Sonne, Rock und Dosenbier: Das ist „Reload“

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Der offensichtlich schwindelfreie „Airbourne“-Sänger Joel O‘Keeffe erklomm das Bühnengerüst.

Sulingen - Von Kerstin Hedwig Winter. In einem riesigen Chaos toben zwanzig halbnackte Männer vor der Bühne und lassen sich vom Gedröhne der Musik mitreißen, ein Mädchen im Dino-Kostüm sitzt nebendran auf den Schultern ihres Freundes und kreischt lauthals der Band zu.

Die Gruppe hat gerade erst begonnen, so richtig aufzudrehen, während die Security die Menschenmasse mit Wasserbomben bewirft – das ist „Reload“!

Am Sonnabend knüpfte das Festival mit den Headlinern „Airbourne“ und „Sick of it all“ da an, wo es Freitag aufgehört hatte: laut, bunt und mit jeder Menge Gelegenheiten zum Durchdrehen.

Das Festival hatte scheinbar mit dem eher tristen deutschen Sommer 2013 einen guten Deal gemacht und war mit bestem Wetter gesegnet. Mit der Hitze begann für die Security der Spaß im Fotograben: Sie hatten die ehrenvolle Aufgabe, die Masse beim Tanzen und Ausrasten adäquat abzukühlen. Das gelang mit Wasserpistolen, Eimern, Wasserbomben und Feuerwehrschläuchen.

In alter Tradition vereinte sich auf dem Festival eine bunte Mischung aus Musikliebhabern aller Stilrichtungen und jeden Alters. Auf dem „Reload“ findet man sie eben alle: das Ehepaar, das sich in den 80er Jahren auf einem ACDC-Konzert kennen gelernt und seine wilde Jugend und die Liebe zur Musik noch nicht vergessen hat. Den jungen Mann, der mehr Metall im Gesicht als ein Reißverschluss Zähne hat, dich aber an der Biertheke ganz höflich vorlässt. Das kleine blonde Mädchen, das zum ersten Mal auf einem Festival ist, und mit Zahnspange ihren Freund mit dem Hardcore-Bandshirt ein wenig nervös anlächelt. Und der Typ, der sich statt eines T-Shirts eine Aldi-Tüte übergezogen hat und bestimmt zwei Tage nicht mehr nüchtern war. Gemeinsam feierten sie ihre Größen aus Hardcore, Metal und allem was laut ist.

Nachdem sich die Besucher bereits am Freitagabend bei „Terror“, „The Gaslight Anthem“ und „Hatebreed“ völlig verausgabt hatten, wurden sie auch am Samstag des Feierns und Tanzens nicht müde. Und Gelegenheit gab es dazu genug. Spätestens als „Eskimo Callboy“ die Bühne betraten, gab es kein Halten mehr.

Fotos vom Sonntag

Reload-Festival am Sonntag: Papa Roach, Donots, Caliban und Besucher

Reload-Festival in Sulingen - Samstag und Sonntag

Nachdem der Gesundheitszustand des „Motörhead“-Sängers Lemmy die Band zur Absage genötigt hatte, erwies sich „Airbourne“ als ein würdiger Ersatz. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt und auch die letzte Träne angesichts der „Motörhead“-Absage wurde einfach weggerockt. Frontmann Joel O’Keeffe zeigte den Besuchern, was wahrer Rock ist und erklomm samt Gitarre das Bühnengerüst, um in schwindelerregender Höhe in die Saiten zu hauen.

Zum Abschluss des Festivals drehten die „Donots“ und „Papa Roach“ noch einmal richtig auf, ehe sich die Besucher von Sulingen und ihrem „Reload“-Festival „zurück in die Realität“ verabschieden mussten.

Fotos vom Samstag

Reload-Festival: Der Samstagabend mit Airbourne

Reload-Festival: Bands und Menschen am Samstag

Reload Festival in Sulingen

Fotos vom Freitag

Reload: Bands und Festivalbesucher am Freitag

Anreise und erste Bands am Donnerstag

Reload-Festival: Anreise und erste Bands am Donnerstag

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