern. „Das müssen die Eltern einschätzen können, jedes Kind ist ganz verschieden.“ Falls die jungen Gäste ihren Mut aber bereits beim Warten in der Schlange verlieren, gebe es das Ein trittsgeld zurück, sagt Sipkema. „Wir sind viel in Deutschland unterwegs und wollten schon seit einigen Jahren auf den Freimarkt kommen. Jetzt hat es endlich geklappt“, meint die Betreiberin.

Denn die Standplätze sind heiß begehrt. Allein in diesem Jahr gab es 1211 Anträge, lediglich 335 konnten aufgrund der begrenzten Fläche zugelassen werden. Neben einem gutem Angebot brauchen die Buden- und Karussellbetreiber also auch ein wenig Glück. Apropos Glück: Das hatten die „Auserwählten“ in diesem Jahr gleich doppelt. Denn nicht nur das Wetter hat mitgespielt, auch die Herbstferien sind in die Zeit des Freimarkts gefallen. „Das war natürlich ein großes Plus“, sagt Rolf Herderhorst. So habe oft schon am frühen Nachmittag sehr viel Betrieb geherrscht. Eine Dauerlösung für die Zukunft? Geht es nach Herderhorst, kann die Antwort nur „Ja!“ lauten. „Vielleicht gibt es eine Chance, die Herbstferien und den Freimarkt auf Dauer zu koppeln. Das würde den Charakter des Freimarkts als familienfreundliches Fest erhalten und sogar stärken“, ist sich Herderhorst sicher und kündigte entsprechende Gespräche mit der Bildungssenatorin an.

Im kommenden Jahr allerdings, so viel dürfte bereits jetzt sicher sein, wird es nicht dazu kommen. Die Herbstferien dauern in 2016 vom 4. bis 15. Oktober, der Freimarkt dagegen vom 14. bis 30. Oktober.

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