Nicht mehr „kritisch für die Gesellschaft“

Corona-Lockerungen in Dänemark: Covid-19-Regeln fallen ab heute

Dänemark will es wissen – und schafft ab 10. September fast alle Corona-Regeln ab. Das skandinavische Land wagt den Schritt ins postpandemische Zeitalter.

Kopenhagen – Dänemark wird erneut zum Corona-Vorreiter – und schafft die Pandemie-Regeln ab. Die Regierung des skandinavischen Landes hebt ab Freitag, 10. September 2021, seine Beschränkungen zum Schutz gegen das Coronavirus auf. Das dänische Gesundheitsministerium sieht das Virus nicht mehr als „kritisch für die Gesellschaft“ an.

Land in Europa:Dänemark
Hauptstadt:Kopenhagen
Vorwahl:+45
Bevölkerung:5,806 Millionen (2019)
Währung:Dänische Krone
Königin:Margrethe II.

Dänemark schafft Corona-Regeln ab: Regierung verweist auf hohe Impfquote von über 70 Prozent

Wie das Ministerium mitteilt, seien die weit fortgeschrittene Impfkampagne sowie die starke Epidemiekontrolle letztendlich der Grund für diesen Schritt. Zur Einordnung: Am Donnerstag, 9. September, verzeichnet Dänemark eine 7-Tage-Inzidenz von 67,8. Die Letalitätsrate beläuft sich auf 0,74 Prozent, die Infektionsrate seit Ausbruch der Pandemie auf 6,05 Prozent.

In Dänemark werden ab dem 10. September 2021 viele Corona-Regeln abgeschafft. Auch die Maskenpflicht fällt weg. (kreiszeitung.de-Montage)

Zudem kann Dänemark auf eine Impfquote von 73,31 Prozent verweisen. Zum Vergleich: In Deutschland sind bisher 61,6 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. Die dänische Regierung rechnet gar damit, dass das skandinavische Land letztendlich eine Impfquote von 90 Prozent erreichen wird.

„Epidemie ist unter Kontrolle“: Dänemark lässt Corona-Regeln im Kampf gegen Covid-19 fallen

„Die Epidemie ist unter Kontrolle, wir haben rekordhohe Impfraten. Daher können wir zum 10. September einige der Sonderregeln, die wir im Kampf gegen Covid-19 einführen mussten, fallen lassen“, heißt es in diesem Kontext vom dänischen Gesundheitsminister Magnus Heunicke.

Per Definition muss eine Krankheit, die „kritisch für die Gesellschaft“ ist, grundlegend das Potenzial haben, die Gesundheitsversorgung zu gefährden. Unter Berufung auf diese Kategorisierung konnten die Regierungen vieler Länder Anti-Corona-Maßnahmen wie die Maskenpflicht oder Versammlungsverbote einführen. Dies fällt fortan in Dänemark weg.

Pandemie-Vorreiter Dänemark: Regierung setzt früh auf strengen Lockdown – und verzichtet bereits wieder auf Schutzmasken

Denn da die Kategorisierung wegfällt, entfallen auch einige Bestimmungen des dänischen Epidemiegesetzes. Die verbleibenden Corona-Regeln in Dänemark enden automatisch, da keine Rechtsgrundlage mehr bestehen würde, um diese aufrechtzuerhalten. Dies teilt das dänische Gesundheitsministerium mit.

Generell hat sich Dänemark seit Ausbruch der Corona-Pandemie immer wieder als Vorreiter erwiesen. Im März 2020 setze die dänische Regierung auf einen strengen Lockdown – und schritt ebenso voran, was Öffnungen betrifft. Kinder wurden in Dänemark länger in der Schule gelassen als in anderen Ländern, auf das Tragen einer Maske wurde bereits frühzeitig verzichtet. Als die Inzidenzwerte in Dänemark wieder stiegen, wurde zudem auf einen erneuten Lockdown verzichtet.

Dänischer Parlamentarismus als Pandemie-Erfolg: Corona-Maßnahmen werden kollektiv von Regierung und Opposition beschlossen

Auch, wenn Kritiker Dänemark immer wieder attestierten, im Vorgehen sehr riskant zu agieren – viele Umsetzungen, aber auch Aufhebungen haben erfolgreich funktioniert. Eine tragende Säule der Corona-Politik Dänemarks ist das Grundvertrauen der Bevölkerung in ihren Staat und dessen Institutionen.

Während sich beispielsweise in Deutschland immer wieder lautstark Impfkritiker äußern und zu Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen aufrufen, finden sich solche Impfgegner in den skandinavischen Ländern nur vereinzelt. Das dänische Regierungssystem des Parlamentarismus faßt Fuß auf Grundlage der Zusammenarbeit zwischen Regierung und Opposition.

Dänemark glänzt mit seinem Umgang mit der Corona-Pandemie – und schockiert mit Einwanderer-Politik

Heißt konkret: Mussten elementar wichtige Corona-Entscheidungen getroffen werden, zogen die unterschiedlichen Parteien in Dänemark kollektiv an einem Strang. Ein Vorgehen, das sich im deutschen Föderalismus bekanntlich nicht wiedergefunden hat. Somit bleibt Dänemark der Vorreiter, speziell im politischen Zusammenspiel seiner Entscheidungsträger, die Corona-Maßnahmen einvernehmlich treffen.

Negativ fällt Dänemark hingegen mit seiner Einwanderer-Politik auf – das zeigen nicht zuletzt strittige Aussagen der Entscheidungsträger. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

(Artikel aktualisiert am 09. September 2021 um 10:45 Uhr)

Rubriklistenbild: © Michal Fludra/imago images & Olaf Schuelke/imago images

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