Verheerendes Feuer

Corona-Urlaub in Griechenland: Waldbrände vor den Toren Athens

In Zeiten der Corona-Pandemie hält auch das Feuer Griechenland weiter in Atem. Ist nun das Urlaubs-Paradies bedroht?

Athen - In Griechenland wütet das Feuer. Riesige Landschaftsflächen werden von den Bränden zerstört. Die griechische Gesundheitsbehörde hat nun die Feinstaubwerte von der griechischen Hauptstadt Athen veröffentlicht. Das Ergebnis ist beunruhigend: Im Stadtzentrum herrsche eine Belastung von bis zu 465 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter. Zum Vergleich: Der Jahresmittelwert liege in der griechischen Hauptstadt für gewöhnlich bei 10 bis 15 Mikrogramm. Der EU-Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm.

LandGriechenland
Einwohner10,72 Millionen
Fläche131.957 km²
HauptstadtAthen

Noch kilometerweit von den Bränden entfernt regnet es Asche. Die Sicht ist in vielen Teilen des Landes derzeit stark eingeschränkt. Athen ist vom Rauch der Waldbrände ebenfalls schwer betroffen. Der Wind hat die Luft nördlich der Stadt Richtung Süden getrieben. Die Regierung forderte die Menschen auf, in ihren Häusern zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten. Die Brände waren am Dienstag ausgebrochen. In der Nähe von Athen konnten nach Angaben der Regierung bereits wieder in weiten Teilen gelöscht werden.

Feuerwehr Griechenland: Ein Teufelskreis

Die Feuerwehr in Griechenland spricht von einem Teufelskreis: Der Wind in der Brandregion im Norden Athens habe am Mittwoch, 4. August nachgelassen, sodass das Feuer weitgehend eingedämmt werden konnte.

Doch die Rauchglocke über Athen könne aus demselben Grund nicht verziehen. Wer in Athen derzeit an die frische Luft geht, spüre es sofort: tränende Augen, ein Kratzen im Hals und schwerfälliges Atmen. Dagegen würde nur der Wind helfen, doch dann könnte wiederum das Feuer neu entflammen.

Feuer in Griechenland: Urlauber können Reise stornieren

Die Lage in Griechenland gefährdet auch das Land als Urlaubsziel. So war auch die Insel Rhodos schwer vom Feuer getroffen. Pauschalreisende, die in einer betroffenen Region ihren Sommerurlaub gebucht haben, könnten unter diesen Umständen von ihrem Vertrag zurücktreten, teilt die Verbraucherzentrale mit. Ebenso können sie ihre Reise vorzeitig beenden.

Die Waldbrände in Griechenland zerstören große Flächen der Natur.

Waldbrände zählen ebenso wie Erdbeben oder Vulkanausbrüche zu unvermeidbaren und außergewöhnlichen Umständen. Regnet es zum Beispiel Asche oder wird ein Gebiet evakuiert, gilt das als erhebliche Beeinträchtigung, die Reise kann dann abgebrochen oder muss gar nicht erst angetreten werden. Pauschalreisende sollten in beiden Fällen immer schriftlich von der Reise zurücktreten. Die Verbraucherzentrale stellt dazu jeweils Musterbriefe zur Verfügung.

Inzidenz in Griechenland bleibt auf hohem Niveau und bremst Urlaub

Doch das Feuer bleibt nicht das einzige Problem für einen Urlauber in Griechenland. Die Corona-Inzidenz steht bei 181,2. Ende Juni lag der Wert noch unter 30. Aufgrund der Corona-Einreiseverordnung könnte Griechenland bald von der Bundesregierung als Hochinzidenzgebiet eingestuft werden. In dem Falle wären Reisen in das Land mit strengen Auflagen verbunden.

Unterdessen zieht Griechenland schwere Maßnahmen gegen die Pandemie und bestraft unter anderem ungeimpfte Lehrerinnen und Lehrer.

Eine dicke Rauchglocke schwebt über Athen.

Griechisches Synchronschwimm-Team in Quarantäne bei Olympia

Und auch bei Olympia hat Griechenland mit Corona zu kämpfen. Das gesamte griechische Synchronschwimm-Team hat sich nach mehreren positiven Corona-Tests in ein Quarantäne-Hotel begeben. Wie die Olympia-Organisatoren am Mittwoch mitteilten, wurden vier Schwimmerinnen und ein Betreuer bei den Olympischen Spielen in Tokio positiv getestet.

Von den sieben weiteren Team-Mitgliedern seien einige als Kontaktpersonen eingestuft worden. Alle zwölf seien daher in Absprache mit dem Nationalen Olympischen Komitee Griechenlands bereits aus dem Athleten-Dorf ausgezogen, bestätigte der Sprecher Masa Takaya. „Wir wünschen ihnen eine schnelle Genesung“, sagte sie.

Das gesamte griechische Synchronschwimm-Team um Maria Elli Lela Alzigkouzi Kominea (l) und Evangelia Papazoglou hat sich nach mehreren positiven Corona-Tests in ein Quarantäne-Hotel begeben.

Das Team kann daher nicht weiter am Synchronschwimmen teilnehmen. Dort werden am Mittwoch die Medaillen bei den Duetten vergeben. Chancen auf eine Medaille hätte Griechenland dabei nicht gehabt. (Mit dpa-Material) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Eurokinissi

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