Familien-Streit artet aus

Mann sticht zwei Polizisten in Berlin nieder

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Der Rettungshubschrauber kam auch zum Einsatz.

Berlin - Immer wieder werden Polizisten im Dienst attackiert. Jetzt traf es zwei Beamte an einer Wohnungstür in Berlin. Sie kamen ins Krankenhaus, der Angreifer wurde überwältigt.

Zwei Polizisten sind während eines Einsatzes gegen häusliche Gewalt in Berlin niedergestochen und schwer verletzt worden. Ein Mann attackierte sie nach Polizeiangaben am Donnerstag an der Wohnungstür in einem Wohnblock im Bezirk Mitte. Der Angreifer sei überwältigt worden.

Ein Polizist wurde an der Schulter und sein Kollege am Rücken verletzt. Zunächst hieß es, dass der Täter mit einer Schere angriff. Später teilte die Polizei mit, dass nicht restlos geklärt werden könne, womit er zugestochen hat.

Vier Beamte kamen demnach am Nachmittag zur Wohnung in der sechsten Etage, nachdem Angehörige des Täters die Polizei gerufen hatten. Der Mann, der wegen früherer Gewaltdelikte der Polizei bekannt ist, attackierte sie so plötzlich an der Tür, dass sie den Angriff nicht rechtzeitig abwehren konnten. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen.

Zwei Beamte überwältigten den Mann, die verletzten Polizisten kamen ins Krankenhaus. Einer von ihnen konnte die Klinik wieder verlassen, wie die Polizei am Abend mitteilte. Vermutlich sei auch eine Familienangehörige verletzt worden, hieß es.

Polizei sperrt Zugänge ab

Kurz nach Bekanntwerden der Nachricht wurden die Zugänge zu dem Hinterhof, in dem die Wohnung lag, mit rotweißem Flatterband abgesperrt. Anwohner, die nach Hause wollten, mussten sich ausweisen. Ein Polizist half einem alten Ehepaar im Hausflur, damit sie keine Spuren verwischten. Im Gebäude nebenan ist ein Hotel. Gäste reisten mit ihren Koffern an - viele zeigten sich beängstigt wegen des Bildes, das sich ihnen vor ihrer Ferienunterkunft bot. Zahlreiche Polizisten sicherten das Gebäude und ließen die Urlauber unter dem Absperrband hindurch.

Der Tatort am Heinrich-Heine-Platz liegt am Engelbecken an der Grenze zu Kreuzberg. Einsätze wegen häuslicher Gewalt gelten bei der Polizei als besonders gefährlich. Die Situation hinter der Wohnungstür ist nach Einschätzung von Sicherheitskräften oft unberechenbar und schwer einzuschätzen. Wenn auch noch Alkohol und Drogen im Spiel sind und sich mehrere Personen in der Wohnung aufhalten, entsteht schnell eine aufgeheizte Stimmung. Ein Polizeisprecher sagte, die Beamten fänden oft völlig irrational agierende Menschen vor.

Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden in Berlin im Jahr 2012 fast 16 000 Fälle häuslicher Gewalt registriert, etwas weniger als im Jahr davor.

dpa

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