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Wegen neuer Corona-Welle: Lauterbach rechnet mit Maskenpflicht in Innenräumen

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Von: Yannick Hanke

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Neue Corona-Welle im Herbst in Deutschland und damit die Rückkehr der Maskenpflicht in Innenräumen? So die Rechnung von Karl Lauterbach. Hinzukommt die Influenza.

Berlin – Die Maskenpflicht in Innenräumen in Deutschland gehört der jüngeren Vergangenheit an. Nicht aber, wenn es nach Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geht. Der Sozialdemokrat warnt vor einer schweren Corona-Welle im Herbst und Winter 2022. Doch damit nicht genug der schlechten Nachrichten: Lauterbachs Augenmerk gilt auch der Influenza. Deswegen empfiehlt er die Grippe-Impfung – und die Rückkehr der Maskenpflicht in Innenräumen.

Maskenpflicht in Innenräumen: Karl Lauterbach (SPD) warnt vor „kombinierter Welle von Covid und Grippe“

Das Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland nimmt langsam wieder an Fahrt auf. Die Corona-Inzidenz geht bundesweit in die Höhe, zudem bereitet die Grippewelle Sorgen. Grund genug für Karl Lauterbach, um eine Warnung auszusprechen. Oder besser gesagt: auf Twitter kundzutun:

Im Moment baut sich eine kombinierte Welle von Covid und Grippe auf. Doppelter Schutz ist schlau.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf Twitter

Deswegen sei für Lauterbach ein guter Zeitpunkt gekommen, um „die Grippeimpfung zu wählen“. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gebe es zumindest für Menschen über 60 Jahren. „Besonders sinnvoll“ sei sogar eine Kombination aus Grippeimpfung und der 4. Impfung gegen Corona, heißt es von Karl Lauterbach. So sinnvoll wie auch die Rückkehr der Maskenpflicht in Innenräumen, die Lauterbach frühzeitig forcieren will?

Maskenpflicht in Innenräumen für Lauterbach alternativlos – Oktoberfest als mahnendes Beispiel

Zusammenkünfte in Innenräumen bezeichnet der Gesundheitsminister auf Twitter als „ein großes Problem im Winter“. Das rückt die Maskenpflicht in Innenräumen in den Fokus, vor allem in Verbindung mit den Festivitäten auf der Theresienwiese in München. „Das Oktoberfest erinnert uns: schreien und rufen im Innenraum maximiert Aerosolübertragung von Corona“, greift Karl Lauterbach das größte Volksfest der Welt auf.

Deswegen würde Lauterbach fest damit rechnen, „dass wir an der Maskenpflicht im Innenraum nicht vorbeikommen“. Das wäre quasi eine Rückkehr in alte Corona-Zeiten. Seit dem 1. Oktober 2022 greift das neue Infektionsschutzgesetz, die FFP2-Maskenpflicht gilt bundesweit einheitlich nur in Zügen, Bussen, Pflegeheimen, Kliniken und Arztpraxen.

Corona-Inzidenz in Deutschland steigt enorm an – und könnte zur Rückkehr der Maskenpflicht in Innenräumen führen

Seine Annahme, dass es zur Rückkehr der Maskenpflicht in Innenräumen und somit auch in Supermärkten in Deutschland kommt, fußt Lauterbach nicht zuletzt auf der ansteigenden Sieben-Tage-Inzidenz in der Bundesrepublik. So musste das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen, 11. Oktober, einen Wert von 787,5 vermelden. Tags zuvor lag dieser Wert noch bei 598,1, in der Vorwoche belief sich der Wert auf 374,0.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schaut leicht irritiert nach oben. Neben ihm weist ein Schild auf die Maskenpflicht in Läden hin.
Für Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist es alternativlos, dass es zur Rückkehr der Maskenpflicht in Innenräumen kommt. © Bernd von Jutrczenka/dpa/Jan Huebner/imago/Montage

De facto liefern diese RKI-Zahlen jedoch nur ein sehr lückenhaftes Bild der tatsächlichen Infektionszahlen. Schließlich gehen Mediziner seit längerer Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Corona-Fälle aus. Vor allem, da oft viele Corona-Infizierte eben keinen PCR-Test machen lassen. Es zählen jedoch nur positive PCR-Tests in der Statistik. Obendrein können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

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