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Schlangen vor Nachtclubs: Schweden feiern jetzt Ende der Corona-Maßnahmen

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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In Schweden sind fast alle Corona-Regeln Vergangenheit, in vielen Nachtclubs des Landes wird das gefeiert. Lediglich ein paar Empfehlungen gelten noch.

Stockholm – Schweden war während der Corona-Pandemie sehr früh einen Sonderweg gegangen, jetzt ist es fast schon Nachzügler unter den skandinavischen Ländern: Auch im Land von Ministerpräsidentin Magdalena Andersson sind seit Mittwoch, 9. Februar 2022, so gut wie alle Corona-Maßnahmen aufgehoben, in vielen Clubs des Landes wurde das auch unter der Woche gefeiert.

Zuvor hatte bereits Dänemark fast alle seine Corona-Regeln abgeschafft, Norwegen und Finnland lockerten ebenfalls deutlich. Die Begründung des Kurswechsels klingt bei der schwedischen Regierung ähnlich, wie zuvor schon bei Dänen und Engländern.

Corona-Pandemie in Schweden: Das nächste Land beendet Corona-Maßnahmen – in Clubs wird gefeiert

Nachdem zuletzt in England und Dänemark der Freedom Day verkündet wurde, hat jetzt auch Schweden fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Die Begründung hierfür ist eine ähnliche, wie die der Dänen und Engländer: Die schwedische Regierung bezieht sich auf mildere Verläufe unter der Omikron-Variante. Ebenso wie bei den Dänen wird sich zudem auf eine hohe Impfquote berufen. Trotz hoher Infektionszahlen scheint die Zahl der Intensivpatienten stabil zu bleiben.

Schwedens Nationalflagge. Schweden will in der Corona-Pandemie fast alle seiner Corona-Maßnahmen fallen lassen.
Schweden will in der Corona-Pandemie fast alle seiner Corona-Maßnahmen fallen lassen. © McPhoto/Imago Images

Ministerpräsidentin Magdalena Andersson hatte letzte Woche in Stockholm erklärt, es sei Zeit, Schweden wieder zu öffnen, wie die dpa berichtete. Jetzt ist es so weit: Die Lockerungen gelten. Seit Mittwoch gibt es in der Gastronomie weder beschränkte Öffnungszeiten, noch Abstandsregeln, auch die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen ist nicht mehr begrenzt. Für die Einreise nach Schweden müssen Bürger der EU fortan zudem keine Impfungen, Genesenennachweise oder Testergebnisse mehr vorlegen. Auch die Empfehlung an bestimmten Orten, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln, eine Maske zu tragen, fällt weg. Vor vielen Clubs bildeten sich laut dpa Schlangen, der „Freedom Day“ wurde in verschiedenen Landesteilen ausgiebig gefeiert.

Zwar sind die meisten Empfehlungen jetzt nicht mehr aktuell, einige von ihnen bleiben jedoch auch weiterhin bestehen. Dazu gehört vor allem die Empfehlung an Ungeimpfte über zwölf Jahren sich impfen zu lassen. Die schwedische Gesundheitsbehörde erklärte, zum Schutz der am meisten gefährdeten Teile der Bevölkerung sei es weiterhin wichtig, das Risiko in Altersheimen, sowie dem Gesundheits- und Pflegewesen durch Maßnahmen zur Risikoverringerung zu begrenzen.

Vor Schweden hatten auch Dänemark und England ihre Corona-Maßnahmen weitgehend aufgehoben

Unter den skandinavischen Ländern ist der Kurs Schwedens keineswegs mehr ein Alleingang. In Dänemark muss seit dem ersten Februar an fast keinem Ort mehr der Impfpass vorgezeigt werden, die Maskenpflicht ist so gut wie überall abgeschafft. Auch Großveranstaltungen dürfen wieder stattfinden und Diskotheken öffnen – in Dänemark sind mehr als 80 Prozent der Bevölkerung bereits doppelt geimpft. In Norwegen und Finnland wurden die Corona-Maßnahmen ebenfalls deutlich gelockert.

In England hat die Regierung um Boris Johnson nahezu alle Maßnahmen eingestellt, selbst die Impfpflicht in medizinischen Berufen wurde wieder zum Thema. Die Johnson-Regierung hatte die Maskenpflicht bereits zum 27. Januar abgeschafft, ebenso die meisten anderen Corona-Regeln. Mittlerweile muss in England für den Zutritt auf Großveranstaltungen oder in Diskos kein Impfpass oder negativer Corona-Test mehr vorgelegt werden. Die Empfehlung zum Arbeiten von zu Hause besitzt keine Gültigkeit mehr.

Corona-Pandemie: In Deutschland ist mit Lockerungen der Corona-Maßnahmen nicht vor März zu rechnen – kein Ende der Maskenpflicht in Sicht

Auch in Deutschland werden die Forderungen nach Lockerungen der Corona-Maßnahmen mehr. Gleichzeitig zeigt sich die deutsche Politik vor allem mit Blick auf den neuen Omikron-Subtyp BA.2 noch vorsichtiger, als andere Länder, wie beispielsweise Schweden. Im Februar ist in Deutschland wohl kaum mit Lockerungen zu rechnen. Justizminister Marco Buschmann (FDP) hatte zuletzt Lockerungen der 2G-Regel im Einzelhandel ab März in Aussicht gestellt.

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Bremens Oberbürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hatte sich ebenfalls für eine breitere Diskussion über Lockerungen ausgesprochen, betonte jedoch, es ginge um die Diskussion – noch nicht die Umsetzung. Eine Abschaffung der Maskenpflicht, geschweige denn aller Corona-Regeln, steht in Deutschland bisher nicht zur Debatte. Je mehr in anderen Ländern gelockert wird, desto lauter werden auch hier die Forderungen nach Lockerungen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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