Demo in Rom

„Grüner Pass“ in Italien: Corona-Demonstration artet in Rom in Gewaltakt aus

Gewaltausbrüche in Italien: Wegen der Corona-Politik und des „Grünen Pass“ gehen Tausende auf die Straße. Die Polizei reagiert mit Wasserwerfern und Schlagstöcken.

Rom – Die Einführung des „Grünen Pass“ sorgt in Italien weiter für Unruhe. Bei Demonstrationen in Rom gegen den Corona-Gesundheitspass kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Protestlern und der Polizei. Insgesamt hatten sich mehrere Tausend Menschen auf den Straßen der italienischen Hauptstadt versammelt, um die Corona-Politik der Regierung um Ministerpräsident Mario Draghi anzuprangern.

Hauptstadt Italien:Rom
Fläche: 1.285 km²
Bürgermeisterin:Virginia Raggi
Bevölkerung:2,873 Millionen (2017)

Auf der Route der Demonstrierenden kam zu mehreren Vorfällen mit den Einsatzkräften. Diese sahen sich gezwungen, Wasserwerfer und Schlagstöcke einzusetzen, um der Situation „Herr zu werden“.

Corona in Italien: „Grüner Pass“ ab 15. Oktober für Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst und Privatunternehmen verpflichtend

Hintergrund der Demonstration ist die verpflichtende Vorlage eines „Grünen Pass“ für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst sowie in privaten Unternehmen ab dem 15. Oktober. Wer im Kampf gegen Corona in Italien nicht vollgeimpft gegen Covid-19 ist, muss entweder eine Teilimpfung, eine Genesung innerhalb der letzten sechs Monate oder ein negatives Testergebnis vorweisen.

Die empörung ist auch deshalb so groß, weil auf Nicht-Geimpfte ein großer Kostenaufwand zukommt, da die Corona-Tests im Land schon lange nicht mehr kostenlos sind. Zudem kommt, dass in kleineren Städten und Dörfern, der Weg zu einem Testzentrum mit großem Aufwand verbunden ist, da die Bürgerinnen und Bürger auch nicht einfach mit dem Zug oder Bus zu einem Corona-Schnelltest fahren können. Denn auch im öffentlichen Nahverkehr herrscht bereits eine Testpflicht.

Protest gegen Corona-Politik und „Grünen Pass“ in Italien: Demonstranten wollen wegen des Corona-Gesundheitspasses Amtssitz von Ministerpräsident Draghi zu stürmen

Auf Videos war zu erkennen, wie Demonstrierende versuchten, Absperrungen zu durchbrechen und mit Stühlen und Knallbomben warfen, um ihrem Unmut gegen den Corona-Gesundheitspass Nachdruck zu verleihen. Nach übereinstimmenden Medienberichten wollten die Protestierenden in den Amtssitz von Ministerpräsident Draghi, den Chigi-Palast, eindringen. Nach Informationen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sei mindestens eine Person bei dem Protest gegen den „Grünen Pass“ verletzt worden.

Rom: Protestteilnehmer und Polizisten stoßen während einer Demonstration gegen den Corona-Gesundheitspass aufeinander. Italienische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im öffentlichen und privaten Sektor müssen ab dem 15. Oktober einen Gesundheitspass vorweisen, um ihren Arbeitsplatz zu betreten.

Demonstration gegen „Grünen Pass“ in Italien: Protestierende stürmen Sitz der italienischen Gewerkschaft (CGIL) – Attacken auf Polizisten mit Stöcken und Fahnenstangen

Wenig später hatten es die Protestierenden dann auf den Sitz der größten italienischen Gewerkschaft CGIL abgesehen, wo der Protest gegen die Einführung des „Grünen Pass“ in Italien eskalierte. Amateuraufnahmen hielten fest, wie die Demonstrierenden Wachleute und Polizisten mit Stöcken und Fahnenstangen attackierten, um ins Gebäude einzudringen. CGIL-Generalsekretär Maurizio Landini ließ kein gutes Haar an den Demonstrierenden und bezeichnete die Attacke als einen „organisierten Akt faschistischer Gewalt, einen Angriff auf die Demokratie und auf die ganze Arbeitswelt, den wir abwehren werden. Niemand darf glauben, unser Land in die Faschistenzeit zurückstoßen zu können.“

Auch Ministerpräsident Draghi verurteilte die Gewalt auf den Straßen. Gewerkschaften seien Garanten der Demokratie und Rechte der Arbeiter und jeder Versuch der Einschüchterung sei hart zu ahnden, erklärte Draghi.

Inzidenz in Italien: Corona-Zahlen und Covid-19-Neuinfektionen rückläufig

Bei allen Diskussionen um den Corona-Gesundheitspass (Grünen Pass) befindet sich die Inzidenz in Italien weiterhin auf dem absteigenden Ast. Seit dem 1. September 2021 (74,1) befinden sich die Corona-Zahlen im stetigen Fall. Am 10. Oktober 2021 beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz 31,4. Insgesamt ist die Rede von 2.747 Covid-19-Neuinfektionen und 46 neuen Todesfällen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2.

Die Infektionsrate befindet sich bei 7,78 Prozent. Die Rate der vollständig Geimpften ist derweil bei knapp 69 Prozent. Insgesamt also auch bei allen Ausschreitungen gegen den Grünen Pass eigentlich gute Nachrichten. Vielleicht auch für Reisende, die es mit ungeimpften Kinder in den Herbstferien 2021 in den Urlaub zieht und das Einreiseformular für Italien richtig ausfüllen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © dpa | Mauro Scrobogna

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