Winnenden: Opfereltern wollen Eltern von Tim K. treffen

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Das Grab von Nicole N., einem Opfer des Amoklaufs, bei der Beerdigung auf dem Stadtfriedhof in Winnenden.

Winnenden - Die in einem Aktionsbündnis organisierten Eltern der Opfer des Amoklaufs in Winnenden (Baden-Württemberg) wollen sich mit den Eltern des Täters treffen.

Auch wenn ein Brief der Familie des Mörders an die Opferfamilien sehr allgemein und unpersönlich gehalten sei, werde das Bündnis ihr ein direktes Gespräch in absehbarer Zeit anbieten, sagte Vorstand Hardy Schober am Montag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Brief sei eher von Selbstmitleid als von Mitgefühl für die Opfer und deren Familien geprägt. “Ihr Kind hat den Freitod gewählt, unsere Kinder nicht“, sagte Schober. Der Brief klinge wie vom Rechtsanwalt diktiert. Der Vater einer erschossenen Schülerin fügte hinzu: “Unseres Erachtens kommt der Brief vier Monate zu spät.“

Ein erster Brief der Familie des Täters war im März nur über die Medien veröffentlicht worden - und nicht den Eltern zugegangen. Am 11. März hatte der 17-jährige Tim Kretschmer an seiner früheren Schule in Winnenden und auf der anschließenden Flucht 15 Menschen und sich selbst getötet. Die Tatwaffe war eine Pistole, die der Vater des Jungen offen in seinem Schlafzimmer liegen gelassen hatte.

In dem Brief versichern die Eltern den Familien der Opfer, “dass kein Tag vergeht, an dem wir nicht an Sie und all diejenigen denken, die durch unseren Sohn einen ihrer liebsten Menschen verloren haben (...).“

Das Bündnis wünscht keinen Strafbefehl, sondern ein Strafverfahren gegen den Vater, betonte Schober. In diesem Falle würden Angehörige als Nebenkläger auftreten, um Fragen zu den Hintergründen der Tat stellen zu können. Es sei auch sehr wichtig für die Eltern, Einsicht in die Ermittlungsakten zu erhalten. “Das brauchen wir, um das Geschehene aufarbeiten zu können.“

dpa

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