Corona-Pandemie

Inzidenz in Großbritannien: Tausende Touristen könnten in Quarantäne-Hotels landen

Ab 2. August müssen geimpfte EU-Bürger nach Ankunft in Großbritannien nicht mehr in Quarantäne. Die Regierung plant dennoch bereits eine grundlegende Änderung.

London – Die Corona-Inzidenz in Großbritannien sinkt weiter, bleibt allerdings auf hohem Niveau. Am Mittwoch, 4. August 2021 lag der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tage bei 265,2. Zum Vergleich: Eine Woche zuvor wurde eine Sieben-Tage-Inzidenz von 337,5 verzeichnet. Aktuell sind rund 55 Prozent der Briten vollständig geimpft.

Land:Großbritannien
Fläche:243.610 Quadratkilometer
Einwohner:66,8 Millionen (Stand: 2019)
Regierungschef:Boris Johnson (Conservative Party)

Seit Montag, 2. August 2021 gelten neue Erleichterungen bei der Einreise in Großbritannien. Vollständig geimpfte Bürger aus der EU und den USA müssen nach ihrer Ankunft nicht mehr in Quarantäne. Einreisende müssen sich allerdings spätestens am zweiten Tag nach ihrer Einreise einem Corona-Test unterziehen. Die einzige Ausnahme gilt für Frankreich, wo die Inzidenz aktuell bei 228 liegt: Franzosen, die in Großbritannien einreisen, müssen weiterhin in Quarantäne, was zu heftigen Protesten führte.

Inzidenz in Großbritannien: Regierung plant neues Ampelsystem – Warnung vor tausenden Touristen in Quarantäne-Hotels

Die Regierung von Boris Johnson arbeitet unterdessen an grundlegenden Änderungen des aktuellen Corona-Ampelsystems. Bisher teilt London die Einreiseländer in vier Kategorien ein:

  • „Green“: Wer aus einem Land auf der grünen Liste zurückkehrt, muss sich online anmelden und vor der Abreise einen negativen Corona-Test nachweisen. Spätestens am zweiten Tag muss er außerdem einen Covid-19-Test machen. Es ist keine Quarantäne vorgesehen – das gilt auch für nicht Geimpfte;
  • „Amber“ (gilt unter anderem für Deutschland): Eine Online-Anmeldung ist genauso wie ein Corona-Test erforderlich. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes müssen außerdem zwei weitere Tests spätestens am zweiten und am achten Tag nach der Einreise durchgeführt werden. Vorgesehen ist außerdem eine häusliche Quarantäne von zehn Tagen für nicht Geimpfte – mit der Möglichkeit einer vorzeitigen Beendigung nach fünf Tagen durch einen Test;
  • „Amber plus“: Genauso wie „amber“, allerdings ohne Befreiung von der Quarantäne-Pflicht. Gilt aktuell nur für Frankreich;
  • „Red“: Erforderlich ist eine Online-Anmeldung, zwei weitere Tests spätestens am zweiten und am achten Tag nach der Einreise. Außerdem ist eine Hotel-Quarantäne von zehn Tagen vorgesehen.

Nun gibt es Überlegungen innerhalb der Regierung, eine zusätzliche Kategorie zu schaffen, eine sogenannte „Amber Watchlist“. Sie soll Länder auflisten, die Gefahr laufen, in die „rote“ Kategorie zu rutschen. Das könnte unter anderem für besonders beliebte Urlaubsländer wie Spanien und Italien gelten. Reiserückkehrer aus diesen Ländern sollen verpflichtet werden, nach ihrer Einreise in Hotel-Quarantäne zu gehen – und dafür 1750 Pfund (etwa 2000 Euro) aus eigener Tasche zu zahlen.

Corona-Lage in Großbritannien: Widerstand in der Regierung gegen Hotel-Quarantäne für beliebte Reiseländer

In der britischen Regierung besteht allerdings noch Gesprächsbedarf. So stellte sich unter anderem Verkehrsminister Grant Shapps gegen die Änderung der Einreise-Regeln. Sein Kabinettskollege Matt Warman, zuständig für das Thema Digitale Infrastruktur, sagte hingegen Sky News, die neue Liste würde den Reisenden zusätzliche Informationen geben, damit sie „fundierte Entscheidungen“ treffen könnten.

Nach ihrer Ankunft in Großbritannien müssen geimpfte EU-Bürger nicht mehr in Quarantäne.

Kritik kam von der Labour-Partei. „Das Problem ist, dass Urlauber im Moment einfach nicht wissen, wem sie glauben sollen“, sagte Labour-Vorsitzende Anneliese Dodds dem Sender Sky. Das Kabinett soll am Donnerstag über weitere Reiseregeln entscheiden.

Inzidenz in Großbritannien sinkt: Studie findet keine Spuren von Covid-19 auf Oberflachen und in der Luft in britischen Bahnhöfen und Zügen

Eine Studie des britischen Netzbetreibers Network Rail hat unterdessen keine Spuren von Covid-19 auf Oberflächen und in der Luft in vier großen Bahnhöfen und Fernverkehrszügen festgestellt. Die Untersuchung fand in London Euston, Birmingham New Street, Liverpool Lime Street und Manchester Piccadilly statt, sowie in Zügen zwischen den vier Bahnhöfen.

Unter anderem wurden Oberflächen analysiert, die häufig angefasst werden, wie Handläufe von Rolltreppen. Wie die BBC berichtet, fanden die Tests im Januar und Juni statt. Forscher des Imperial College London fanden keine Coronaviren.

Am 19. Juli 2021 wurden in Großbritannien sämtliche Corona-Maßnahmen aufgehoben. In London gilt allerdings die Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr weiterhin. kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Richie Hancox

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