Urlaubsregionen betroffen

Europa in Flammen: Großbrände am Mittelmeer – Feuer in Rhodos außer Kontrolle 

Süd-Europa brennt. Italien, Griechenland und die Türkei kämpfen mit den Flammen. Auch Urlaubsregionen wie Rhodos und Sardinien sind schwer betroffen.

Rhodos - Historische Hitzewelle in Europa. Auf der Urlaubsinsel Rhodos ist ein Feuer außer Kontrolle geraten. Auch andere Teile Griechenlands, Italiens, Spaniens und der Türkei werden derzeit von der Feuerwalze überrollt. Meteorologen erwarten, dass die Temperatur in der kommenden Woche in vielen Urlaubsregionen die 46 Grad-Marke übersteigen wird. Solche oder ähnliche Temperaturen könnten nach Einschätzungen der Wetter-Experten noch zwei weitere Wochen in den betroffenen Regionen andauern. Der Süden Europas steht in Flammen.

InselRhodos
Fläche1.401 km²
LandGriechenland
Höhe1.216 m

Bereits seit Sonntag, 1. August wütete ein Brand auf der Ferieninsel Rhodos, der Strom ist in weiten Teilen der Insel ausgefallen. Am Montag, 2. August teilte die Feuerwehr mit, dass der Brand in der Nähe der Dörfer Maritsa und Psinthos – im nördlichen Teil der Insel – außer Kontrolle geraten sei. Das griechische Staatsfernsehen ERT berichtete, dass Löschflugzeuge und Hubschrauber im Kampf gegen die Flammen eingesetzt wurden. Hotelanlagen seien derzeit noch nicht betroffen.

Großbrände am Mittelmeer: Regierung richtet Appell an die Bevölkerung

In den Registrierlagern für Migranten auf den Inseln im Osten der Ägäis wurden klimatisierte Zelte und Container aufgestellt. Die Städte haben klimatisierte Räume für die Bevölkerung geöffnet, die selbst keine Klimaanlagen haben. Die Menschen sollen derzeit von Arbeiten im Freien absehen, so das Arbeitsministerium. Mehrere Tierschutzvereine appellierten, Wasser für Tiere an schattigen Orten bereitzustellen. Sogar auf Alkohol-Trinken solle verzichtet werden und es werde empfohlen, weite Baumwollkleidung zu tragen.

Feuerwehrkräfte sind im Einsatz während eines Waldbrands in der Nähe des griechischen Dorfes Lampiri, westlich von Patras.

Großbrände in Italien: Leiter des Zivilschutzes spricht von „dramatischem Tag“

Auch in Italien ist die Lage extrem. Angesichts der andauernden Waldbrände in Italien erbittet der Chef der Zivilschutzbehörde europäische Hilfe. „Gestern hatten wir einen dramatischen Tag“, sagte der Leiter des Zivilschutzes, Fabrizio Curcio, am Montag im italienischen Privatfernsehsender Canale 5. Bei den Bränden auf der Urlaubsinsel Sardinien in der vergangenen Woche hatten Griechenland und Frankreich bereits Löschflugzeuge entsandt.

„Gestern hatten wir einen dramatischen Tag.“

 Fabrizio Curcio, Leiter des italienischen Zivilschutzes

In der Stadt Pescara an der Adria-Küste wüteten die Flammen am Sonntag. Dabei wurde ein Naturreservat unweit der Stadt von den Flammen zerstört. Hunderte Menschen mussten evakuiert werden, bei den Bränden habe es nach Angaben der örtlichen Behörden auch Verletzte gegeben. Am Sonntagabend sei das Feuer wieder unter Kontrolle geraten.

Brände auch auf Sizilien: Regionalpräsident spricht von „Verwüstung“

Aus Südtirol machte sich eine Waldbrandmannschaft auf den Weg nach Sizilien. Die Urlaubsinsel ist ebenfalls in diesen Tagen schwer betroffen. Regionalpräsident Nello Musumeci schrieb auf Facebook von einer „Verwüstung“ in Folge hoher Temperaturen. Diese richteten unumkehrbare Schäden am Erbe des Waldes an und brächten Menschen in Gefahr. Die Hitzewelle auf Sizilien dürfte laut Musumeci noch bis zum 6. August andauern.

Gebäude in Gefahr: Auch auf Sizilien werden Wohnhäuser von den Waldbränden bedroht.

Republikweit seien mehr als 1500 Feuerwehreinsätze entstanden, dabei waren mehr als 5160 Menschen und 15 Löschflugzeuge im Einsatz gewesen. Auf ihrem Telegram-Kanal teilten die Vigili del Fuoco (Feuerwehr in Italien) zudem mit, dass sie in dieser Waldbrandsaison seit dem 15. Juni landesweit rund 37.400 Einsätze wegen Wald- und Buschbränden hatten. Das seien 16.000 mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Besonders betroffen seien Sizilien, Apulien und Kalabrien.

Brände an der türkischen Mittelmeerküste: Fünf Provinzen zu Katastrophengebieten erklärt

In der Türkei seien zehn Brandherde noch aktiv, darunter drei in der beliebten Urlaubsregion Antalya, teilte Forstminister Bekir Pakdemirli am Samstag auf Twitter mit. Von den insgesamt 98 Bränden, die seit Mittwoch in zahlreichen Provinzen ausgebrochen waren, seien 88 unter Kontrolle.

Besonders schlimm wüteten die Brände an der türkischen Mittelmeerküste. Dort wurden Regionen in fünf Provinzen zu Katastrophengebieten erklärt. Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten. Viele Regionen und Hotels waren evakuiert worden, Touristen wurden auch mit Booten in Sicherheit gebracht.

In Spanien brennt es: Asche erreicht Barcelona

Im Nordosten Spaniens war vergangene Woche ein Waldbrand rund 100 Kilometer westlich von Barcelona außer Kontrolle geraten. Die Flammen hätten bisher 1100 Hektar Wald- und Ackerland zerstört, teilte die Forstbehörde Kataloniens am Sonntag auf Twitter mit. Es bestehe die Gefahr, dass der in der Region meist gegen Mittag einsetzende Wind bei hohen Temperaturen um die 30 Grad und großer Trockenheit das Feuer weiter anheizen werde.

Es sei der bisher größte Waldbrand des Jahres in der waldreichen Region Katalonien, schrieb die Zeitung „El Periódico“. Asche habe bereits Teile von Barcelona erreicht.

Ein Feuerwehrmann organisiert den Einsatz bei einem Waldbrand in der Ferienregion Bodrum.

Neben den örtlichen Feuerwehren und Einheiten zur Waldbrandbekämpfung waren seit Sonntagmorgen auch Soldaten des spanischen Militärs im Einsatz gegen die Flammen. Bauern in der Region wurden aufgerufen, sofort ihre Felder zu pflügen, um so Barrieren gegen die Flammen zu schaffen. Etwa 80 Menschen in der Region hätten ihre Landhäuser verlassen müssen, seit das Feuer am Samstagnachmittag aus bisher unbekannter Ursache in der Gemeinde Santa Coloma de Queralt ausgebrochen war.

Erst vergangenes Wochenende hatte ein Waldbrand weiter nördlich an der Costa Brava 415 Hektar Wald in dem Naturschutzgebiet von Cap de Creus vernichtet. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Andreas Alexopoulos

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