Halbzeit beim Kirchentag - ein erste Bilanz

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Koch Ludwig Hauser versorgt die Kirchentagsbesucher mit Kaffee.

Bremen - Seit Mittwoch treffen sich zehn Tausende Gläubige in Bremen zum 32. Evangelischen Kirchentag. Eine erste Bilanz ist positiv.

Zur Halbzeit des 32. Deutschen Evangelischen Kirchentages wird am Freitag in Bremen Friedensnobelpreisträger Martti Ahtisaari erwartet. Der ehemalige finnische Staatspräsident will über Politik und Freiheit reden. Zum Thema Ökumene spricht auf dem Christentreffen der Pfarrer und Publizist Friedrich Schorlemmer.

Der am Mittwoch gestartete Kirchentag mit rund 100.000 Dauerteilnehmern läuft noch bis Sonntag. Altbundeskanzler Helmut Schmidt forderte am Donnerstagabend auf dem Kirchentag eine weltweite Bankenaufsicht. Überall gebe es allgemeingültige Verkehrsregeln - auf der Straße, auf dem Wasser und in der Luft. “Aber es gibt keine internationalen Regeln für den Kapitalverkehr“, kritisierte der 90 Jahre alte Sozialdemokrat bei einem Gespräch mit Weltbankchef Robert Zoellick zur Verantwortung in der globalen Krise auf dem Kirchentag in Bremen. Über die Einhaltung der Regeln müsse eine Behörde wachen. “Da muss eine neue Institution geschaffen werden“, sagte Schmidt.

Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering äußerte sich bei seinem Besuch in Bremen auch zur Bundespräsidentenwahl, deren Ausgang er für völlig offen hält. “Es ist knapp, mehr kann ich nicht sagen“, sagte er. “Das ist kein Wahlkampf üblicher Art.“ Aus Münteferings Sicht ist es aber gut, dass es bei der Wahl mehrere Kandidaten gibt. “Deshalb habe ich es sehr begrüßt, dass Gesine Schwan in diese Wahl eingestiegen ist und gesagt hat: Ich kann das auch.“ Schwan tritt für die Sozialdemokraten gegen Amtsinhaber Horst Köhler an.

Die Bundesversammlung wählt an diesem Samstag das Staatsoberhaupt für die kommenden fünf Jahre. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Herausforderer und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatten auf dem Kirchentag darauf gepocht, die Grundwerte Freiheit und Menschenwürde zu verteidigen. Merkel warnte davor, eine freiheitliche Gesellschaftsordnung als selbstverständlich zu betrachten. “Freiheit muss gelebt werden“, sagte die Kanzlerin. Steinmeier forderte, Menschenrechte und nicht die Interessen des eigenen Landes müssten den Kurs in der Außenpolitik vorgeben.

Kirchentagspräsidentin Karin von Welck sprach von einem gelungenen Auftakt des Glaubensfestes. Als roter Faden zeichne sich die Frage ab, wie jeder einzelne Verantwortung übernehmen könne für die Gestaltung von Welt und Gesellschaft. Neben den politischen Debatten finden religiöse Veranstaltungen großen Zulauf. Bereits am ersten Tag kamen rund 25.000 Menschen zu Bibelarbeiten. Positiv angenommen werde auch das Kinderzentrum und das bisher größte Jugendzentrum auf einem Kirchentag, hieß es.

dpa

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