Breakdancer in der Dauerschleife

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Breakdancer in der Dauerschleife? Für viele unvorstellbar...

Eine Fahrt im Breakdancer dauert durchschnittlich fünf Minuten. Die Meisten benötigen danach eine Pause. Dominic Heinke nicht: Er will einen halben Tag oder länger in der Gondel durchgeschüttelt werden. Lesen Sie hier den Grund für die verrückte Idee.

Dominic Heinke

Dominic Heinke ist 27 Jahre alt, arbeitet als Matrose und ist verrückt nach dem Volksfest-Klassiker, in dem schon so Manchem übel geworden ist. 25 Jahre ist es her, dass der Break Dancer, damals noch unter dem Namen „Projekt 17“, auf dem Bremer Freimarkt seine Premiere feierte. Fans hat der Breakdancer inzwischen viele, aber Dominic geht noch weiter: mehr als zwölf Stunden verbrachte er bereits letztes Jahr in der Kult- Attraktion und stellte damit einen Weltrekord auf. Diesen Donnerstag ab 11.11 Uhr will er wieder ran und seinen Rekord brechen.

Kreiszeitung: Was machst du eigentlich, wenn du nicht den ganzen Tag im Karussell sitzt?

Dominic: Das ist eine gute Frage... Nein Quatsch, ich habe natürlich auch einen „normalen“ Job und bin die meiste Zeit auf dem Schiff. Als Matrose habe ich – gerade im Sommer und kurz danach – sehr viel zu tun.

Kreiszeitung: Seetauglichkeit ist ja sicher auch eine praktische Eigenschaft bei so einem Versuch. Aber Breakdancer fahren, viele Stunden am Stück...was hast du vorher genommen, dass du auf so eine Idee kommst?

Dominic: (lacht) Ich weiß, das klingt nicht gerade glaubwürdig, aber ich war tatsächlich völlig clean. Die Idee kam von Markus Salzmann, dem Betreiber der Internetseite www.kirmes-und-volksfest.de. Wir kannten uns noch aus meinen Zeiten als Geschäftsführer eines Breakdancers. Er hat das Projekt zusammen mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) geplant, auf die Beine gestellt und mich dann gefragt, ob ich mitmachen will. Weil das Ganze für einen guten Zweck ist, war ich natürlich sofort bereit. Er selbst war beim Rekordversuch letztes Jahr auch mit dabei und ist nach elf Stunden in der Gondel ausgestiegen. Der Veranstalter ist dieses Jahr übrigens ein anderer: Marc Walz von www.breakdance-weltrekord.de promotet und organisiert die Aktion.

Kreiszeitung: Dominic, du hältst doch bereits den Rekord im Dauer-Breakdancer fahren. Warum tust du dir das Ganze dieses Jahr noch einmal an?

Dominic: Zum Einen will ich natürlich sehen, ob ich das wieder durchhalte und es schaffe, den Rekord zu toppen. Noch wichtiger ist mir aber, möglichst viele Zuschauer zu haben und somit auch viele, die sich über die DKMS informieren und sich dann vielleicht auch registrieren lassen. Schließlich wachsen die Möglichkeiten, einen geeigneten Knochenmarkspender für einen Patienten zu finden, mit den Menschen, die in der Datei verzeichnet sind. Es freut mich deswegen auch total, dass dieses Jahr so viele Medien davon berichten! Radio, Fernsehen und Printmedien wie ihr haben angekündigt, darüber zu informieren.

Kreiszeitung: Hast du vom letzten Jahr eigentlich irgendwelche Schäden davongetragen?

Dominik: Ein paar blaue Flecken gab es schon, ansonsten bin ich aber heil davongekommen. Wenn du darauf anspielst, dass da doch irgendwas in meinem Kopf nicht stimmen kann, wenn ich sowas mache: Das war vorher schon so.

Kreiszeitung: Hast du Angst zu versagen? Was passiert, wenn du den Rekordversuch nicht packst?

Dominik: Angst zu versagen habe ich nicht. Im Gegenteil: Ich finde es spannend, dass ich einen Mitbewerber habe, der ebenfalls die Chance auf den Titel bekommt. Dieses Mal ist das Claas Hecker. Letztes Jahr konnte ich mich gegen Markus als meinen Konkurrenten durchsetzen, mal sehen, wer es dieses Jahr schafft. Wenn ich es nicht hinkriege, hat Claas nächstes Jahr die Chance, seinen Titel gegen jemand anderen zu verteidigen.

Kreiszeitung: Bringt Breakdancer fahren nach zwölf Stunden wirklich immer noch Spaß?

Dominic: Breakdancer fahren ist einfach Kult. Deswegen ist es auch nach zwölf Stunden noch lustig und wird nicht langweilig.

Kreiszeitung: Was geht einem während so einer langen Zeit durch den Kopf? Ich meine, wenn ich Karussell fahre, denke ich meistens an gar nichts, sondern konzentriere mich auf den Spaß. Aber über mehrere Stunden hinweg?

Dominic: Tatsächlich kann ich mich auch über so eine lange Zeit nur auf das Fahren konzentrieren und meinen Spaß haben. Nach den Runden schaue ich oft, wie es den anderen Leuten so geht. Das ist immer interessant.

Kreiszeitung: Angenommen du packst das, geht’s dann nächstes Jahr wieder weiter? Können wir uns ab jetzt jedes Jahr auf einen Rekordversuch freuen?

Dominic: Klar, wenn ich es schaffe schon, es ist ja für einen guten Zweck. Und falls mein Konkurrent gewinnt, wird er diese große Ehre sicherlich gerne übernehmen und den Rekordversuch nächstes Jahr würdevoll weiterführen.

Kreiszeitung: Müssen wir noch andere verrückte Aktionen von dir erwarten?

Dominic: Ich hoffe doch. Bis jetzt hab ich zwar noch keine Pläne, aber mal sehen, was noch so kommt.

Kreiszeitung: Was tust du, nachdem du über zwölf Stunden Breakdancer gefahren bist, als erstes?

Dominic: Schlafen! Zwölf Stunden Breakdancer steckt man nicht einfach so weg. Man ist dann erstmal K.o. und braucht Ruhe, um neue Kraft zu sammeln.

Kreiszeitung: Wir wünschen dir jedenfalls viel Glück, Spaß und Zuschauer!

Dominik: Dankeschön, ich geb' auf jeden Fall mein Bestes!

Auf dem Brokser Heiratsmarkt haben wir schon mal getestet, wie es aussehen wird, wenn Dominic am Donnerstag im Breakdancer sitzt (Video vom August 2010):

von Malin Mueller

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