Wird es ungemütlich?

Corona in Griechenland: Regierung bitte Ungeimpfte ordentlich zur Kasse

Impfprämien haben nichts geholfen. Griechenlands Premierminister setzt auf eine Geldstraße für Ungeimpfte, um dem Corona beizukommen. Vorbild für Deutschland?

Athen/Berlin – Für Ungeimpfte wird es in Griechenland richtig ungemütlich. Besonders eine Altersgruppe unter den Ungeimpften ist dem griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis infolge der Corona-Pandemie ein Dorn im Auge. Dabei will der griechische Regierungschef ab 17. Januar 2022 dort ansetzen, wo es seiner Ansicht nach am meisten wehtut: an den Geldbeutel. Ein Vorstoß, den der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer bereits am Mittwoch, 12. Januar 2022, bei der Politk-Talkrunde von Sandra Maischberger erneut auf den Tisch legte.

Doch während die Geldstraße in Griechenland für Ungeimpfte noch verhältnismäßig günstig anmutet, gleicht die Forderung von Palmer über eine Strafe von 5000 Euro doch vielmehr einer Schock-Nachricht für Ungeimpfte in Deutschland. Aber wie realistisch ist diese Forderung überhaupt und müssen sich Ungeimpfte in Deutschland wirklich warm anziehen?

Geldstrafe für Ungeimpfte in Griechenland: Premierminister Mitsotakis will einer Altersgruppe mit monatlichem Bußgeld an den Kragen

Bisher bezieht sich die Geldstrafe für Ungeimpfte in Griechenland aber allein auf eine Altersgruppe. Denn der Regierungschef hat vor allem über 60-Jährige ins Auge gefasst, die er mit einem monatlichen Bußgeld von 100 Euro belegen will. Dies gab Premierminister Kyriakos Mitsotakis in einem Interview am Donnerstagabend, 13. Januar 2022, beim TV-Sender ANT1 bekannt – und zeigte auch gleich die Lösung des Problems auf.

Der Ausweg sei einfach: „Du lässt Dich impfen und zahlst keine Strafe“, erklärte Mitsotakis gegenüber dem griechischen TV-Sender ANT1 auf die Frage, ob er sich bewusst sei, wie hart die Strafe für viele griechische Rentner sei.

Corona in Griechenland: Geldstrafe war bereits seit November 2021 angekündigt – Bußgeld soll Krankenhäusern zugutekommen

Die Maßnahme war bereits im November 2021 in Umlauf gebracht worden, um Corona in Griechenland den Kampf anzusagen. „Seither sind nun fast 90 Prozent der über 60-Jährigen geimpft“, erklärte der Griechenlands Regierungschef Mitsotakis. Demnach wird von Montag an die staatliche Sozialversicherung die Daten Ungeimpfter an das Finanzamt weiterleiten, sodass diese die monatlichen Strafzahlungen von 100 Euro von den ungeimpften Rentnern einziehen können. Das Geld soll den Krankenhäusern des Landes zukommen.

Ob sich der Schachzug der griechischen Regierung auch wirklich auszahlt, wird sich noch zeigen müssen, da Griechenland auch unter dem Corona-Joch zu leiden hat. Am 14. Januar verzeichneten die Griechen immerhin eine Corona-Inzidenz von astronomischen 1840,3. Längst nicht der höchste Wert seit Beginn der Corona-Pandemie, da die Sieben-Tage-Inzidenz in Griechenland vor einer Woche, am 7. Januar 2022, bei 2445,3 gelegen hatte.

Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) fordert astronomische Geldstrafen für Ungeimpfte in Deutschland und Impfpflicht für Risikogruppen über 60

Während sich die Geldstrafe von 100 Euro monatlich auf Griechenlands Rentner bezieht, fordert Grünen-Politiker und Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer gleich den Corona-Rundumschlag für Ungeimpfte in der Polit-Talkshow von Sandra Maischberger. Nach der Ansicht des „Enfant Terrible“ der Grünen hätte man „alles getan“, um die Menschen von einer Impfung zu überzeugen. Die Argumente und Vorteile würden „alle auf dem Tisch liegen“, weshalb eine Impfpflicht wohl der einzig richtige Ausweg aus der Corona-Misere ist.

Corona: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen) und der Ministerpräsident von Griechenland, Kyriakos Mitsotakis, fordern harte Strafen für Ungeimpfte. (kreiszeitung.de-Montage)

Dennoch stellte der Grünen-Politiker Palmer auch klar, dass sich seine Aussagen über eine Impfpflicht nur auf die Risikogruppen der Über-60-Jährigen beziehen. Im Gegensatz zu vielen Vertretern der Politik sowie Bundeskanzler Olaf Scholz, der sich für eine generelle Impfpflicht ab 18 Jahren starkmacht, hält Palmer ebenso wie der Stiko-Chef den Schritt hin zu einer generellen Impfpflicht für den falschen Weg. Dennoch gibt der Grünen-Oberbürgermeister bei Maischberger zu bedenken, dass eine Immunisierung durch die Impfpflicht verhindern würde, dass weitreichende Eingriffe wie etwa Schul- oder Betriebsschließungen erneut zum Thema in der Bundesrepublik würden.

Geldstrafen für Ungeimpfte: Grünen-Politiker Boris Palmer bringt Bußgeld von „5000 Euro“ ins Spiel – FDP-Politikerin Linda Teuteberg hält dagegen

Zum Ende der Argumentationskette legte der Grünen-Politiker Boris Palmer dann auch nackte Zahlen bei seiner Forderung nach einer Geldstrafe für Ungeimpfte auf den Tisch. „Wenn die Leute wüssten, es kostet 5000 Euro, ungeimpft zu sein (...), dann hätten wir 98 Prozent Impfquote“, fällt die Prognose des Tübinger Oberbürgermeisters bei Maischberger aus. „Und mit 98 Prozent ist man zufrieden“, fiel Palmers Urteil weiter aus.

Die Aussagen von Palmer riefen Maischbergers anderen Gast auf den Plan. Die FDP-Politikerin Linda Teuteberg ließ sich bei diesem Punkt nicht zweimal bitten und wies darauf hin, dass mit einer solchen Maßnahme noch mehr Trotz und Widerstand erzeugt werde. Ein durchaus valider Punkt, wenn man bedenkt, wie groß der Widerstand gegen die Corona-Politik nicht nur in Niedersachsen bereits in den vergangenen Wochen und Monaten vor der Omikron-Welle war. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Aristidis Vafeiadakis/Marijan Murat/Bodo Marks/dpa

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