Umwelt im Blick

Das Mega-Kreuzfahrtschiff ist der neue Star auf den Meeren

Ab März 2022 soll das größte Kreuzfahrtschiff der Welt in See stechen. Die „Wonder of the Seas“ hat rund 6988 Betten und fährt vor der Küste Chinas.

Die US-Reederei Royal Caribbean International ist bekannt für große Kreuzfahrtschiffe. Die Oasis-Klasse vereint die Schiffe „Oasis of the Seas“, „Allure of the Seas“, „Harmony of the Seas“ und „Symphony of the Seas“. Das neuste Schiff pulverisiert aber alle anderen Rekorde der Schiffe und passt eigentlich nicht mehr in die Oasis-Klasse. Gerade wird die „Wonder of the Seas“ fertiggestellt. Wegen Corona und dem Stillstand der US-Kreuzschifffahrt wurde die Übergabe auf nächstes Jahr verschoben. Dieses Schicksal traf auch ein Aida-Schiff.

Aufenthaltsbereiche25 Bars und Lounges
ShoppingEinkaufsstraße
Restaurants20 Restaurants (teilweise gegen Aufpreis)
Pools4 Swimmingpools

Mit 18 Decks, einer Länge von 362 Metern, einer Breite von 64 Metern und Platz für maximal 6988 Frauen und Männer ist es das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Das Schiff wird optisch durch einen Central Park geteilt. Er ist eine Grünanlage mit angeblich bis zu 20.000 Pflanzen und Bäumen. Zusammengefasst kann man sagen, es ist eine kleine Stadt – nur eben auf dem Wasser.

Auch alle anderen Einrichtungen einer Stadt gibt es auf dem Mega-Schiff: das Freilufttheater Aqua Theater, eine mehrstöckige Wasserrutsche, eine Zipline, Kletterwand, 3D-Kino, 20 Restaurants und einige Surf-Simulatoren. Bei Kindern wird vermutlich die „Ultimate Family Suite“ beliebt sein. Sie ist mit einer Rutsche ausgestattet, die vom Kinderzimmer direkt ins Wohnzimmer führt. Zum Vergleich: Würde man zwei Kreuzfahrten zu je neun Nächten machen, könnte man jeden Abend ein anderes Restaurant aufsuchen.

Kreuzfahrt: Bei großen Schiffen ist das Ziel fast zweitrangig

Bei so großen Kreuzfahrtschiffen ist das Schiff der Star. Viele Experten meinen, dass die angesteuerten Destinationen zweitrangig sind. Während der Kreuzfahrt können die Passagiere so viel erleben, dass Landgänge fast überflüssig werden. Nach Europa wird der Neubau „Wonder of the Seas“ im Sommer 2022 kommen. Später soll Shanghai der Heimathafen werden. Von dort aus steuert die „Wonder of the Seas“ Ziele in Japan, Taiwan, Vietnam und Südkorea an.

Während die Kreuzfahrtschiffe immer größer und imposanter werden, prangern Kritiker die Umweltverschmutzung an. Dabei sind Containerschiffe die großen Umweltsünder. Auf die Kreuzfahrt-Branche entfällt nur ein kleiner Prozentsatz der gesamten Hochseeschifffahrt. Trotzdem setzt der internationale Branchenverband Clia auf alternative Antriebe und Lösungen.

Die „Wonder of the Seas“ wird 2021 in See stechen und nach jetzigem Stand das größte Kreuzfahrtschiff der Welt sein.

Trotz der erheblichen Einbrüche wegen der Corona-Pandemie habe die Branche weltweit „erheblich in neue Technologien investiert, um ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern“, heißt es im jüngsten Umweltbericht der Clia. Mit der Ausmusterung älterer, weniger effizienter Schiffe und der Einführung neuer Schiffe mit Flüssiggas-Antrieb bleibe „die Kreuzfahrtindustrie an der Spitze der Bemühungen um den maritimen Umweltschutz“.

Die Clia-Mitglieder haben sich verpflichtet, die CO₂-Emissionen ihrer globalen Flotte bis 2030 im Vergleich zu 2008 um 40 Prozent zu reduzieren. Bis 2050 strebt die Branche eine CO₂-freie Schifffahrt an.

Das Schlüsselproblem der Kreuzfahrtbranche – wie der gesamten Seeschifffahrt – ist die Suche nach klimaneutralen Kraftstoffen. Zwar werden Alternativen zu fossilen Treibstoffen diskutiert, zum Beispiel Wasserstoff und Ammoniak, Bio-Kraftstoffe und sogenannte „E-fuels“ wie Methanol. Weil nichts davon in großem Stil marktfähig ist, kann eine Reederei, die ein Schiff bestellt, gegenwärtig aber nur Flüssiggas (LNG) als Alternative zu Schiffsdiesel wählen.

Kreuzfahrtschiffe setzen auf LNG-Antrieb

Allerdings sind auch LNG-getriebene Schiffe noch immer in der Minderheit: Derzeit seien 26 Schiffe mit LNG als Hauptantrieb in Fahrt, im Bau oder beauftragt, heißt es in dem Bericht, für den eine Flotte von 242 aktiven Schiffen sowie die Bauvorschriften für 62 georderte Schiffe ausgewertet wurden. Zusätzlich zu LNG seien jedoch „mehr als drei Viertel der Kreuzfahrtflotte in der Lage, andere alternative Kraftstoffe wie Biodiesel oder Methanol zu verwenden“, berichtet Clia.

Große Fortschritte sieht Clia bei der Nutzung von Landstromanlagen. Landstrom gilt als wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität in der Schifffahrt. Bislang lassen viele Seeschiffe im Hafen ihre Motoren weiter laufen, um sich mit Strom zu versorgen – mit entsprechenden Abgasen und CO₂-Emissionen. 35 Prozent der globalen Schiffsflotte seien inzwischen für die Nutzung von Landstrom ausgerüstet, weitere 22 Prozent würden umgerüstet und 82 Prozent der neuen Schiffe seien schon für die Stromversorgung von Land geeignet.

Weltweit gibt es laut Clia aber bislang nur 14 Häfen, in denen Kreuzfahrtschiffe von Land mit Strom versorgt werden können. Seit Juni 2016 können Kreuzfahrtschiffe in Hamburgs Hafen während der Liegezeit Landstrom beziehen und müssen nicht im Dieselbetrieb laufen. Doch diese umweltfreundlichere Möglichkeit – vorausgesetzt es fließt Strom aus erneuerbaren Energien – kann kaum genutzt werden. Viele Schiffe haben keine „Steckdose“, um den Landstrom zu nutzen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Royal Caribbean International

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