Demjanjuks Mittagessen: Muschelsuppe und Leberkäse

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Ein Kameramann vor dem Tor des Gefängnisses, in dem Demjanjuk inhaftiert ist.

München - Seit Dienstagmittag ist der ehemalige KZ-Aufseher John Demjanjuk im Münchner Gefängnis Stadelheim inhaftiert. Er muss seine Zelle teilen - und zum Mittagessen gab es bayerische Küche.

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Am Montag war Demjanjuk aus seinem Haus in Seven Hill in Ohio mit einem Krankenwagen abgeholt worden. Fotos zeigen Angehörige, die ihn mit einem Bettlaken vor den Kameras abschirmen, als er in den Wagen gebracht wird. In München untersuchte noch am Flughafen ein Landgerichtsarzt den 89-Jährigen, der nach Maulls Angaben an einer Nierenerkrankung und einer Vorstufe zur Leukämie sowie an Rheuma und Gicht leidet. Demjanjuks Zustand soll stabil sein. Allerdings wurde er auch in München nicht im Polizeiauto, sondern im Krankenwagen im Liegen nach Stadelheim gebracht.

In der Haftanstalt wird er nun zunächst eine gut 20 Quadratmeter große Zelle in der Pflegeabteilung mit einem Rollstuhlfahrer teilen, ein Pflegebett steht für ihn bereit. "Wir sind organisatorisch, ärztlich, pflegerisch und räumlich in der Lage, die Behandlung eines sehr alten und sehr kranken Menschen zu bewältigen", sagte der stellvertretende Leiter der JVA, Jochen Menzel. Der 89-Jährige bekomme leichte Diabeteskost. Seine erste Mahlzeit in Stadelheim: Muschelsuppe, dann Leberkäse mit Kartoffelbrei und Salat.

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In Stadelheim wurde Demjanjuk offiziell in Untersuchungshaft genommen. Dem 89-Jährigen sei der Haftbefehl eröffnet worden, teilte das Justizministerium mit. "Es geht um Beihilfe zum Mord in 29.000 Fällen. Das ist ein Vorwurf ungeheurer Verbrechen", erklärte Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU). Für die Verlesung des 21-seitigen Haftbefehls waren eigens Dolmetscherinnen für Englisch und Ukrainisch bestellt worden. Demjanjuk, der in der Krankenabteilung der JVA Stadelheim untergebracht ist, habe die halbstündige Verlesung des Textes im Liegen verfolgt.

Demjanjuks Münchner Anwalt Günther Maull warnt unterdessen vor einer möglichen Verhandlungsunfähigkeit seines Mandanten. "Wenn er doch auf Dauer nicht verhandlungsfähig ist, muss das Verfahren eingestellt werden - und dann haben wir einen älteren Mitbürger dazugewonnen, den wir versorgen müssen." Dann müsse der Steuerzahler für Demjanjuk aufkommen. "Amerika nimmt ihn nicht zurück, und sonst nimmt ihn auch keiner. Er ist staatenlos, es will ihn keiner haben."

von Sabine Dobel

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