Zwölf Jahre Haft für Missbrauch im Weinberg

Mainz - Der Mann, der ein siebenjähriges Mädchen nachts entführt, es in den Weinbergen vergewaltigt und später wieder nach Hause gebracht hat, muss für zwölf Jahre in Haft.

Er entführte ein siebenjähriges Mädchen nachts aus dem Elternhaus, vergewaltigte es in einem Weinberg und brachte das verletzte Kind dann unbemerkt zurück: Für diese Taten hat das Landgericht Mainz am Dienstag einen 27-Jährigen zu zwölf Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. “Diese Tat zwingt dazu, den Strafrahmen nach Möglichkeit auszuschöpfen und dafür zu sorgen, dass sich so etwas im Interesse der Allgemeinheit nicht wiederholt“, sagte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz.

Bei der Tat, die sich in der Nacht des 16. Juli 2009 in Nieder-Olm ereignete, hatte der geständige Täter das Kind mit Hepatitis C angesteckt. Die Richter verurteilten ihn wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes und gefährlicher Körperverletzung. Der Angeklagte hatte teils unter Ausschluss der Öffentlichkeit gestanden, dass er in das Haus in seiner Nachbarschaft einbrechen wollte und zu diesem Zweck durch ein Fenster stieg.

Vor dem Bett des späteren Opfers seien in ihm Fantasien, in denen er Kinder zum Sex zwinge, hochgekommen. Er packte die Siebenjährige und schleppte sie in einen nahe gelegenen Weinberg, wo er sich massiv an dem Mädchen verging, ehe er das schwer verletzte Kind wieder nach Hause brachte. Die schlafenden Eltern bemerkten nichts von der Tat. Der Mann war einen Tag nach der Vergewaltigung festgenommen worden und saß seitdem in Untersuchungshaft. DNA-Spuren am Tatort hatten die Fahnder zu ihm geführt.

Gutachter: Weitere Straftaten wahrscheinlich

Ein Gutachter hatte in dem Prozess eine Sicherungsverwahrung für den 27-Jährigen empfohlen. Er setze seine Bedürfnisse rücksichtslos gegen andere durch, weitere Straftaten seien wahrscheinlich. “Dies ist ein unvergleichbarer Fall, wie ihn selbst die behandelnden Ärzte noch nie gesehen haben“, fasste der Richter zusammen. Wegen der Verletzungen hatte das Mädchen stundenlang operiert werden müssen. Welche körperlichen und seelischen Folgen die Tat noch haben wird, ist laut Gericht nicht abzuschätzen. Mit dem Urteil entsprach das Gericht den Forderungen der Staatsanwaltschaft.

Das Geständnis und die Tatsache, dass der 27- Jährige das Kind wieder nach Hause gebracht hatte, führten zur Milderung bei der Länge der Haftstrafe. Der Verteidiger hatte dafür plädiert, den Mann weniger als zehn Jahre ins Gefängnis zu schicken. Bei einer Sicherungsverwahrung bleibt der Täter auf unabsehbare Zeit im Gefängnis. Voraussetzung ist, dass er sonst mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut schwere Verbrechen begehen würde. Mit der Maßnahme soll die Bevölkerung vor besonders gefährlichen Tätern geschützt werden. Die Sicherungsverwahrung muss alle zwei Jahre überprüft werden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

dpa

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