Länder reagieren auf Chaos zur Freimarktszeit am Bremer Hauptbahnhof / Nordwestbahn weitet Kapazität aus

Überfüllte Züge: Jetzt 300 Sitzplätze mehr

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Völlig überfüllte Züge, dichtes Getümmel am Bahnsteig, dicke Luft durch Alkohol- und Rauchausdünstungen in den Bahnen – ein Vergnügen ist das Bahnfahren während des Freimarktes am späten Abend nicht.

Besonders arg, und das mussten jetzt vier Jugendliche aus dem Raum Bassum/Twistringen erfahren, war es am ersten Freimarktswochenende gegen Mitternacht in der Nordwestbahn (NWB) auf dem Bremer Hauptbahnhof. Inzwischen hat sich die Situation den Angaben nach entspannt: Statt der 187 Sitzplätze gibt es seit dem vergangenen Wochenende in der Bahn um kurz nach Mitternacht 484 Sitzplätze. Und das wird auch am letzten Wochenende des Bremer Rummels so sein, wie eine Sprecherin des Bremer Bausressorts auf Anfrage sagte.

Um 0.14 Uhr wollten die vier Jungen auf dem Bremer Hauptbahnhof in einen Zug der NWB steigen. „Wir sahen einen vollkommen überfüllten Zug vor uns“, schilderte Jannek (17) gegenüber unserer Zeitung. Und weiter: „Da der nächste Zug erst zwei Stunden später fuhr, quetschten sich zunächst zwei von uns ins Gedrängel hinein.“ Jannek selbt passte nur noch zur Hälfte in den Waggon – ein Bein hing draußen. Als sich die Tür automatisch schloss, schaffte er es den Angaben zufolge gerade noch mit Hilfe von anderen Fahrgästen, sein Bein einzuziehen. Der vierte Kumpel, ein 16-Jähriger, schaffte es nicht mehr in den Zug und musste ohne seine Freunde im Bus nach Hause fahren. Für seine drei Kumpel wurde die Fahrt im Zug recht lang, da ein Fahrgast ohnmächtig wurde und in Dreye vom Notarzt behandelt werden musste.

„Warum fahren zu besonderen Anlässen nicht ein paar Züge mehr?“ fragte sich Jannek später. Es fährt einer mehr, sagte auf Anfrage eine Sprecherin der NWB, und zwar in Richtung Twistringen der Zug um 1.55 Uhr. In andere Richtungen werden zur Freimarkts-zeit fünf weitere Züge zusätzlich eingesetzt. Verantwortlich für die Anzahl der Bahnen und der Sitzplätze sind die Auftraggeber, die Länder Bremen und Niedersachsen. Sie geben die Fahrpläne vor. Die NWB-Sprecherin bedauerte den Vorfall mit Jannek. Sie rät, die Mitreisenden bei Gedränge laut und deutlich zum Aufrücken aufzufordern und nicht zwischen Tür und Bahnsteig stehenzubleiben. Die Lichtschranke an der Tür öffne sich zwar bei Widerstand, nicht aber nach dem Signal zur Abfahrt. Dann schließe die Tür automatisch.

Das Chaos auf dem Bremer Bahnhof zum Auftakt des Freimarktes bemerkte die NWB sehr wohl und benachrichtigte die Länder, wie die Sprecherin des Bauressorts bestätigte. Nun stehen gen Twistringen am Wochenende um 0.14 Uhr mehr als doppelt so viele Sitzplätze zur Verfügung. Die Mehrkosten dafür und für den Zusatzzug um 1.55 Uhr, mehrere tausend Euro, tragen die Länder.

Rubriklistenbild: © dpa

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