Datenschutz

WhatsApp vertreibt mit Zwangsupdate die Nutzer: Telegram, Signal und Co. freut es

Mit einem Update hat sich WhatsApp nicht nur Freunde gemacht. Viele Nutzer verlassen deshalb jetzt den Messenger-Dienst.

  • Whatsapp zwingt seine Nutzer, ein kontroverses Update zu akzeptieren.
  • Der Datenschutz bei der Facebook-Tochter Whatsapp wird kritisiert.
  • Als Reaktion suchen zahlreiche Whatsapp-Nutzer einen alternativen Messenger.

Update vom Montag, 18.01.2021, 12.45 Uhr: Die Nutzer sind dem Messenger-Dienst WhatsApp in den vergangenen Tagen in Scharen weggelaufen. Grund: Ein umstrittenes Zwangs-Update. Die Nutzer sollen mit der neuen Datenschutzrichtlinie zustimmen, dass der Messneger-Dienst die Daten der Nutzer im Facebook-Imperium verwenden kann.

Das hatte für Protest gesorgt, vor allem, da WhatsApp angekündigt hat, dass man den neuen Datenschutz-Bestimmungen zustimmen muss, wenn man die Chat-App weiterverwenden möchte. Die Konkurrenz Signal, Threema, Telegram und Co. hat das gefreut - die Messneger wachsen. WhatsApp hat jetzt reagiert und rudert beim Zwangs-Update zurück: Die Zustimmung bis zum 08. Februar wurde auf Eis gelegt - zumindest vorerst.

Umstrittenes Zwangsupdate: Zahlreiche WhatsApp-Nutzer melden sich bei alternativen Messengern an. WhatsApp hat jetzt reagiert und rudert zurück - zumindest vorerst.(Symbolbild)

WhatsApp vertreibt Nutzer: Elon Musk empfiehlt alternativen Messenger-Dienst

Erstmeldung vom Mittwoch, 13.01.2021, 15.39 Uhr: Kassel – Die Negativschlagzeilen über Whatsapp häufen sich. Wegen eines Zwangsupdates, das einen Datenaustausch mit Unternehmen der Facebook-Gruppe verpflichtend machen soll, wenden sich immer mehr, teils prominente, User ab. So rät neben Tesla-Chef Elon Musk auch die türkische Regierung dazu, Alternativen zu Whatsapp zu finden.

Auch bei vielen Nutzern scheinen daher die Alarmleuchten angegangen zu sein, zumindest sprechen die Download-Charts im App Store und im Google Play Store dafür.

Reaktion auf kontroverses WhatsApp-Update: Messengerdienst Signal überlastet

Inzwischen hieß es auf Twitter seitens WhatsApp allerdings, dass es für die Nutzer keine Änderungen in Bezug auf die Datennutzung geben werde. Demnach sollen Daten nach wie vor nicht mit Facebook geteilt werden, auch Nachrichten werden laut dem Messengerdienst nach wie vor per Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versendet.

Trotz des Statements von WhatsApp, erleben die Konkurrenzprodukte Signal und Threema derzeit einen regelrechten Registrierungsansturm. Teilweise war sogar schon das Anmeldeverfahren bei dem Messenger Signal, welcher von Sicherheitsexperten und Datenschutzorganisationen empfohlen wird, völlig überlastet.

Threema und Telegram profitieren von der Diskussion rund um WhatsApp

Ähnliches spielte sich eigenen Angaben zufolge auch bei Threema, einem Messenger aus der Schweiz, ab. Der ebenfalls verschlüsselnde Messaging-Dienst twitterte am Samstag (09.01.2021), dass die Downloads aktuell nur so „in die Höhe schießen“.

Auch der Messengerdienst Telegram hat innerhalb von 72 Stunden circa 25 Millionen neue User dazugewonnen. Der russische App-Gründer Pawel Durow hatte am Dienstag (12.01.2021) mitgeteilt, dass die Plattform derzeit rund 500 Millionen monatlich aktive Nutzer verzeichnet. Telegram rückt somit näher an seinen US-Konkurrenten WhatsApp heran, der zuletzt weltweit noch etwa zwei Milliarden Nutzer zählte.

Whatsapp-Flucht: Elon Musk empfiehlt Signal

Wer den neuen AGB bei Whatsapp bis zum 8. Februar nicht zustimmt und der App damit gewährt, Daten mit Facebook zu teilen, wird die Dienste der Chat-Plattform nicht mehr in Anspruch nehmen können. Obwohl eine Sprecherin von Whatsapp mitteilte, dass es in der EU mit dem Update keine Änderungen in Sachen Datenschutz geben würde, verlassen Nutzer den erfolgreichsten Messenger der Welt bereits jetzt in Scharen – so auch in Deutschland

Elon Musk rät zur App „Signal“, die als Reaktion auf seinen Tweet am Donnerstag (7.01.2021) direkt einen regelrechten Nutzeransturm verzeichnete. Nicht nur die Zahl der Downloads, sondern auch der Aktienkurs eines US-amerikanischen Unternehmens mit einem ähnlichen Namen, der nichts mit dem Messenger zu tun hat, nahm stark zu. Allerdings luden sich die Messenger-App so viele Leute herunter und versuchten, sich gleichzeitig anzumelden, dass vorübergehend keine Verifizierungscodes gesendet werden konnten.

Nutzer verlassen Whatsapp in Scharen – und melden sich bei alternativen Messengern an

In den Download-Charts des „Google Play Store“ liegt hinter Signal derzeit die App „Telegram“. Sie ist in Deutschland schon seit längerer Zeit bekannt und wird von „Techcrunch“-Redakteur Mike Butcher ebenfalls als eine ernsthafte Alternative zu Whatsapp gesehen, was die eigene Privatsphäre und Datenschutz angeht. Für ihn sei Signal in diesen Punkten allerdings der „Goldstandard“. Weitere Chat-Apps, die man seiner Meinung nach in Erwägung ziehen sollte, seien „iMessage, Riot, Skype, Viber, Wickr und Wire“.

Neben Signal und Telegram befindet sich auch die Schweizer Whatsapp-AlternativeThreema“ im Höhenflug – zumindest bei den kostenpflichtigen Apps. Auf Twitter berichtet das Unternehmen, dass Downloads „aufgrund der Whatsapp-Kontroverse in die Höhe schießen“ würden. „Denkt daran“, heißt es auf Twitter, „wenn Sie nicht für einen Service bezahlen, sind Sie das Produkt, nicht der Kunde.“

In der Türkei setzt man derweil auf eine landesinterne Alternative. Die Regierung gab bekannt, ihre Kommunikation von Whatsapp auf den eigenen Messenger „BiP“ zu verlegen, weil „türkische Daten in der Türkei bleiben sollten“, so der Digitalbeauftragte Ali Taha Koç.

Rubriklistenbild: © Carsten Rehder/dpa

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