Weihnachtsferien in Gefahr

Lockdown in Österreich: Kann ich meinen Skiurlaub stornieren?

Die Corona-Infektionszahlen explodieren in vielen Ländern, darunter auch Österreich. Das RKI setzt das Land auf die Liste der Hochrisikogebiete. Ein Schock für viele, die Skiurlaub buchen möchten.

Update vom 17. November: Ungeimpfte Reisende müssen an der österreichischen Grenze künftig einen PCR-Test vorweisen. Antigen-Schnelltests werden bei der Einreise ab 22. November nicht mehr akzeptiert. Nur noch für Grenzpendler sind diese ungenaueren Tests gültig, wie aus einer Verordnung hervorging, die am Dienstagabend öffentlich gemacht wurde.

Ursprünglicher Artikel vom 13. November: Die Einstufung Österreichs als Corona-Hochrisikogebiet stellt Grenzorte und Urlauber, die vielleicht ihre Weihnachtsferien planen, erneut vor Schwierigkeiten. Viele Beschäftigte pendeln täglich über die Grenze, manche Schüler besuchen Schulen im anderen Land - und es gibt vielfältige private und familiäre Beziehungen.

Österreich ab Sonntag wieder Hochrisikogebiet

Wegen dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag fast ganz Österreich, Tschechien und Ungarn als Corona-Hochrisikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Mit Österreich und Tschechien werden erstmals seit vielen Wochen wieder zwei Nachbarländer Deutschlands auf die Risikoliste gesetzt.

Österreich ist wieder als Corona-Hochrisikogebiet eingestuft worden. Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der 2G-Regel.

Corona-Hochrisikogebiet: Tourismusbranche in Österreich entsetzt

Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet verbunden ist automatisch auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für nicht notwendige touristische Reisen. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot. Österreich stand schon einmal auf der Risikoliste, war aber im Juni gestrichen worden.

ÖsterreichLand in Europa
KanzlerAlexander Schallenberg
HauptstadtWien

Die Tourismusbranche in Österreich reagierte entsetzt auf die Einstufung. Sie treffe die Hotels „in Mark und Bein“, sagte Susanne Kraus-Winkler vom Fachverband Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Schon in den vergangenen Tagen seien viele Reisen storniert worden. In der Wintersaison kämen drei von vier Gästen aus dem Ausland, fast 37 Prozent aller Übernachtungen entfielen auf die deutschen Touristen. Nicht wenige Hotels rechneten nun damit, dass sie die Hälfte ihrer Buchungen verlieren, sagte Kraus-Winkler. Für die Nutzung der Seilbahn- und Liftanlagen gilt ohnehin schon die 2G-Regel.

Österreich: Nur wenige Gemeinden von Einstufung ausgenommen

Sie problematisierte vor allem die fünftägige Quarantänepflicht für Kinder unter zwölf, für die es noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt. Dadurch würden Familien, die verreisen wollten, in Mitleidenschaft gezogen. „Wir brauchen dringend eine Lösung mit dem Ziel, eine quarantänefreie Rückreise zu ermöglichen, wenn die Kinder in eine Teststrategie eingebettet sind“, forderte Kraus-Winkler.

Von der Einstufung als Hochrisikogebiet ausgenommen sind in Österreich nur einige kleine Gemeinden. Darunter ist das Urlaubsgebiet Kleinwalsertal in Vorarlberg (Gemeinde Mittelberg), das auf der Straße nur von deutscher Seite aus über die Region Oberstdorf erreichbar ist. Auch die im Allgäu liegende Enklave Jungholz, die zu Tirol gehört, ist ausgenommen. Außerdem das Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee in Tirol.

Lockdown für Ungeimpfte in Österreich

Die österreichische Regierung begegnet den steigenden Infektionszahlen nun mit einem Lockdwon für Ungeimpfte. Wie Kanzler Alexander Schallenberg ankündigte, sollen die entsprechenden Entscheidungen am Sonntag gefällt werden. „Wir müssen die Schrauben nochmal enger ziehen“, sagte er. Es sei den Corona-Geimpften nicht zuzumuten, in einen weiteren Lockdown für alle zu gehen. Erst am Montag hatte die Regierung eine 2G-Regel für Lokale, Tourismus, Veranstaltungen und Sport eingeführt: Nur noch Geimpfte und von Covid-19 Genesene haben Zutritt.

Kann ich Urlaub im Hochrisikogebiet kostenlos stornieren?

Reisende können bereits gebuchten Urlaub nicht einfach kostenlos stornieren, wenn ihr Zielland zu einem Corona-Hochrisikogebiet wird. Dies betrifft aktuell große Teile Österreichs sowie Tschechien und Ungarn, die vom 14. November an von der Bundesregierung als solche Hochrisikogebiete eingestuft sind.

Für Individualreisende hat die Einstufung erstmal keine Auswirkungen, erklärt Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum. Davon seien nur zwei Ausnahmen denkbar, und zwar dann, wenn die Geschäftsbedingungen zum Beispiel des Hotels doch eine kostenlose Stornierung ermöglichen oder wenn ein Beherbergungsverbot für Touristen herrscht. In Österreich etwa ist das aber nicht in Sicht.

Auch für Pauschalreisende ergibt sich nun nicht unbedingt das Recht, den Reisevertrag ohne Stornogebühren zu kündigen. „Ob nach über einem Jahr Pandemie noch ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt, wenn ein Land nach der Buchung zum Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet wird, ist bisher nicht höchstrichterlich geklärt“, sagt Wojtal.

Aufgrund der unklaren Rechtslage rät die Expertin Betroffenen, die auf eine Reise in ein Hochrisikogebiet verzichten wollen, mit ihrem Veranstalter eine gütliche Einigung zu suchen. Oft zeigten sich die Anbieter kulant und ermöglichen kostenlose Umbuchungen, sagt Woytal.

„Sind Anreise und Unterbringung möglich, selbst wenn es unter Quarantäne-Bedingungen wäre, müssen Urlauber zahlen“, sagt Wojtal. Gleiches gilt für Flugtickets: Startet die Maschine, können sich Reisende individuell gebuchte Tickets nicht einfach erstatten lassen.

Aus der Einstufung zum Hochrisikogebiet ergeben sich zudem bestimmte Vorgaben bei der Rückkehr nach Deutschland. Ungeimpfte müssen daheim für zehn Tage in Quarantäne. Sie können sich frühestens fünf Tage nach der Wiedereinreise mit einem negativen Test davon befreien. Für Geimpfte und Genese gibt es eine solche Quarantänepflicht aber nicht.

Impfstatus hat ein Verfallsdatum

Bei der 2G-Regel in Österreich hat der Impfstatus ein Verfallsdatum. Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca: 9 Monate nach Erhalt der Zweit- oder Drittimpfung. Johnson&Johnson ist bis zum 2. Januar gültig, danach braucht es eine zweite Dosis. Wer genesen ist und eine Impfung hat, ist neun Monate safe. Ein Genesungsnachweis ist bis zu 6 Monate (180 Tage) nach Ende der Quarantäne gültig. Wie auch in Deutschland ist beispielsweise der Impfstoff Sputnik V in Österreich nicht anerkannt.

Liste der Hochrisikogebiete laut RKI

Folgende Staaten gelten aktuell als Hochrisikogebiet:
Ägypten (Hochrisikogebiet seit 24. Januar 2021)
Albanien (Hochrisikogebiet seit 5. September 2021)
Armenien (Hochrisikogebiet seit 19. September 2021)
Äthiopien (Hochrisikogebiet seit 26. September 2021)
Barbados (Hochrisikogebiet seit 19. September 2021)
Belarus (Hochrisikogebiet seit 3. Oktober 2021)
Belize (Hochrisikogebiet seit 19. September 2021)
Bosnien und Herzegowina (Hochrisikogebiet seit 12. September 2021)
Brunei Darussalam (Hochrisikogebiet seit 10. Oktober 2021)
Bulgarien (Hochrisikogebiet seit 24. Oktober 2021)
Burundi (Hochrisikogebiet seit 26. September 2021)
Costa Rica (Hochrisikogebiet seit 9. Mai 2021)
Dominica (Hochrisikogebiet seit 22. August 2021)
El Salvador (Hochrisikogebiet seit 3. Oktober 2021)
Estland (Hochrisikogebiet seit 10. Oktober 2021)
Frankreich – die folgenden Regionen und französischen Überseegebiete gelten als Hochrisikogebiete:

Französisch-Guayana (Hochrisikogebiet seit 15. August 2021)
Neukaledonien (Hochrisikogebiet seit 26. September 2021)
Gabun (Hochrisikogebiet seit 17. Oktober 2021)
Georgien (Hochrisikogebiet seit 25. Juli 2021)
Guyana (Hochrisikogebiet seit 19. September 2021)
Guatemala (Hochrisikogebiet seit 5. September 2021)
Haiti (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
Iran (Hochrisikogebiet seit 24. Januar 2021)
Irland - die folgenden Regionen gelten als Hochrisikogebiete:

Border (Hochrisikogebiet seit 22. August 2021)
Jemen (Hochrisikogebiet seit 10. Oktober 2021)
Kamerun (Hochrisikogebiet seit 24. Oktober 2021)
Kongo, Republik (Hochrisikogebiet seit 24. Oktober 2021)
Korea (Demokratische Volksrepublik) (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
Kroatien (Hochrisikogebiet seit 24. Oktober 2021)
Laos (Hochrisikogebiet seit 14. November 2021)
Lettland (Hochrisikogebiet seit 10. Oktober 2021)
Libyen (Hochrisikogebiet seit 18. Juli 2021)
Litauen (Hochrisikogebiet seit 3. Oktober 2021)
Malaysia (Hochrisikogebiet seit 13. Juni 2021)
Mexiko (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
Moldau, Republik (Hochrisikogebiet seit 19. September 2021)
Mongolei (Hochrisikogebiet seit 13. Juni 2021)
Montenegro (Hochrisikogebiet seit 15. August 2021)
Nicaragua (Hochrisikogebiet seit 12. September 2021)
Niederlande – die folgenden überseeischen Teile des Königreichs der Niederlande gelten als Hochrisikogebiete:

Bonaire (Hochrisikogebiet seit 27. Juli 2021)
Sint Eustatius (Hochrisikogebiet seit 27. Juli 2021)
Saba (Hochrisikogebiet seit 27. Juli 2021)
Nordmazedonien (Hochrisikogebiet seit 22. August 2021)
Österreich - mit Ausnahme der Gemeinden Mittelberg und Jungholz und dem Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee (Hochrisikogebiet seit 14. November 2021)
Papua-Neuguinea (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
Philippinen (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
Rumänien (Hochrisikogebiet seit 3. Oktober 2021)
Russische Föderation (Hochrisikogebiet seit 7. Juli 2021)
St. Kitts und Nevis (Hochrisikogebiet seit 29. August 2021)
St. Vincent und die Grenadinen (Hochrisikogebiet seit 26. September 2021)
São Tomé und Príncipe (Hochrisikogebiet seit 17. Oktober 2021)
Serbien (Hochrisikogebiet seit 5. September 2021)
Seychellen (Hochrisikogebiet seit 14. Februar 2021)
Singapur (Hochrisikogebiet seit 24. Oktober 2021)
Slowakei (Hochrisikogebiet seit 31. Oktober 2021)
Slowenien (Hochrisikogebiet seit 26. September 2021)
Sudan (Hochrisikogebiet seit 31. Januar 2021)
Suriname (Hochrisikogebiet seit 23. Mai 2021)
Syrische Arabische Republik (Hochrisikogebiet seit 31. Januar 2021)
Tadschikistan (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
Tansania (Hochrisikogebiet seit 14. März 2021)
Thailand (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
Trinidad und Tobago (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
Tschechische Republik (Hochrisikogebiet seit 14. November 2021)
Türkei (Hochrisikogebiet seit 17. August 2021)
Turkmenistan (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
Ukraine (Hochrisikogebiet seit 10. Oktober 2021)
Ungarn (Hochrisikogebiet seit 14. November 2021)
Usbekistan (Hochrisikogebiet seit 8. August 2021)
Venezuela, Bolivarische Republik (Hochrisikogebiet seit 19. September 2021)
Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland inkl. der Isle of Man sowie aller Kanalinseln und aller britischen Überseegebiete (Hochrisikogebiet seit 7. Juli 2021)
Vietnam (Hochrisikogebiet seit 15. August 2021)

Transparenzhinweis: der Artikel wurde am 17. November um 12 Uhr mit den aktuellen einreisebestimmungen nach Österreich aktualisiert.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Angelika Warmuth/dpa

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