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Erstmals Luxusyacht von russischem Oligarchen in Spanien festgesetzt

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Von: Johannes Nuß

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Luftaufnahme der 85 Meter langen Motoryacht Valerie vor Monaco, daneben montiert der russische Oligarch und Waffenhändler Sergej Tschemesow.
Rund 135 Millionen Euro soll die Luxusyacht „Valerie“, die dem Vermögen des russischen Oligarchen und Waffenhändlers Sergej Tschemesow zugerchnet wird, wert sein. Die spanischen Behörden setzten die Yacht am Montag im Hafen von Barcelona fest. (kreiszeitung.de-Montage) © Alexei Druzhinin/Peter Seyfferth/imago

Im Zuge von Sanktionen gegen russische Oligarchen wegen des Ukraine-Kriegs ist in Spanien die Yacht „Valerie“ festgesetzt worden. Sie soll einem Waffenhändler gehören.

Madrid/Barcelona – Spanische Behörden haben erstmals die Luxusyacht eines russischen Oligarchens festgesetzt. Wie die größte spanische Tageszeitung „El Pais“ berichtet, soll die Luxusyacht „Valerie“, die dem Vernehmen nach dem russischen Milliardär und Waffenhändler Sergej Tschemesow gehört, im Hafen von Barcelona liegen. Grund dafür sind Sanktionen gegen russische Oligarchen und Russland im Zuge des Kriegs in der Ukraine durch Präsident Wladimir Putin.

Sanktionen gegen russische Oligarchen: Gebaut wurde die „Valerie“ durch die Lürssen-Werft in Bremen

Tschemesow ist unter anderem Geschäftsführer des russischen Rüstungskonzerns Rostec. Gebaut wurde die Yacht „Valerie“ durch die Lürssen-Werft in Bremen und soll inzwischen 135 Millionen Euro wert sein. Auch die Yacht „Dilbar“, die dem russischen Oligarchen Alischer Usmanow gehören soll, ist im Hafen Hamburg festgesetzt worden. Deutsche Luxusyachten sind bei russischen Oligarchen besonders beliebt und werden von einem Teenager auf Twitter verfolgt.

Es werde derzeit noch geprüft, ob die Luxusjacht „Valerie“ im Hafen von Barcelona tatsächlich Tschemesow gehöre, schrieb die Zeitung unter Berufung auf die Generaldirektion der spanischen Handelsmarine. Ursprünglich soll die Yacht im Jahre 2011 von Lürssen an den ukrainischen Milliardär Jurij Kossjuk geliefert worden sein. Wann der Besitzer der Yacht wechselte, ließ sich nicht herausfinden.

Tschemesow steht bereits seit 2014 auf der Sanktionsliste der EU. Er ist ein alter Kumpel des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Beide dienten einst gemeinsam während DDR-Zeiten beim sowjetischen Geheimdienst KGB in Dresden.

Sanktionen gegen russische Oligarchen: Eigentümer der Yacht „Valerie“ soll Briefkastenfirma sein

Als Eigentümerin der 85 Meter langen „Valerie“ unter der Flagge des kleinen Karibik-Staates St. Vincent und die Grenadinen sei eine Briefkastenfirma eingetragen. Dass das 2011 von der Bremer Lürssen-Werft gebaute Schiff möglicherweise tatsächlich Tschemesow gehöre, ergebe sich aus den im vergangenen Jahr veröffentlichten Pandora Papers, schrieb die Zeitung.

Nach den Recherchen eines internationalen Journalistennetzwerks, dem auch „El País“ angehört, bestehe zwischen dem Oligarchen und dem Schiff ein kompliziertes Netzwerk von Firmen in Steueroasen. Die spanischen Behörden hätten in diesem Zusammenhang auf die großen Schwierigkeiten hingewiesen, die Eigentumsverhältnisse zweifelsfrei festzustellen. * kreiszeitung.de, 24hamburg.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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