Zeckenbiss einer Lehrerin ist ein Dienstunfall

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Der Zeckenbiss einer Lehrerin auf Klassenfahrt ist ein Dienstunfall.

Leipzig - Ein Zeckenbiss auf einer Klassenfahrt ist bei einer Lehrerin als Dienstunfall zu werten. Das hat das Bundesverwaltungsgericht nach fast achtjährigem Rechtsstreit in letzter Instanz entschieden.

Ein von einer Lehrerin während einer Pausenaufsicht erlittener Zeckenbiss mit anschließender Borrelioseerkrankung kann laut einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ausnahmsweise als Dienstunfall anerkannt werden. Voraussetzung dafür ist, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen den Dienstpflichten und dem Zeckenbiss gab, wie das Gericht am Donnerstag in Leipzig erklärte. Zudem müsse hinreichend genau festgestellt werden können, wann der Biss und damit die Infektion mit Borrelia-Bakterien erfolgt sei.

Den Richtern lag die Klage einer Soltauer Grundschullehrerin vor, die während eines Schullandheimaufenthalts von einer Zecke gebissen und dabei mit dem Borrelia-Bakterium infiziert worden war. Nachdem die Krankheit ausbrach, war die Frau zehn Monate lang krankgeschrieben. Während das Verwaltungsgericht ihr Recht gegeben hatte, war die Lehrerin vor dem Oberverwaltungsgericht unterlegen. Dort hieß es, es fehle am spezifischen Zusammenhang zum Dienst der Frau. Wie der Rechtsanwalt der Klägerin, Ralf Pagels, erläuterte, erlitt seine Mandantin den Zeckenbiss, als sie im Rahmen eines Schulprojekts mit Kindern dritter Klassen in einem Landheim in einer Waldgegend die Pausenaufsicht führte.

Da die Borrielose eine lange Inkubationszeit habe, brach die Krankheit erst ein Jahr nach dem Landheimaufenthalt aus. Dennoch konnte seine Mandantin auf den Tag genau sagen, wann und wo sich der Zeckenbiss ereignet hatte. Damit sei schon allein die formale Voraussetzung für die Anerkennung als Dienstunfall erfüllt. Dem hatte die Schulbehörde entgegengehalten, die “Beherrschbarkeit des Geschehens durch den Dienstherren“ sei nicht gegeben gewesen. Deshalb könne - anders als etwa bei Stürzen in Dienstgebäuden - kein Dienstunfall angenommen werden. Die Gefahr eines Zeckenbisses sei kein typisches Risiko des Lehrerberufs, vielmehr müsse ein Insektenbiss zum allgemeinen Lebensrisiko gezählt werden. (Aktenzeichen beim Bundesverwaltungsgericht: 2 C 81.08)

DAPD

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