Wärmer als in Spanien

Jagd nach Hitzerekord: September fünf Grad wärmer als sonst

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Wer Zeit hat: Schnell nochmal raus in die Sonne! Dieser September ist rekordverdächtig sommerlich.

München - Deutschland schwitzt. Und das schon seit Tagen. Nach Herbst sieht es momentan nicht aus. Geht es jedoch nach den Landwirten, darf es gerne mal wieder regnen.

Hoch "Karl" ist ein Segen für alle Sonnenanbeter: Die Übergangsjacken können noch im Schrank bleiben, stattdessen gibt's Freibadwetter und sogar Hitzefrei! Als hätte sich ein kleiner Juli in den September eingeschlichen, steigen die Temperaturen überall in Deutschland auf über 30 Grad. 

Der aktuelle Höchstwert für den September wurde vor weit über 100 Jahren verzeichnet: Am 04.09.1895 war es in Potsdam 34,9 Grad warm! "Die Ausgangslage für einen neuen Rekord ist recht gut," sagt Diplommeteorologe Dominik Jung auf wetter.net . "Die vergangene Nacht brachte lokal keine richtige Abkühlung. Stellenweise lagen die Frühwerte über 20 Grad. Damit war das eine tropische Nacht und das mitten im September - verrückt!"

Wetter in Deutschland: Hitzefrei in einigen Schulen

Tatsächlich erinnerten die vergangenen Tage eher an Hochsommer als an frühen Herbst. Heute und morgen ist es hierzulande zehn Grad wärmer als in Portugal und Spanien, in manchen Schulen gab es sogar Hitzefrei. 

„Die Sonnenscheinbilanz hat schon jetzt zwei Drittel des Normalwerts erreicht, dabei ist der Monat noch nicht mal halb um“, sagt Meteorologin Johanna Anger vom Deutschen Wetterdienst auf der Homepage der Bundesbehörde dwd.de. Am Montag habe sich das auch einmal mehr mit einer Reihe von Septemberrekorden gezeigt, wie die Bild aufzählte:

Bernburg (Sachsen-Anhalt): 34,4 Grad
Bad Salzufen (NRW): 30,5 Grad
Erfurt (Thüringen): 31,4 Grad
Freudenstadt (BaWü): 28,1 Grad

Insgesamt sei der September rund fünf Grad wärmer gewesen als im Durchschnitt der bisherigen Septemberwerte, so die Meteorologin. Die Winzer freut's: Das ungewöhnlich warme Wetter beschleunigte die Reife der Trauben, weshalb in den kommenden Tagen vereinzelt schon mit der Hauptlese begonnen wird.

Ab Mitte der Woche kühler

Mit der Hitze geht allerdings ein deutliches Niederschlagsdefizit einher, was vor allem für Landwirte zum Problem werden kann. Hoffnung bringt für sie Tief Stefanie, das ab Mitte der Woche Einfluss auf unser Wetter nimmt. Von Südwesten her wird es laut Diplom-Meteorologin Corinna Borau von wetter.net am Wochenende etwas kühler. Bei Temperaturen von bis zu 23 Grad sollte bis Sonntag mit Schauern und Gewittern gerechnet werden.

Wer es heute und morgen nicht mehr schafft, die Sonne draußen zu genießen, der kann noch einmal auf die nächste Woche hoffen: Laut wetter.net ist für die nächste Woche schon wieder ein Hochdruckgebiet auf dem Weg, das einen wahrhaftigen Altweibersommer mit sich bringen könnte. 

dpa/lg

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