Ab Freitag bundesweite Streiks in Kitas und Sozialeinrichtungen

+
Die Erzieherinnen in Deutschland gehen in Streik. (Archivbild von 2008)

Berlin - In Kindertagesstätten Sozial- und Jugendämtern wird von diesem Freitag an gestreikt.

Die Gewerkschaften ver.di und GEW wollen mit den unbefristeten Arbeitsniederlegungen einen tarifvertraglich geregelten Gesundheitsschutz von 220 000 bei Kommunen angestellten Erziehern und Sozialarbeitern durchsetzen. In einer Urabstimmung votierten 89,9 Prozent ihrer Mitglieder für den Arbeitskampf, wie ver.di am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hatte die Verhandlungen mit den Arbeitgebern am 30. April für gescheitert erklärt. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft ihre Mitglieder in städtischen Einrichtungen des Sozial- und Erziehungsdienstes ab Freitag bundesweit zu Streiks auf. Fast 93 Prozent der Mitglieder sprachen sich in einer Urabstimmung dafür aus, die Arbeitgeber damit zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag für den betrieblichen Gesundheitsschutz zu zwingen.

Die Beschäftigten würden sich nicht länger von den Arbeitgebern hinhalten lassen, die die Verhandlungen immer wieder verzögert und damit den Streik provoziert hätten, erklärte ver.di- Bundesvorstandsmitglied Achim Meerkamp.

Die Arbeitsniederlegungen sollen nach Gewerkschaftsangaben zunächst in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Hessen und Bremen beginnen.,Besonders betroffen seien Dortmund, Duisburg, Mainz, Kiel und Kassel. Am 18. und 19. Mai würde auch in Bayern, in Baden-Württemberg, in Niedersachsen und im Saarland gestreikt werden. Schwerpunkte seien hier insbesondere München, Nürnberg, Stuttgart, Mannheim, Hannover und Saarbrücken. In Frankfurt am Main sei für den 19. Mai eine große Kundgebung geplant.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte den Gewerkschaften Verwantwortungslosigkeit vorgeworfen. Aus ihrer Sicht ist die Forderung nach besserem Gesundheitsschutz vorgeschoben, um Forderungen nach einem neuen Bezahlungssystem und mehr Geld Nachdruck zu verleihen. Bis 2011 gelte noch der Tarifvertrag und damit die Friedenspflicht.

Der Berufsstand der Erzieher müsse endlich aufgewertet werden, hatte ver.di-Chef Frank Bsirske zuvor gesagt. An den Eltern liege es, mit Druck auf die kommunalen Arbeitgeber zu machen, damit ein tragfähiges Ergebnis komme. “Wir fordern angemessene Bezahlung für alle. Sie müssen gesund ihre Arbeit auch die nächsten Jahrzehnte machen können.“ In der vergangenen Woche hatten ver.di und die GEW bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen. Zahlreiche Kindergärten blieben für Stunden oder sogar den ganzen Tag geschlossen.

Werder-Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwoch

Textilien im Rausch der Individualisierung

Textilien im Rausch der Individualisierung

Die EU erwartet nach Mays Brexit-Rede harte Verhandlungen

Die EU erwartet nach Mays Brexit-Rede harte Verhandlungen

"Es wird pompös" - Fashion Week startet durch

"Es wird pompös" - Fashion Week startet durch

Meistgelesene Artikel

Schülerin stirbt auf Klassenfahrt: Das war die Todesursache

Schülerin stirbt auf Klassenfahrt: Das war die Todesursache

„Hamburgs unübersehbares Zeichen“: Die Elbphilharmonie ist eröffnet

„Hamburgs unübersehbares Zeichen“: Die Elbphilharmonie ist eröffnet

Kluger Köder: Mädchen überführt Grapscher

Kluger Köder: Mädchen überführt Grapscher

Schneechaos und Unfälle: Sturmtief „Egon“ zieht über Deutschland

Schneechaos und Unfälle: Sturmtief „Egon“ zieht über Deutschland

Kommentare