Kassenärzte schlagen neues Tarifmodell vor

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Bei einer zweiten Tarifoption wäre nach Forderung der Kassenärzte zunächst ein Besuch beim Hausarzt verpflichtend.

Mainz - Mit einem neuen Tarifsystem in der Krankenversicherung wollen die Kassenärzte die medizinische Versorgung trotz wachsenden Spardrucks sichern.

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Neben dem bisherigen Tarif, der Versicherten grundsätzlich freien Zugang zu allen Ärzten ermöglicht, wäre bei einer zweiten Tarifoption zunächst ein Besuch beim Hausarzt verpflichtend, sagte der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ( KBV ), Andreas Köhler , am Montag in Mainz . Bei diesem Modell könne die Praxisgebühr wegfallen. Bei einem dritten Tarif, der sich vor allem für junge und gesunde Menschen lohnen könne, trete der Versicherte beim Arztbesuch wie Mitglieder von Privatkassen in Vorkasse und rechne dann mit der Krankenkasse ab.

Bei dem Hausarzt-Tarif müsse sich jedoch noch zeigen, ob dadurch Patientenströme gesteuert und teures “Doktorhopping“ vermieden werden könne, sagte Köhler. Auch der Bundesgesetzgeber sieht von diesem Sommer an ein Hausarztprogramm vor, bei dem jede Kasse ihren Versicherten ein entsprechendes Angebot bieten muss. Der Vorschlag der KBV habe den Vorteil, dass es sich um einen Kollektivvertrag handele, betonte Köhler. Die bisherigen Hausarztverträge wurden zwischen einzelnen Kassen und Medizinergruppen ausgehandelt.

Vier Monate vor der Bundestagswahl forderte der Verbandschef von der Politik eine Garantie für den Fortbestand des Solidarsystems im Gesundheitswesen. Die neue Regierung sollte zudem für die Beibehaltung der freien Arztwahl einstehen, sagte Köhler. “Es geht um nichts weniger als um den Erhalt und die Weiterentwicklung einer qualitativ hochwertigen, flächendeckenden Rund-um-die-Uhr-Versorgung gesetzlich Krankenversicherter in Deutschland .“

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund forderte wegen steigender Gesundheitskosten unter anderem eine staatlich geförderte private Zusatzkrankenversicherung nach dem Vorbild der “Riester-Rente“, wie deren Vorsitzender Rudolf Henke der “Financial Times Deutschland“ sagte. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt ( SPD ) versicherte in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: “Ich will die ambulante haus- und fachärztliche Versorgung erhalten.“

Am Dienstag beginnt in Mainz der 112. Deutsche Ärztetag (19.-22. Mai). Bei der gesundheitspolitischen Tagung soll es nach Angaben der Bundesärztekammer unter anderem um eine “bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung“ gehen. Zankäpfel zwischen Politik, Kassen und Ärzten sind derzeit unter anderem die Honorarreform und der Gesundheitsfonds.

dpa

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