Weltgesundheitsorganisation

WHO-Frühwarnzentrum in Berlin: Vorbereitung auf nächste Pandemie

In Berlin ist am Mittwoch ein globales Frühwarnzentrum der WHO eingeweiht worden. Es soll bei kommenden Pandemien ein frühzeitiges Einschreiten ermöglichen.

Berlin – Der Verlauf der Corona-Pandemie soll eine Warnung für die möglichen kommenden Pandemien sein. Aus diesem Grunde ist am Mittwoch, 1. September 2021, in Berlin das neue globale Frühwarnzentrum der Weltgesundheitszentrum (WHO) eingeweiht worden. Zu den Partnern des neugegründeten „Hub for Pandemic and Epidemic Intelligence“ gehören neben der WHO auch das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Charité in Berlin.

Organisation:Weltgesundheitsorganisation
Gründung:7. April 1948
Leiter:Tedros Adhanom Ghebreyesus
Hauptsitz:Genf
Oberorganisation:Vereinte Nationen

„Überall auf der Welt sammeln Länder und Gruppen von Forschern die Daten, die wir brauchen, um Pandemien und Epidemien vorzubeugen oder sie zu bekämpfen – aber oft ist das sehr ineffizient und kleinteilig“, erklärt dazu der Direktor des Hubs, der nigerianische Epidemiologe Chikwe Ihekweazu in einem Interview mit der „Zeit“. Man wolle diese Daten in Berlin zusammenführen und so aufbereiten, dass die Politik daraus Maßnahmen ableiten könne. „Das ist sicher kein einfaches Vorhaben, wenn man sich die Komplexität unserer Welt anschaut“, so der Epidemiologe weiter.

WHO-Frühwarnzentrum sammelt Daten über Krankheiten, Tiergesundheit, Bevölkerungsbewegungen und Klimakrise

Das neue Zentrum, das seinen Sitz vorerst auf dem Charité-Campus Mitte bezogen hat und später an den Moritzplatz im Stadtteil Kreuzberg verlegt werden soll, wurde am Mittwoch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus eröffnet. Es soll unter anderem Daten über Krankheiten, Tiergesundheit, Bevölkerungsbewegungen und die Folgen der Klimakrise bündeln.

Über dieses Datensammeln sollen Muster schließlich frühzeitigt erkannt und durch Computersimulationen Bedrohungsszenarien erstellt werde, teilte die WHO dazu mit. So soll es möglich werden, bei einer neuen Pandemie rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, damit sich ein Virus wie Corona nicht mehr auf dem gesamten Globus verbreiten kann. Zum Start nimmt die WHO gemeinsam mit ihren Partnern 100 Millionen US-Dollar (rund 84,6 Millionen Euro) in die Hand.

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) durchschneiden symbolisch ein Band bei der Einweihungszeremonie des „WHO Hub For Pandemic And Epidemic Intelligence“.

„Wir haben jetzt die einmalige Chance, international aus der Covid-19-Pandemie zu lernen und uns für kommende große Krisen vorzubereiten“, erklärte Charité-Vorstandschef Heyo Kroemer. „Unser Ziel ist es, die klügsten Köpfe aus verschiedenen Disziplinen und Ländern für die Arbeit an herausfordernden Problemen des Epidemie- und Pandemie-Risikomanagements zu begeistern und für Berlin zu gewinnen.“ Inhaltlich solle es dabei zum Beispiel auch um die Ausbildung künftiger Gesundheitsfachkräfte gehen, ergänzte der WHO-Chef.

WHO-Frühwarnzentrum in Berlin: Existrierende Daten zum Austausch der Länder miteinander verknüpfen

„Die Entscheidung der WHO für Berlin und die enge Kooperation ihres Hubs mit der Charité unterstreicht die hohe Attraktivität unserer Stadt als Ort exzellenter Forschung und des internationalen Dialogs“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister und Wissenschaftssenator Michael Müller (SPD).

Wie Ihekweazu im Interview mit der Zeit erklärte, wolle man keine Überwachungssystem oder Programme entwickeln: „Wir wollen eher dafür sorgen, dass schon existierende Daten verknüpft werden und Länder sich darüber austauschen können, was sich bewährt hat, um lokale Gesundheitsprobleme zu lösen. In anderen Bereichen werden Daten ja bereits global zusammengeführt, bei Banken oder in der Telekommunikation etwa.“ * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Sohn/dpa

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