Zugunglück bei Hordorf: Gefahren auf Strecke längst bekannt?

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Bei dem Zugunfall bei Hordorf waren zehn Menschen getötet und 43 weitere verletzt worden.

Magdeburg - Deutsche Bahn, Eisenbahnbundesamt und Bundesverkehrsministerium sollen seit 1997 von den Risiken auf der Strecke zwischen Magdeburg und Halberstadt gewusst haben.

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Das berichtete das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel“ am Samstag vorab. Nach einem Unglück im Juni 1996 in Nordthüringen wollte das Bundesverkehrsministerium laut “Spiegel“ die Bahnstrecken im Osten dringend mit punktförmiger Zugbeeinflussung (PZB) ausrüsten, die Züge beim Überfahren von Haltesignalen automatisch stoppt.

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Die Bahn habe sich im Oktober 2000 verpflichtet, 1.500 Kilometer Haupt- und 10.000 Kilometer Nebenstrecke mit dem System auszurüsten. Der Bahn war laut Bericht bewusst, dass die Strecke “durch eine Ereignishäufung gekennzeichnet“ sei. Der PZB-Einbau müsse “bis spätestens Ende 2008 erfolgen“, soll es in einem Vermerk heißen.

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Die Kosten für die Ausrüstung der 52 Kilometer langen Strecke Halberstadt - Magdeburg hätten 533.000 Euro betragen. Das Eisenbahnbundesamt habe das Geld für die Ausrüstung der Strecke mit PZB lange nicht bewilligt. Zwei Monate, nachdem die Gesamtkonzeption der Bahn vorgelegen habe, sei die Genehmigung erteilt worden.

Bei dem Zugunfall bei Hordorf in der Nähe von Oschersleben waren am vergangenen Wochenende zehn Menschen getötet und 43 weitere verletzt worden.

Bahn weist Vorwürfe zurück

Die Deutsche Bahn AG wies den Bericht am Samstag zurück. Die Bahn habe seit Ende der 1990er Jahre mehrere Tausend Streckenkilometer vor allem in den neuen Bundesländern mit der PZB ausgerüstet, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Samstag. Das Streckennetz der Deutschen Bahn entspreche damit vollständig den gesetzlichen Anforderungen. In Ostdeutschland sind laut Bahn nun insgesamt rund 6 600 Kilometer mit dem zusätzlichen Sicherungssystem ausgestattet.

Solche Vorkehrungen fehlten allerdings an der Unglückstelle zwischen Magdeburg und Halberstadt. Vorgeschrieben ist das System nämlich nur auf Strecken, bei denen eine Höchstgeschwindigkeit über 100 Kilometer pro Stunde zugelassen ist. Dies ist dort nicht der Fall.

Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) betonte, dass der Zugunfall bei Hordorf auf dieser Strecke mit zehn Toten nicht auf das Versagen der Deutschen Bahn zurückgeht.

dapd/dpa

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