Giftiges Blei und Durchfallerreger

Weihnachten 2021: Bei diesen Gerichten müssen Sie aufpassen

Im Vordergrund sind ein Wildgericht und Raclette zu sehen. Im Hintergrund muss sich ein Mann auf der Toilette übergeben.
+
Wohl bekomm's: An Weihnachten sollte nicht alles verköstigt werden, was auf den festlich gedeckten Tisch kommt. Bei Wildgerichten, aber auch bei Raclette muss auf einiges geachtet werden. Andernfalls drohen Durchfall und Kotzreiz. (kreiszeitung.de-Montage)

Weihnachten 2021 steht vor der Tür. Endlich kann wieder im Beisammensein der Familie lecker gespeist werden. Doch Obacht: Finger weg von manchen Feiertagsgerichten.

Berlin – Das Weihnachtsfest lockt und in ganz Deutschland machen sich Söhne und Töchter wieder auf den Weg ins heimatliche Elternhaus. Trotz der angespannten Corona-Lage sollte zumindest drei Tage lang Zeit sein, um den Gedanken freien Lauf zu lassen und einfach mal abzuschalten. Und das natürlich in Verbindung mit einem leckeren Festmahl. Doch aufgepasst: Bei bestimmten Gerichten ist höchste Vorsicht geboten.

Weihnachten 2021: Robert Koch-Institut (RKI) warnt vor belieben Festtagsgerichten

Denn im Vorfeld vom diesjährigen Weihnachtsfest warnen Fachleute vor unappetitlichen Gefahren durch beliebte Festtagsgerichte. Wissenschaftler vom Robert Koch-Institut (RKI), das täglich über Corona-Inzidenzen informiert, weisen im Fachmagazin „Scientific Reports“ einen Zusammenhang zwischen einer ansteckenden Durchfallerkrankung und Fleischfondue sowie Raclette hin.

Darüber hinaus berichtet die dpa unter Berufung auf das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über eine Gefahr durch Blei in Wildfleisch für bestimmte Personengruppen. Es ist also Vorsicht geboten beim Einkauf in den Supermärkten, die zu Weihnachten mal wieder mit veränderten Öffnungzeiten aufwarten.

Weihnachten 2021: Fondue oder Raclette mit Hühnerfleisch sorgen für Durchfallerkrankung

Doch zurück zur eigentlichen Problematik. Anhand einer Befragung wollte ein Forscherteam vom RKI wissen, ob in einer Gruppe von Patienten, bei denen kurz nach den Feiertagen die Durchfallerkrankung Campylobacter-Enteritis aufgetreten war, überdurchschnittlich viele Personen Fondue oder aber Raclette gegessen hatten.

Der Vergleich mit einer Kontrollgruppe hätte gezeigt, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen den besagten Gerichten und dem Auftreten der Durchfallerkrankung gebe. Dieser Effekt sei bei Hühnchen besonders deutlich gewesen. Heißt: Bei Personen, die nach den Feiertagen erkrankt waren, war der Anteil von Menschen, die Fondue oder Raclette mit Hühnerfleisch gegessen hatten, mehr als doppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe.

Kochen an Weihnachten: Hygieneregeln bei der Zubereitung von rohem Fleisch beachten

„Rohes Hühnerfleisch ist häufig mit Campylobacter-Bakterien verunreinigt“, schreibt das RKI in diesem Kontext. Bei Fleischfondue, aber auch bei Raclette werde das rohe Fleisch oftmals mit bloßen Fingern angefasst. Dadurch steige letztendlich die Gefahr, dass Keime vom Fleisch auf die Hände, andere Lebensmittel und Utensilien gelangen.

Und auf diesem Wege können die Keime zu Infektionen beim Menschen führen. Natürlich gibt es aber auch „Schutzmaßnahmen“, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen und beispielsweise Durchfall nach den Weihnachtsfeiertagen zu verhindern. Eine Empfehlung, die in Zeiten der Corona-Pandemie sowieso beachten werden sollte, ist gründliches Händewaschen.

Dies sollte vor allem nach dem direkten Kontakt mit rohem Fleisch getan werden. Zudem empfiehlt es sich, die Küchenutensilien sowie die Zubereitungsflächen zu reinigen. Ein weiterer Tipp: Rohes Fleisch und Lebensmittel, die ohne weiteres Erhitzen verzehrt werden können, konsequent voneinander zu trennen.

Wildgerichte sind als Essen an Weihnachten sehr beliebt – und können Blei enthalten

Wie das RKI berichtet, ist die Campylobacter-Enteritis mit bis zu 70.000 übermittelten Fällen pro Jahr die häufigste bakterielle, meldepflichtige Krankheit in Deutschland. Doch sind es auch noch andere Speisen, bei denen einiges zu beachten ist. Neben Fondue und Raclette sind es oftmals auch Wildgerichte, die bei vielen Familien an Weihnachten auf den Tisch kommen.

Hierzu zählen Wildgerichte. Wie das BVL betont, kann Wildfleisch jedoch durch die Verwendung bleihaltiger Munition bei der Jagd Blei enthalten. Analysen von insgesamt 75 Wildwurst-Waren hätten ergeben, dass in 72 Prozent der Fälle Blei nachgewiesen worden sei. Das große Problem: Einen Blei-Grenzwert in Wildfleisch gebe es bislang nicht.

Blei in Wildfleisch-Produkten lagert sich in Knochen ab – und kann das zentrale Nervensystem beschädigen

„Insgesamt wurden sieben Proben beanstandet, sechs davon wurden als nicht zum Verzehr geeignet und eine Probe sogar als gesundheitsschädlich eingestuft“, heißt es Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Die generelle Erkenntnis: Je höher der Wildfleischanteil gewesen sei, desto höher sei generell auch der nachgewiesene Bleigehalt.

Zudem seien Erzeugnisse mit Wildschwein tendenziell stärker belastet als Wurstwaren von Reh und Hirsch. Und: „Blei ist schon in geringen Mengen schädlich“. Das merkt Jan Backmann, Vorsitzender der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz, an. Eine Aussage, die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konkretisiert wird.

So können erhöhte Bleikonzentrationen im menschlichen Körper die Blutbildung, innere Organe wie die Nieren sowie das zentrale Nervensystem schädigen. Zudem würde sich das Blei in den Knochen ablagern. „Risikogruppen wie Kinder, Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter sollten daher kein Wild essen, das mit Bleimunition erlegt wurde“, lautet der Ratschlag von Backmann.

Weihnachtsessen muss hinterfragt werden: Festmahl mit der Familie kann schnell in die Hose gehen

Dem BVL sei aber nicht bekannt, aus welchen Ländern das Fleisch in den untersuchten Wurstwaren der Analyse stamme. Dies soll sich übrigens ab 2022 hinsichtlich Schweinefleisch-Produkten in Supermärkten durch 5D* ändern. „In Deutschland gehört bleifreie Büchsenmunition für die Jagd auf Hirsch, Reh und Wildschwein mittlerweile zum Standard“, heißt es lediglich von Torsten Reinwald, Pressesprecher des Deutschen Jagdverbandes (DJV), gegenüber der dpa.

So würden immer mehr Jäger in heimischen Gefilden Geschosse aus Kupferlegierungen und Alternativen nutzen. Die Leidtragenden sind in diesem Fall die Endverbraucher, die sich nur auf ein besinnliches Weihnachtsfest samt leckerem Festmahl freuen. Dabei kann der Griff zur Hirschkeule im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose gehen – oder sogar zu andauernden gesundheitlichen Schäden führen. (mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Heizkostenzuschuss 2022: Wer alles Anspruch darauf hat

Heizkostenzuschuss 2022: Wer alles Anspruch darauf hat

Heizkostenzuschuss 2022: Wer alles Anspruch darauf hat
Omikron: Verlauf und Symptome - so wirkt sich die Corona-Variante auf die Gesundheit aus

Omikron: Verlauf und Symptome - so wirkt sich die Corona-Variante auf die Gesundheit aus

Omikron: Verlauf und Symptome - so wirkt sich die Corona-Variante auf die Gesundheit aus
Hermes-Paketbote schreibt traurige Nachricht auf Benachrichtigung - „Komplett die Ehre genommen“

Hermes-Paketbote schreibt traurige Nachricht auf Benachrichtigung - „Komplett die Ehre genommen“

Hermes-Paketbote schreibt traurige Nachricht auf Benachrichtigung - „Komplett die Ehre genommen“
Omikron: Welche Medikamente helfen gegen die Corona-Variante?

Omikron: Welche Medikamente helfen gegen die Corona-Variante?

Omikron: Welche Medikamente helfen gegen die Corona-Variante?

Kommentare