Windböen mit bis zu 140 km/h

Zyklon Daniel verursacht Unwetterwarnung im Norden – leichte Sturmflut erwartet

Norddeutschland sieht sich mit dem Zyklon Daniel konfrontiert. Das Sturmtief sorgt für heftige Böen an Nord- und Ostsee. Offizielle Unwetterwarnung schon verkündet.

Berlin – Winterliches Wetter musste in weiten Deutschlands bisher vergeblich gesucht werden. Vielmehr ist es der Regen, der die Republik fest im Griff hat. Das soll sich jedoch schon ab Mittwoch, 1. Dezember 2021, ändern. Pünktlich zum Weihnachtsmonat wird es vor allem an der Nordsee stürmisch. Ein enormer Zyklon vertreibt dabei die warme Luft und könnte letztendlich für Wetter sorgen, das eher dem Winter denn dem Herbst entspricht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) muss gar eine Unwetterwarnung aussprechen.

Behörde:Deutscher Wetterdienst
Hauptsitz:Offenbach am Main
Gründung:1952
Staatliche Ebene:Bund
Aufsichtsbehörde:Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Behördenleitung:Gerhard Adrian; (Präsident, Vorsitzender; des Vorstands und Vorstandssprecher); Renate Hagedorn

Sturmtief Daniel rast auf Deutschlands Norden zu: Deutscher Wetterdienst (DWD) erwartet Orkanböen von bis zu 140 km/h

Generell nimmt der Wind im Norden bereits am Mittwochmorgen an Fahrt auf. Im Binnenland sind Sturmböen bis zu 100 km/h zu erwarten, die Windspitzen an der Nordsee erreichen am Nachmittag sogar bis zu 140 km/h. Besagter Wind kommt dabei aus dem Norden und trifft die Deutsche Küste, wie es vom DWD heißt.

Der Zyklon Daniel fegt über Norddeutschland hinweg. Für den Abend vom 1. Dezember 2021 droht an der Nordseeküste gar eine leichte Sturmflut. (Archivbild)

Vor allem in Ostfriesland seien Orkanböen von bis zu 120 km/h zu erwarten. Im Zuge dessen wird das Wasser sowohl in die Ems- als auch in die Wesermündung gedrückt. Damit steigt tendenziell die Gefahr einer Sturmflut. Doch sei das Tief Daniel* wohl zu schnell und würde so schnell weiterziehen, dass das Wasser mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf Sturmflutniveau steigen kann.

Wetterprognose: Kommt nun der Winter? Tief Daniel zapft Kaltluft aus Skandinavien an – und könnte bis zu zehn Zentimeter Neuschnee bringen

Bis zum Abend des 1. Dezembers zieht das Tief Daniel in die Ostsee. Auch hier sei laut Wetterprognose mit Orkanböen zu rechnen, die Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h aufweisen können. Dies betrifft vor allem die holsteinische Küste von Kiel bis Fehmarn und im weiteren Verlauf auch Mecklenburg-Vorpommern. Hier werden jedoch etwas geringere Windgeschwindigkeiten erwartet.

Nichtsdestotrotz hat der Deutscher Wetterdienst für die Zeit von 14:00 bis voraussichtlich 23:00 Uhr eine Unwetterwarnung herausgegeben. Präventiv, um sich auf etwaige Auswirungen von Tief Daniel einstellen zu können.

Tief Daniel bringt jedoch nicht nur reichlich Wind mit sich, sondern kann auch Kaltluft aus Skandinavien anzapfen. Über die Ostsee wird diese kalte Luft nach Mecklenburg-Vorpommern und dann ins nördliche Brandenburg geführt. Die mögliche, daraus resultierende Konsequenz: bis zu zehn Zentimeter Neuschnee*.

Wetterprognose für den Abend: Küsten- und Naturschutz rechnet mit leichter Sturmflut an der Nordseeküste

Heißt konkret: nach einem nur kurzen Warmlufteinschub kommt der Winter zurück – oder zeigt sich 2021 zum ersten Mal. Alles eine Frage der Betrachtungsweise, die sich auch an der Großwetterlage festmacht. Ein massiver Kälteeinbruch wurde bereits durch den abgedrängten Polarwirbel ausgelöst.

Was ist ein Zyklon und worin liegt der Unterschied zu einem Orkan?

Als Zyklone werden tropische Wirbelstürme bezeichnet. Der konkrete Begriff leitet sich vom griechischen Wort „kýklos“ ab, das sich mit „Kreis“ oder „Ring“ übersetzen lässt. Damit spielt der Begriff auf den großen Wolkenwirbel eines Zyklons ab. Orkane wiederum sind besonders starke Stürme mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 118 km/h. Zum Vergleich: Damit ein Sturm als Zyklon klassifiziert werden kann, muss dieser mindestens 119 km/h erreichen.

Die Gefahr hinsichtlich einer leichten Sturmflut an der niedersächsischen Sturmküste kann jedoch auch nicht ausgeschlossen. Laut dem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) kann das Abendhochwasser um einen bis eineinviertel Meter Höhe auflaufen als das mittlere Tidehochwasser.

Dies hätte zur Folge, dass Strände, Vorländer und Hafenflächen überflutet werden könnten. Doch seien leichte Sturmfluten, wie sie durch Zyklon Daniel entstehen könnten, in der Regel keine größere Herausforderung für die entsprechenden Küstenschutzbauwerke.

Wettervorhersage: Britische Inseln eiskalt von Schneesturm erwischt worden – Deutschland könnte am ersten Dezember-Wochenende dran sein

Wie aber kommt das Tief Daniel eigentlich zustande? Das Tiefdruckgebiet wurde bereits am Dienstag, 30. November, vom Jetstream sozusagen angeschoben. Dadurch kann sich überhaupt erst so ein intensives Tiefdruckgebiet entwickeln, als das Tief Daniel aus meteorologischer Sicht zu bezeichnen ist.

Auf der Rückseite von Tief Daniel dreht sich der Wind wieder auf nördliche Richtungen. Damit ist der Weg frei für kalte Luftmassen aus dem Norden. Damit jedoch nicht genug. Als der „Jet“ ein paar Tage zuvor aus dem Norden kam, wurden die Britischen Inseln eiskalt von einem Schneesturm erwischt.

Ein Szenario, das sich von Freitag, 3. Dezember, auf Samstag, 4. Dezember, wiederholen könnte. Nur ist der Sturm dieses Mal ein paar hundert Kilometer weiter südlich angesiedelt. Für England bedeutet das Sturm und Regen – und für Deutschland wird reichlich Schnee prognostiziert.

Laut Wetter-Experte Dominik Jung besorgt wegen Sturmtief Daniel: „Orkan-Tief Daniel haut rein“

Auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung hatte sich bereits zum Sturmtief geäußert – und bezieht sich vor allem auf die nördlichen Bundesländer. „Da kommt morgen ein Nachzügler und der entwickelt sich prächtig. Orkan-Tief Daniel haut rein. Ab dem Vormittag bis zum späten Nachmittag. Schwerer Orkan um die Küsten mit bis zu 110 km/h in Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern“, heißt es von Jung gegenüber der „Bild“.

Das geht derzeit irgendwie in den ganzen Wetterberichten etwas unter. Könnte heftig werden.

Diplom-Meteorologe Domink Jung spricht über die Intensität von Sturmtief Daniel

In diesem Kontext spricht Dominik Jung von einer sogenannten „Shapiro-Keyser-Zyklone“. Hiermit ist ein Tief gemeint, bei dem die Kalt- die Warmfront nicht erreicht. Zwischen diesen beiden Fronten würde sich dann ein „Sting-Jet“ bilden. Ein Bereich, der am Erdboden erheblich heftige Böen entwickeln kann – Schadenspotential inklusive. Stürmische, aber auch kalte Zeiten für den Norden Deutschlands auf dem Wetterprogramm. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Transparenzhinweis: Dieser Text wurde am 1. Dezember 2021 um 14:53 Uhr aktualisiert.

Rubriklistenbild: © Bodo Marks/dpa

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