Inzidenzwert

Corona-Urlaub in Italien: Diese Urlaubsregionen haben eine Inzidenz über 100

Die Waldbrände in Italien bringen die ohnehin schwierige Corona-Urlaubssituation weiter auf ein kritisches Niveau. Sizilien ruft sogar den Notstand aus.

Palermo – Sizilien geht bis zum Äußersten. Die regionale Regierung der beliebten italienischen Urlaubsinsel hat aufgrund der Waldbrände für sechs Monate den Notstand beziehungsweise den Krisenfall ausgerufen. Bereits seit Ende Juli brenne es auf der Mittelmeerinsel ganz im Süden von Italien. Trotz der angespannten Situation hat das Auswärtige Amt keine explizite Reisewarnung für eines der beliebtesten Urlaubsziele deutscher Touristen ausgegeben, rät derzeit aber dennoch von einem Sommerurlaub in Italien ab.

Land:Italien
Hauptstadt:Rom
Bevölkerung:Bevölkerung: 60,36 Millionen (2019) Eurostat

Aufgrund der Hitzewelle, die laut der Wettervorhersage auch in der nächste Woche nicht abreißen soll, herrsche – nach Aussage des Regionalpräsidenten Nello Musumeci auf Facebook – auch in den kommenden Wochen ein permanentes Risiko, dass neue Brandherde aufflammen.

Corona-Urlaub in Italien: Neben Sizilien sind weitere Regionen wie Sardinien besonders schwer von den Bränden betroffen

Allerdings ist Sizilien nicht die einzige beliebte Urlaubsregion in Italien, die von den Bränden gebeutelt ist. Auf Sardinien berichtete die Feuerwehr in der Provinz Oristano am Samstagvormittag von einem Brand in einer Touristen-Unterkunft. Die Einsatzkräfte verhinderten nach eigenen Angaben, dass die Flammen auf die umliegende Vegetation übergriffen. Verletzte gab es demnach nicht.

Dennoch sind die Schäden, die die unzähligen Waldbrände in Oristano an der Westküste der Ferieninsel anrichten, längst nicht abzusehen.

Der Grund für die Feuer in Italiens Süden sind die vorherrschende Trockenheit und Hitze mit Temperaturen von derzeit 35 Grad Celsius in Kombination mit Winden von bis 19 Kilometern in der Stunde, die den Bränden immer wieder neue Nahrung geben.

Brände in Italien: Sizilien, Sardinien, Kalabrien und Apulien am schwersten von den Bränden betroffen – zwei Todesopfer gemeldet

Am stärksten sind die Regionen in Sizilien, Kalabrien und Apulien sowie Sardinien von den Bränden betroffen. Bisher habe die Feuersbrunst zwei Todesopfer gefordert. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr berichteten derzeit von zwei Tote an der italienischen Stiefelspitze, die in den Flammen umkamen. Die Leichen eines Mannes und einer Frau seien bei einem Bauernhof in San Lorenzo entdeckt worden, gab die Feuerwehr am Freitag via Twitter preis.

Bei der Wucht und der Ausbreitung der Flammen eine unglaubliche traurige, aber gleichzeitig überraschende Bilanz, da die Zahl dank des beherzten Einsatzes der Feuerwehrkräfte noch viel höher ausfallen könnte.

Waldbrände in Italien haben unzählige Hektar in Flammen aufgehen lassen

Derweil seien laut dem Bürgermeister von Reggio Calabria, Giuseppe Falcomatà aber unzählige Hektar Grün in Flammen aufgegangen. Einige Häuser seien evakuiert worden, „Berge und Hügel brennen weiter.“ Für Brände in vielen Teilen Süditaliens wird aber nicht nur die Hitze verantwortlich gemacht, sondern vielerorts wird Brandstiftung vermutet, die in Italien sich immer wieder als lukratives Geschäft herausstellt.

In Italien wüten weiterhin Waldbrände. Neben der angespannten Corona-Situation ruft Sizilien jetzt den Notstand aus.

Dabei sind nach Recherchen von n-tv die Brandstifter überwiegend an einer Umwidmung der Flächen interessiert. Die Umwandlung von Weide oder Wald zu Acker- oder Bauflächen ist nur eine Motivation. Andere könnten Racheakte sein, um Druck auf eine Gemeindeverwaltung auszuüben oder schlicht und ergreifend Drangsalierung.

Waldbrände in Süditalien: Entspannung rückt in weite Ferne – Wettervorhersage verspricht keine Abkühlung

Besserung ist auch in den nächsten Tagen nicht in Sicht. Stattdessen macht das Thermometer laut der Wettervorhersage für die kommende Woche in Italien erneut einen weiteren Sprung nach oben.

Temperaturen jenseits der 40 Grad werden zumindest bis Donnerstag erwartet.

Waldbrände in den in Süditalien: „Heißester Sommer des Jahrzehnts“

Der Landwirtschaftsverband Coldiretti erklärte die Sommermonate 2021 für den heißesten Sommer des Jahrzehnts. Und das belegen auch die Zahlen der Feuerwehr. Fast 40.000 Mal rückten die Einsatzkräfte nach dem Eco-Mafia-Bericht der größten italienischen Umweltschutzorganisation Legambiente seit dem 15. Juni aus.

Diese Zahlen übersteigen jetzt schon nach eigenen Angaben der italienischen Feuerwehr deutlich die Einsätze im vergangenen Jahr im Vergleichszeitraum. In 2020 waren es über 16.000 Einsätze weniger.

Hitzewelle in Italien: Sizilien, Kalabrien und Apulien

Sizilien, Kalabrien und Apulien sind zwar am stärksten von den Feuern betroffen aber auch andere Urlaubsorte im Süden Italiens, an der Adriaküste sowie die Regionen Apulien und die Abruzzen werden von den Waldbränden heimgesucht.

Die Lage in vielen Urlaubsgebieten ist also weiterhin extrem angespannt.

Inzidenz in Italien: Corona-Werte steigt auch durch höhere Covid-19-Testraten

Neben den Waldbränden hat Italien auch weiterhin mit der zunehmend schwierigen Corona-Situation im Land zu tun, die der durchwachsenen Sommerurlaubssaison 2021 endgültig den Gar ausmachen könnten. Die Inzidenz stieg erneut am Montag auf 67,9 im Vergleich zum Vortag (67,2).

Zur Einordnung: In Italien ist der Inzidenzwert auch daher höher, weil im südeuropäischen Land deutlich mehr getestet wird, als es in Deutschland der Fall ist. Alleine am Sonntag, 8. August, ließen sich mehr als 290.000 Italienerinnen und Italiener testen. In Deutschland sind es im Durchschnitt in den vergangenen Wochen etwa 500.000 bis 600.000 Covid-19-Test pro Woche.

Ebenfalls ist die Positivrate der Corona-Tests keineswegs höher als in Deutschland. Tatsächlich befand sich diese am Sonntag bei 2,2 Prozent. Hierzulande stand die Positivrate im gleichen Zeitraum bei 3,0 Prozent.

Grüner Pass gilt sein Freitag für Urlauber und Einheimische gleichermaßen

Währenddessen gilt seit Freitag der Grüne Pass oder Green Pass in Italien, der sowohl Einheimischen als auch Urlaubern den Zugang zu Restaurants, Sportstätten, Konzerte, Museen und andere kulturelle Einrichtungen gestattet. Auch bei Messen, Stadion-Besuchen und überall dort, wo Menschen im öffentlichen Innenräumen aufeinander zusammenkommen, ist das Zertifikat notwendig.

Eine Maskenpflicht gilt ebenfalls an Orten, an denen Abstand nicht eingehalten werden kann.

Inzidenz in Italien: Cagliari ist Corona-Hotspot im Urlaubsland

Besonders betroffen von der hohen Inzidenz sind auch viele beliebte Urlaubsregionen in Italien. Neben den Bränden auf Sardinien hat den die Region um die Stadt Cagliari mit 305 derzeit die höchste Inzidenz in Italien.

Mit einem deutlichen Abstand folgen dahinter zwei sizilianische Gemeinden. Während Caltanissetta mit 205 einen bedenklichen Inzidenzwert aufweist und muss sich Ragusa mit 171 ebenfalls Gedanken über die Corona-Lage im Zusammenhang mit Covid-19 machen.

Corona-Urlaub in Italien: Inzidenzen in der Toskana, Remini sowie in Venetien zeugen von bedenklicher Entwicklung

Weitere Regionen auf dem italienischen Festland haben ebenfalls mit einer hohen Inzidenz zu kämpfen. Allen voran Rimini mit einem Inzidenzwert von 164. Darüber hinaus zeichnen die Inzidenzwerte im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 der äußerst beliebten Toskana mit den Provinzen Lucca mit 149, Pistioa mit 137 sowie die Region mit und um Florenz mit 132 bedenkliches Bild.

Des Weiteren gibt es andere Regionen, die bereits die 100er-Marke bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Italien überschritten haben. In Venetien steht vor allem die Stadt Verona mit ihrer Provinz im Vordergrund. Veronas Inzidenz liegt bei 121, nur Rovigo mit 122 verzeichnet noch eine höhere Inzidenz in der Region, während die Provinz Ferrara an der Adria mit 101 ebenfalls die 100er-Schallmauer geknackt hat.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Brände trotz der Hitzewelle in Südeuropa unter Kontrolle gebracht werden können und die ohnehin schon schwierige Corona-Urlaubssaison im Sommer 2021 vielleicht doch noch ein halbwegs versöhnliches Ende findet. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

++Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde am 9.August um 9:15 Uhr aktualisiert ++

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Vigili del Fuoco

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