Explodierte Doppelhaushälfte: Überall war Benzin verschüttet

Krün - Die Explosion war gewollt: In der Doppelhaushälfte hat die Kripo überall ausgeschüttetes Benzin gefunden. Ob der Bewohner die Fragen zum Hintergrund jemals wird beantworten können, ist ungewiss.

Es ist der Tag danach: Die Glutnester sind erloschen, der Rauch hat sich gelichtet, aber der beißende Geruch erinnert noch an die Tragödie, die sich am Mittwoch in der Doppelhaushälfte in Krün (Kreis Garmisch-Partenkirchen) ereignet hat.

Beamte der Kripo Garmisch-Partenkirchen und Sachverständige des Landeskriminalamtes bahnen sich einen Weg durch das Chaos. An ihrer Seite ein Spürhund, der nach Hinweisen auf Sprengmittel und Brandbeschleunigern sucht. Sie suchen die Antowrt auf das Warum - warum der Gebäudeteil am Mittwochmorgen gegen 5 Uhr in die Luft flog, samt seines 57-jährigen Bewohners.

Und sie werden fündig: Großflächig wurde in dem Haus Benzin verschüttet, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Klar ist auch, dass kein technischer Defekt oder der Gas-Anschluss zur Detonation führte. Damit deutet vieles darauf hin, dass die Gerüchte stimmen. Bereits kurz nach der Tragödie wurden erste Überlegungen laut, dass der Bewohner sich aus Verzweiflung mit seinem Heim in die Luft jagte. Denn die Doppelhaushälfte sollte zwangsversteigert werden, gestern hätte der Mann seine Sachen packen und das Haus räumen müssen. Auch der Gerichtsvollzieher war bestellt. Als er vor den Trümmern steht, ist auch er fassungslos.

Was wirklich passierte und wie das Benzin explodierte, die Antworten kennt nur der Bewohner selbst. Er liegt mit lebensgefährlichen Verletzungen in der Unfallklinik Murnau. Nach Polizeiangaben befindet er sich "in einem kritischen Zustand". Ob er die großflächigen Brandverletzungen überlebt, ist unklar.

Die Menschen in dem idyllischen Tourismusort sind geschockt. Besonders betroffen sind die direkten Nachbarn. Sie mussten den zweiten Teil des Hauses der wie durch ein Wunder stehen blieb, verlassen. Die Gebäudehälfte wurde stark beschädigt, Teile der explodierten Hälfte stecken in der Holzverschalung auf Höhe des Obergeschosses. Zwar besteht laut Polizeiangaben keine Einsturzgefahr, aber ob und wann sie zurückkehren können, ist derzeit unklar.

Janine Tokarski

Rubriklistenbild: © dpad

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