Gedenken für Opfer des Amoklaufs

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Eine Frau trauert am Donnerstag (12.03.2009) vor der Albertville-Realschule in Winnenden mit einem Kind im Arm um die Opfer des Amokläufers Tim K.

Winnenden - Zum ersten Jahrestag des Amoklaufs von Winnenden werden am Donnerstag vor der Albertville-Realschule Gedenkplatten für die 15 Opfer niedergelegt. Nicht alle Angehörigen werden daran teilnehmen. 

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Nach der Ansprache von Bundespräsident Horst Köhler würden Schüler an die Toten erinnern, sagte der scheidende Oberbürgermeister Bernhard Fritz (CDU) am Mittwoch. Die Schulgemeinschaft solle im Mittelpunkt der öffentlichen Veranstaltung stehen. Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) verzichte wegen eines familiären Trauerfalls und auf Wunsch der Schüler auf eine Ansprache, teilte Fritz weiter mit. Rund 300 Polizeibeamten werden nach Auskunft des Einsatzleiters für Sicherheit sorgen. 

Nicht alle Angehörigen bei Gedenkfeier

An der Gedenkveranstaltung wollen nicht alle Angehörigen der Opfer teilnehmen. Das sagte Barbara Nalepa, Mutter einer Schülerin, die von dem 17-jährigen Täter erschossen wurde, dem Hit-Radio Antenne 1 in Stuttgart. Um 11.00 Uhr, wenn das öffentliche Gedanken vor der Albertville-Realschule beginnt, möchte die Familie das Grab besuchen. “Unsere Tochter ist um kurz vor 11.00 Uhr im Krankenhaus verstorben. Zu diesem Zeitpunkt möchten wir gern allein sein und an ihrem Grab stehen“, sagte die 38-Jährige.

Bilder vom Tatort

Amoklauf in Realschule bei Stuttgart

Auch einem geplanten Mittagessen mit Bundespräsident Horst Köhler wollen einige Hinterbliebene fernbleiben, wie Nalepa sagte. Zum einen gebe es Beschränkungen, mit wie vielen Personen jede Familie daran teilnehmen könne, erklärte sie, und zum anderen wolle man den Tag viel lieber unter sich sein. Angehörige der Opfer des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen wenden sich am Donnerstag mit einem Radiobeitrag an die Öffentlichkeit. “Wir möchten nicht, dass unsere Kinder und all die Opfer in Vergessenheit geraten“, sagt Nalepa. Sie liest im Radiobeitrag ein Gedicht von Friedrich Rückert mit dem Titel “Kindertotenlied“. Die Angehörigen konnten ein Lied für die Opfer aussuchen, das im Radio gespielt wird. “Wir haben uns für den Song 'Im Himmel fehlt heute ein Engel' von Anke Lautenbach entschieden“, sagte Barbara Nalepa.

Mutter fordert erneut Verschärfung des Waffenrechts

Die Sprecherin des “Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden“, Gisela Mayer, forderte erneut eine Verschärfung des Waffenrechts. Waffen in Privatbesitz müssten in Sammelstellen aufbewahrt werden, sagte sie der in Halle erscheinenden “Mitteldeutschen Zeitung“. Sie fügte hinzu: “Ganz konkret brauchen wir einen besseren Jugendschutz im Bereich Killerspiele.“

dpa/dapd

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