Widerrufsrecht bei Internet- und Telefongeschäften

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Verbraucher haben künftig Widerrufsrecht bei Telefon- und Internetgeschäften.

Karlsruhe - Verbraucher haben künftig Widerrufsrecht bei Internet- oder Telefongeschäften - selbst wenn es sich um verbotene Geräte handelt. Dass hat der Bundesgerichtshof jetzt entschieden.

Wer per Telefon oder im Internet etwas kauft, kann das Geschäft widerrufen - selbst wenn es sich um verbotene Geräte handelt. Dies entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch in Karlsruhe.

In dem Prozess hatte eine Frau den Kaufpreis von rund 1000 Euro für ein defektes Radarwarngerät zurückfordert. Nach einem telefonischen Werbegespräch hatte die Autofahrerin per Fax einen Pkw-Innenspiegel mit Radarwarnfunktion bestellt. Auf dem Bestellschein war ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass der Einsatz solcher Geräte im Straßenverkehr verboten sei und entsprechende Geschäfte “sittenwidrig“ und damit unwirksam seien.

Laut BGH kann die Autofahrerin aber das Geld zurückverlangen. Das Widerrufsrecht stehe bei einem Fernabsatzgeschäft jedem zu, der einen Vertrag schließt (AZ: VIII ZR 318/08 - Urteil vom 25. November 2009).

Anspruch auf Rückzahlung des Kaufpreises

Nach Feststellung des für das Kaufrecht zuständigen VIII. BGH- Zivilsenats gilt dies auch dann, wenn es sich um einen Kaufvertrag über ein Radarwarngerät handelt, der wegen Sittenwidrigkeit nichtig ist. Die Frau hat Anspruch auf Rückzahlung des Kaufpreises und Erstattung der Versandkosten.

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Der Sinn des Widerrufsrechts beim Fernabsatzvertrag besteht laut BGH darin, dem Verbraucher ein einfach auszuübendes Recht zur einseitigen Loslösung vom Vertrag in die Hand zu geben. Ein Ausschluss des Widerrufsrechts wegen unzulässiger Rechtsausübung könne nur bei besonderer Schutzbedürftigkeit des Unternehmers in Betracht kommen. Daran fehle es jedoch, wenn ­ wie in diesem Fall - beiden Parteien gegen die guten Sitten verstoßen hätten.

Ähnlicher Fall vor vier Jahren

Der aktuelle Fall unterscheidet sich von einem ähnlichen vom BGH im Jahr 2005 entschiedenen Fall (Urteil vom 23. Februar 2005 - VIII ZR 129/04). Der damalige Käufer eines Radarwarngerätes konnte den Kaufpreis nicht zurückverlangen, weil es sich nicht um ein Fernabsatzgeschäft gehandelt hatte.

§ 312 d BGB gibt dem Verbraucher bei einem Fernabsatzvertrag ein Widerrufsrecht nach § 355; er ist an seine Willenserklärung nicht mehr gebunden, wenn er sie fristgerecht widerrufen hat. Anstelle des Widerrufsrechts kann dem Verbraucher bei Verträgen über die Lieferung von Waren ein Rückgaberecht nach § 356 eingeräumt werden.

dpa

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