Weiterhin guter Impfschutz

„Delta-Plus“-Variante: Neue Corona-Mutante beschäftigt Großbritannien

Blutprobe mit Coronavirus Delta-Plus-Variante
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Eine neue Variante des Coroinavirus, die Delta-Plus-Variante, breitet sich aktuell in Europa aus. (Symbolbild)

Eine neue Mutante des Coronavirus breitet sich langsam in Europa aus: die sogenannte „Delta-Plus“-Variante. Auch das RKI hat sich bereits damit beschäftigt.

London/Berlin – Ob die neuentdeckte Mutante des Coronavirus, die sogenannte „Delta-Plus“-Variante – oder auch AY.4.2. – wirklich ansteckender ist, ist noch nicht bewiesen. Noch liegen dazu zu wenige wissenschaftliche Erkenntnisse vor, was sich aber auch relativ schnell ändern kann. Was bekannt ist, ist, dass die neue Variante eine Mutation am Spike-Protein aufweist.

Krankheit:Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Ursprung:China
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019
Erklärung zur Pandemie:11. März 2020

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) allerdings bereits in einem Wochenbericht dazu mitgeteilt hat, würden die bekannten Impfungen gegen die „Delta-Plus“-Variante helfen und ausreichend schützen. Zwar soll eine Schutzimpfung gegen die neuentdeckte Mutante gut helfen und vor schweren Verläufen schützen, doch die Infektionszahlen schießen derzeit vor allem in Großbritannien wieder enorm in die Höhe. Bis zu zehn Prozent ansteckender könnte die neue Coronavirus-Variante sein.

Neue Delta-Variante des Coronavirus: Weitere Fälle der Variante in den USA und Dänemark

Dies könne höchstens eine kleine Anzahl an zusätzlichen Corona-Fällen ausgelöst haben, sagte der Biologe Francois Balloux vom University College London. „Das kann nicht der Grund für den aktuellen Anstieg der Fallzahlen in Großbritannien gewesen sein.“ Anders war es im Sommer, als in Großbritannien die Infektionszahlen aufgrund einer neuen Variante explodierten.

Die neue Mutante sei nicht mit dem Aufkommen der Alpha- oder Delta-Variante vergleichbar. „In diesem Stadium würde ich dazu raten, abzuwarten. Keine Panik“, sagte Balloux. Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde wurde die Mutante AY4.2 in der Woche Ende September/Anfang Oktober in sechs Prozent aller sequenzierten Corona-Proben nachgewiesen.

Neben den britischen Fällen sollen der Nachrichtenagentur PA zufolge einige Fälle der Variante in den USA und in Dänemark bekannt sein. Aber auch in Deutschland, Italien und Österreich soll die Variante bereits entdeckt worden sein. Allerdings sequenziert Großbritannien deutlich mehr Viren, um das Auftreten möglicher gefährlicher Varianten zu überwachen.

Neue Delta-Variante des Coronavirus im Anmarsch: Mutation erstmals im Juli 2021 entdeckt

Erstmals ist die Mutante der britischen BBC zufolge im Juli von Experten entdeckt worden, seitdem hat ihr Anteil an den Corona-Fällen langsam zugenommen. Die Variante AY4.2 ist bislang nicht offiziell von der Gesundheitsbehörde als „Variante unter Beobachtung“ oder „besorgniserregende Variante“ eingestuft worden.

Somit sind im Vereinigten Königreich auch keine Corona-Schutzmaßnahmen geplant, auch wenn viele britische Ärzte dies kritisch sehen*. Das sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid bei einer Pressekonferenz in London am Mittwoch. Zuletzt wurden im Vereinigten Königreich bis zu knapp 50.000 tägliche Neuinfektionen registriert. Die Zahl der täglichen Krankenhauseinweisungen liegt bei fast 1000. Bei den Todesfällen wurden am Donnerstag 179 Verstorbene gemeldet.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen könne sogar auf bis zu 100.000 steigen, warnte Gesundheitsminister Javid. Trotzdem sei es „zum jetzigen Zeitpunkt“ noch zu früh, um eine Rückkehr der im Juli abgeschafften Corona-Regeln im größten Landesteil England zu rechtfertigen, so der Minister weiter.

Neue Delta-Variante des Coronavirus im Anmarsch: Briten kündigen antivirale Medikamente an

Zum sogenannten Plan B der britischen Regierung gehören Maßnahmen wie verpflichtendes Maskentragen oder Nachweispflicht von Impfungen bei Großveranstaltungen. Trotz Forderungen aus Medizin und Wissenschaft sei das entscheidende Kriterium eines unaushaltbaren Drucks auf den Nationalen Gesundheitsdienst NHS noch nicht erreicht, sagte Javid. Stattdessen sollten nun die Bemühungen verstärkt werden, so viele Menschen wie möglich zu impfen. Besonders bei Jugendlichen und älteren Menschen, die eine Auffrischungsimpfung erhalten sollen, stockt das britische Impfprogramm derzeit.

Javid kündigte zudem die Einführung zweier neuer antiviraler Medikamente für die Behandlung von Covid-19 an. Die Präparate Ritonavir und Molnupiravir müssten aber erst noch von der britischen Arzneimittelbehörde MHRA zugelassen werden, so Javid.

Die Corona-Maßnahmen in Großbritannien sind Sache der einzelnen Landesteile. Die Regierung in London ist daher nur für England zuständig. Dort liefen zum „Freedom Day“ am 19. Juli fast alle Vorschriften zur Eindämmung des Virus aus. In Schottland, Wales und Nordirland gelten separate Regelungen. (mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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