Sprachkritische Auszeichnung

Wird "Putin-Versteher" das Unwort des Jahres?

Darmstadt - Das Unwort des Jahres wird wieder gesucht. Die bisher meisten Vorschläge gingen für den Ausdruck "Putin-Versteher" ein, doch die Gewinn-Chancen sind nicht sehr groß.

„Putin-Versteher“, „Sterbehilfe-Tourismus“ und „Armutszuwanderung“ zählen zu den häufiger genannten Vorschlägen für das Unwort des Jahres 2014. „Einen Renner gibt es aber noch nicht“, sagte die Darmstädter Professorin Nina Janich von der Sprachkritiker-Jury. Das Unwort wird am 13. Januar 2015 in Darmstadt bekanntgegeben.

Insgesamt seien bisher fast 600 Einsendungen eingegangen, unter ihnen mehr als 400 verschiedene Begriffe. Vorschläge werden noch bis zum 31. Dezember angenommen. Zum Unwort des Jahres 2013 war „Sozialtourismus“ gewählt worden. Damit sei gezielt Stimmung gegen unerwünschte Zuwanderer, insbesondere aus Osteuropa, gemacht worden. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 1340 Einsendungen.

„Putin-Versteher“ - ein Begriff, mit dem Unterstützer des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Ukraine-Konflikt bezeichnet werden - sei zwar am häufigsten vorgeschlagen, sagte Janich. Die Bezeichnung komme aber wegen der Nennung eines Eigennamens weniger in Betracht. „Wir warten noch auf einen Favoriten.“

Mit der Aktion Unwort des Jahres soll das Bewusstsein und die Sensibilität für Sprache gefördert werden. Vorgeschlagen werden können Begriffe, die gegen die Menschenwürde verstoßen oder gegen Prinzipien der Demokratie. Genannt werden können auch Formulierungen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die beschönigend, verschleiernd oder gar irreführend sind.

Die Unwörter der vergangenen Jahre

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Die Jury richtet sich nicht nach der Häufigkeit der Vorschläge, sondern entscheidet unabhängig. Der Begriff „Opfer-Abo“, der zum Unwort des Jahres 2012 gewählt worden war, war nur einmal vorgeschlagen worden. Die Unwort-Jury besteht im Kern aus vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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