Drastischer Anstieg der Arbeitslosigkeit befürchtet

München - Die Agentur für Arbeit erwartet einen rasanten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Bayern. Ab Sommer wird die Zahl der Arbeitslosen voraussichtlich kontinuierlich klettern - möglicherweise auf 9 Prozent.

Der Höhepunkt werde wahrscheinlich im Februar/März 2010 erreicht, sagte Rainer Bomba, der Chef der Arbeitsagentur in Bayern. “Die Krise wird kommen, sie wird auch Bayern treffen.“

Zumindest soll der traurige Nachkriegsrekord des Februar 2005 mit einer Arbeitslosenquote von 9,1 Prozent und 600.000 Menschen ohne Job nicht überschritten werden. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will angesichts der sinkenden Zahl von Lehrstellenbewerbern die Jugendarbeitslosigkeit in Bayern innerhalb von drei Jahren endgültig besiegen.

Derzeit sind 5,1 Prozent der Bayern arbeitslos. Ein Anstieg auf knapp unter neun Prozent wäre somit fast eine Verdopplung. Bomba nannte aber keine konkreten Zahlen. “Es wird erheblich steigen“, sagte er nach der Kabinettssitzung, an der er als Gast teilnahm. Bomba lobte sich selbst und erklärte, die Arbeitsagentur habe ein “fast schon brillantes Krisenmanagement“. Zur Bekämpfung der Krise will die Agentur einerseits geeignete Bewerber für die derzeit noch 55 000 offenen Stellen in Bayern finden. Bomba hob die Anstrengungen der Agentur für Kurzarbeit und Qualifizierungsmaßnahmen hervor. Künftigen Arbeitslosen stellte Bomba außerdem in Aussicht, sie von der Agentur “profilen“ zu lassen und ihre Stärken und Schwächen zu analysieren. Bomba versprach außerdem, das Arbeitslosengeld pünktlich zahlen zu lassen.

Bei der Beseitigung der Jugendarbeitslosigkeit in Bayern kommt der Agentur und der Staatsregierung die stetig sinkende Zahl junger Menschen entgegen. “Nach der Krise werden wir jede Hand brauchen“, sagte Bomba. 2008 gab es erstmals ein rechnerisches Überangebot von Lehrstellen. Das Problem Jugendarbeitslosigkeit wird sich nach Bombas Angaben aber nicht von allein lösen, da es viele Jugendliche gibt, die erst mühsam auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden müssen. “Wir brauchen Sozialarbeiter, die morgens hingehen und sie aus dem Bett holen.“

Seehofer betonte, dass ein besonderer Schwerpunkt in den nächsten Wochen und Monaten die Sicherung des Lehrstellenmarkts in Bayern sein soll. Die Einzelheiten sollen Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) und die Agentur aushandeln.

dpa

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