„Neue Dimension der Herausforderung“

Wegen Omikron: Hendrik Wüst rechnet 2022 mit noch härteren Corona-Regeln

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) schaut besorgt zur linken Seite. Im Hintergrund sind Sitzmöglichkeiten zu sehen, auf den Aufkleber mit der Aufschrift „Social Distancing“ angebracht sind.
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Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) rechnet aufgrund der Omikron-Variante mit weiteren Corona-Einschränkungen für 2022. (kreiszeitung.de-Montage)

Die Omikron-Variante macht strenge Corona-Regeln schon jetzt unumgänglich. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sieht 2022 gar eine Verschärfung.

Berlin/Düsseldorf – Nach Einschätzung von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) wird sich die Corona-Pandemie auch 2022 stark auf den Alltag in Deutschland auswirken. Wüst, zugleich Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK), wirbt aber auch um Verständnis für mögliche Verschärfungen der Pandemie-Maßnahmen.

Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen:Hendrik Wüst
Geboren:9. Juli 1975 (Alter 46 Jahre), Rhede
Partei:Christlich Demokratische Union Deutschlands
Ausbildung:Westfälische Wilhelms-Universität Münster (1995–2000) u.v.m.
Vorherige Ämter:Minister für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (2017–2021),

„Wir tun alles für die baldige Rückkehr zur Normalität, aber wir als Politik müssen ehrlich sein: Corona wird uns auch im neuen Jahr noch sehr beschäftigen und viel abverlangen“, wird Wüst von der dpa zitiert.

Härtere Corona-Regeln in 2022? Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) in Sorge wegen Omikron-Variante

„Auch im neuen Jahr werden Einschränkungen im Alltag nötig bleiben werden. Omikron ist eine ganz neue Dimension der Herausforderung“, fügt Hendrik Wüst an. Trotz zuletzt gesunkener Corona-Infektionszahlen befürchten Experten aufgrund der aggressiven Omikron-Variante eine baldige Trendumkehr.

„Eine flächendeckende Nachverfolgung findet im Moment fast gar nicht mehr statt“, bemängelt Ute Teichert. Die Bundesvorsitzende der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes bezieht sich mit ihrer Kritik auf schon bestehende Lücken in der Kontakt-Nachverfolgung von Corona-Infizierten.

Es seien Bundesländer wie Baden-Württemberg, Berlin oder Hamburg, welche die Suche nach Kontaktpersonen von Corona-Infizierten sogar komplett ausgesetzt hätten. Hier würde davon ausgegangen werden, dass die Menschen sich untereinander informieren, was genau bei einem positiven Testergebnis, einem Risikokontakt oder damit verbundener Corona-Quarantäne zu tun ist.

Diskussion im Corona-Kontaktnachverfolgung in Berlin – Hendrik Wüst rät zur Einschränkung sozialer Kontakte

Die Aussage Teicherts stößt bei der Berliner Gesundheitsverwaltung negativ auf. „Die Darstellung, dass Berlin zu den Bundesländern gehöre, in denen die Gesundheitsämter keine Kontaktnachverfolgung im Rahmen der Corona-Pandemie mehr gewährleisten, ist nicht korrekt“, heißt es von offizieller Seite.

Die Berliner Gesundheitsämter leisten die Kontaktnachverfolgung gemäß den Richtlinien des RKI. In acht Gesundheitsämtern ist zudem die Bundeswehr dafür im Einsatz.

Die Berliner Gesundheitsverwaltung wehrt sich gegen den Vorwurf, dass Corona-Kontaktverfolgungen in der Hauptstadt nicht mehr stattfinden würden

Apropos Kontakte: Nach Ansicht von Hendrik Wüst gehe es nun darum, soziale Kontakte wieder deutlich zu reduzieren*. Zudem würden Masken und Hygienemaßnahmen die Bürger noch monatelang begleiten. „Die Auffrischungsimpfungen und etwaige weitere Impfungen sind der wichtigste Baustein der Pandemiebekämpfung“, betont der direkte Nachfolger vom gescheiterten CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet im Amt des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalens.

Impfen im Kampf gegen Corona – doch zu geringe Impfquote „hat uns bislang einen Strich durch die Rechnung gemacht“

Es wird deutlich, dass Wüst realistisch in die unmittelbare Pandemie-Zukunft blickt. Jegliche Hoffnung hat der MPK-Vorsitzende aber nicht verloren. „Durch die Verfügbarkeit von genügend Impfstoff haben wir ja die Chance, uns gut zu schützen“, weiß Wüst auch Optimismus zu verbreiten.

Die bisherige Strategie sei jedoch leider noch nicht so aufgegangen, wie ursprünglich erhofft. „Die geringe Impfquote in manchen Teilen Deutschlands hat uns bislang einen Strich durch die Rechnung gemacht“. Doch betont Wüst auch, dass der Weg aus der Corona-Pandemie letztendlich nur über Impfungen führe.

Hendrik Wüst (CDU) pro Impfpflicht: Führt sie zur „gesellschaftlichen Befriedung“?

In diesem Kontext spricht Wüst auch über das große Politikum im Winter 2021: die bundesweite Impfpflicht*, die weiterhin diskutiert wird. „Ich hoffe, dass die Impfpflicht zügig kommt und auch dazu beiträgt, dass es dann eine gesellschaftliche Befriedung gibt“, vertritt der CDU-Politiker seinen Standpunkt.

Derweil geht das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) davon aus, dass eine fünfte Corona-Welle keinen Kollaps kritischer Infrastrukturen in Deutschland zur Folge haben wird. „Eine fünfte Welle könnte zwar zu Einschränkungen führen, aber nicht zu einem Zusammenbruch“, sagt ein BBK-Sprecher gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Es würde keinen Grund geben, das anzunehmen. Schließlich könne auf „Reserven“ zurückgegriffen werden. Die BBK-Einschätzung: „Es werde wohl noch bis Jahresbeginn dauern, bis sich Omikron in Deutschland voll auswirke“. Quasi im selben Atemzug wurden aber auch die Vorbereitungen auf die bisherigen Corona-Wellen gelobt. Sie seien „ohne Einschränkungen“ gemeistert worden – „mit Ausnahme der Intensivstationen“. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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