Flecken und Kreisveterinäramt wollen Aussteller frühzeitig für Kontrollen beim Pferdemarkt sensibilisieren

Anlocken statt abschrecken

Der Pferdemarkt soll attraktiv bleiben, und dazu müssen die Vierbeiner vor allem gesund sein.

Br.-Vilsen - (ah) · Der Pferdemarkt als traditionelle Veranstaltung des Brokser Heiratsmarkts soll auch in diesem Jahr durch Klasse statt Masse überzeugen. Dafür sind die Kontrollen des Kreisveterinäramts am frühen Morgen des Marktdienstags unerlässlich.

In diesem Punkt waren sich gestern Amtsleiterin Dr. Anja Eisenack, Tierärztin Sara Pottkamp, Marktmeister Ralf Rohlfing und Fleckendirektor Horst Wiesch einig.

„Jeder Aussteller muss durch die Eingangskontrolle. Im schlimmsten Fall gibt es bei den Großtieren eine Schlange“, kündigte Dr. Anja Eisenack an. Im Beisein eines Flecken-Vertreters werden sich zwei Tierärzte von der Gesundheit der Tiere sowie vom ordnungsgemäßen Zustand der dazugehörigen Bescheinigungen oder Begleitpapiere überzeugen. „Ganz normal“, meint die Kreisveterinärin. Gleichwohl sorgte ihre gewissenhafte Umsetzung der Auflagen im vergangenen Jahr bei einigen wenigen Ausstellern für großen Unmut. „Wir waren irritiert, was das für Wellen geschlagen hat“, erinnert sich die Amtsleiterin. „Man konnte das Gefühl haben, wir wären zum ersten Mal da.“ Umso wichtiger erschien es den Verantwortlichen, die Tierbegleiter im Vorfeld der Veranstaltung für die Kontrollen zu sensibilisieren. Oder wie es Marktmeister Rohlfing formuliert: „Nicht durch Auflagen abschrecken, sondern durch Information anlocken.“

Wegen des landkreisübergreifenden Einzugsbereichs des Brokser Markts legt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) die Auflagen nach dem Tierseuchenrecht fest. Diese sind für alle Märkte mit Vieh in ganz Niedersachsen gleich. Bei der Umsetzung der Vorschriften arbeiten das zuständige Veterinäramt und der Veranstalter, in diesem Fall der Flecken Bruchhausen-Vilsen, zusammen. „Zu 99 Prozent handelt es sich um Auflagen, die der Besitzer ohnehin für seinen Bestand erledigen muss“, erklärt Anja Eisenack. Hinzu komme, dass er seine Tiere längstens fünf Tage vor dem Markt untersuchen lassen müsse. „Das ist überhaupt nicht teuer“, bestätigte Tierärztin Sara Pottkamp.

„Vom Markt darf keine Seuchengefahr ausgehen. Tiere, die wir uns vor Beginn angesehen haben, können die Leute unbedenklich mit nach Hause nehmen“, sagt Anja Eisenack. Sie weiß: Zu 100 Prozent ausschließen kann man Krankheiten nicht. Pferde könnten zum Beispiel schon eine Erkältung in den Knochen haben. „Aber wir müssen alles tun, was wir tun können, um die Ausbreitung einer Krankheit zu verhindern.“ Großtiere schauen sich die Veterinäre einzeln an, bei Kleintieren wie Geflügel, Meerschweinchen und Kaninchen genügt ihnen ein Blick durch den Bestand, um massive Störungen festzustellen.

Was fehlende Papiere angeht, ist die Behörde kompromissbereit: Ergänzungen können nachgereicht oder ins Kreishaus gefaxt werden, unvollständige Pässe kann der Besitzer nachzeichnen lassen. Wer sich aber nach Abreise der Veterinäre ohne Kontrolle seiner Tiere durchs Hintertürchen auf den Markt schleichen möchte, muss mit einem Platzverbot durch den Flecken rechnen. „Zur Not setzen wir das mit der Polizei durch“, sagt Rohlfing. Seine Bitte an die Aussteller: Sie mögen sich mit Art und Anzahl ihrer Tiere im Vorfeld im Marktbüro unter Tel. 04252/ 90 98 07 anmelden. Das werde inzwischen verlangt, damit sich die Behörde auf eventuelle Risiko-Tiere einstellen könne, erklärte Anja Eisenack. Eine Anmeldung am Veranstaltungstag reicht in diesem Jahr aber noch aus. „Diese schleichende Umsetzung“, sagt die Kreisveterinärin, „nehmen wir auf unsere Kappe.“

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