Winnenden: Richter thematisiert Newtown-Blutbad

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Stuttgart/Newtown - Unter dem Eindruck des Schulmassakers im amerikanischen Newtown ist am Freitag der zweite Prozess um den Amoklauf von Winnenden fortgesetzt worden.

„Ich mag mir gar nicht vorstellen, was diese Bilder bei Ihnen ausgelöst haben“, sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Polachowski des Landgerichts Stuttgart mit Blick auf die Hinterbliebenen. „Ich spreche sicher im Namen aller, wenn ich sage, dass niemand anderes es so gut nachvollziehen kann, was in den Angehörigen in den USA vorgeht, wie die Angehörigen hier im Saal.“

Eine Woche nach der Tat in Newtown begehen die Menschen in der Stadt und im ganzen US-Staat Connecticut einen offiziellen Trauertag. Der Amokläufer hatte am Freitag vergangener Woche in einer Grundschule 20 Kinder und sechs Erwachsene getötet. Im März 2009 hatte Tim K. in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen.

„Nach den Ereignissen in den USA und der Bilderflut, die auf uns eingeströmt ist, hätte ich den (Verhandlungs-)Tag heute gern gestrichen“, sagte Polachowski. „Aber wir müssen in den Prozessalltag wieder eintauchen.“ Vor dem Gericht wird derzeit das Verfahren gegen den Vater von Tim K. wieder aufgerollt. Ein erstes Urteil hatte der Bundesgerichtshof kassiert, weil die Verteidigung keine Gelegenheit gehabt habe, eine wichtige Zeugin zu befragen.

Am Freitag erklärten zwei Polizisten vor Gericht, wie sie Daten der Zeugin gesichert hatten. Zum Inhalt konnten sie nichts sagen. Zudem äußerte sich ein Gutachter über Waffen im Haus des Angeklagten.

dpa

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