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Warum guter Schlaf wichtig ist – und wie viel wir davon brauchen

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Von: Yannick Hanke

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Für den Menschen ist die Nachtruhe extrem wichtig und wertvoll. Doch wie viel Schlaf braucht der Mensch eigentlich? Und wie gelingt ein guter Schlaf. Was Experten sagen.

Berlin – Schlafen ist elementar wichtig für den Menschen. Denn durch Schlaf werden Gesundheit und Gedächtnis gestärkt. Eine Frage, die in diesem Kontext wohl viele Menschen, nicht nur in Deutschland, umtreibt: Wie lange sollte die tägliche Nachtruhe eigentlich dauern, damit der nächste Tag frisch, munter und auch voller Tatendrang begonnen werden kann?

Laut Studie: Sieben Stunden Schlaf pro Nacht optimal für die Gesundheit – Schlafmediziner halten dagegen

Über diese Frage diskutieren Schlafforscher bereits seit Jahrzehnten. Die Diskussion wurde unlängst durch eine britisch-chinesische Studie mit 500.00 Erwachsenen im Alter zwischen 38 und 73 Jahren neu entfacht. Anhand der Daten schlussfolgerten die Forscher nämlich, dass eine Schlafdauer von sieben Stunden optimal für die menschliche Gesundheit sei.

Ein Smartphone und Kopfhörer liegen auf einem Bett am Rande eines schlafenden Mannes (gestelltes Bild).
Wie viel Schlaf braucht der Mensch eigentlich? Und wann kann von einem guten Schlaf geredet werden? © Franziska Gabbert/dpa/Symbolbild

Konträr hierzu fällt die Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) aus. Die Schlafmediziner sind nämlich der Meinung, dass der Schlafbedarf individuell sehr unterschiedlich ist. Er wird von unserer inneren Uhr gesteuert, die genetisch bedingt ist. „Im Schnitt haben die meisten Erwachsenen eine Schlafdauer von etwa sechs bis acht Stunden“, heißt es von den Experten.

Auch Schlafqualität relevant – sie kann durch Krankheiten auf physischer oder psychischer Ebene beeinträchtigt sein

„Einige Langschläfer brauchen regelmäßig mehr Schlaf, wohingegen Kurzschläfer mit deutlich weniger Schlaf auskommen, ohne dadurch krank zu werden“, führen die Experten weiter aus. Es würde hinzukommen, dass für den Erholungswert des Schlafes nicht nur die Schlafdauer relevant ist, sondern auch die Schlafqualität.

Und diese kann beispielsweise durch Krankheiten auf physischer oder psychischer Ebene beeinträchtigt sein. Deswegen empfehlen die Experten, die Schlafdauer dem individuellen Schlafbedürfnis anzupassen und eben nicht einer vermeintlichen Zeitvorgabe von sieben Stunden pro Nacht.

Welche Krankheiten zu wenig oder auch zu viel Schlaf fördern können

De facto ist Schlaf für den Menschen so wichtig, dass er ohne seine wohltuende Wirkung krank wird und schlimmstenfalls sogar stirbt. Ungesund ist es aber auch, wenn zu lange geschlafen wird, beispielsweise regelmäßig mehr als neun Stunden pro Nacht. Beides kann zu einem erhöhtem Risiko für körperliche Erkrankungen führen. Gemeint sind damit vor allem

Entspannung als „Königsweg in den Schlaf“

Kann denn überhaupt etwas getan werden, wenn das Einschlafen nicht gelingen will? Wer schlafen will, der muss sich entspannen, sind sich die Schlafforscher unisono einig. Denn „gerade die Entspannung [ist] der Königsweg in den Schlaf“, so Schlafforscher und Psychologe Jürgen Zulley.

Zu Schlafstörungen führen neben Krankheiten meist auch die eigenen Lebensbedingungen. In Großstädten, wo die Reizzufuhr und der Lärmpegel höher sind, leiden die Menschen häufiger darunter als auf dem Land. Als Risikofaktor wird oftmals aber auch Stress genannt. Schlafhygiene sei dementsprechend extrem wichtig, sagt Zulley gegenüber den Stuttgarter Nachrichten. Und „dafür müssen schädliche Einflüsse wie Licht und Lärm reduziert werden“.

Wichtig für gesunden Schlaf: Handy aus der Hand legen – nicht direkt vor dem Hinlegen noch etwas essen

Wer auf gesunden, festen Schlaf bedacht ist, der sollte vor dem Einschlafen seine Fernbedienung, das Smartphone oder das Tablet aus der Hand legen. Denn Studien legen nahe, dass die innere Uhr des Menschen besonders empfindlich auf das bläuliche Kunstlicht reagiert. Manch ein Schlafforscher ist wiederum der Meinung, dass die emotionale Anspannung zur Schlafstörung führt. Was damit gemeint ist? Beispielsweise, dass Chats so spannend sind, dass man gar nicht erst zum Schlafen kommt.

Wer Alkohol trinkt, schläft schneller ein, neigt aber zu häufigeren Schlafunterbrechungen.

Schlafforscher und Psychologe Jürgen Zulley

Abseits dieser Thematik sollte auch schon beim Abendessen an die Nachtruhe gedacht werden. So sollten mindestens zwei Stunden Pause zwischen der letzten Mahlzeit des Tages und dem Zubettgehen liegen. Ein Schlummertrunk ist für den erholsamen Tiefschlaf aber nicht förderlich. „Wer Alkohol trinkt, schläft schneller ein, neigt aber zu häufigeren Schlafunterbrechungen“, heißt es von Zulley.

Rat vom Experten: Wer sich auf das Einschlafen konzentriert, bleibt erst recht wach

Grundsätzlich müsse es das Ziel sein, eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit dem eigenen Schlaf zu entwickeln. Abends sollte man sich ausreichen Zeit nehmen, um zur Ruhe zu kommen, ohne dabei ins Grübeln zu verfallen. Als Möglichkeiten zum Abschalten nennt Zulley Hörbücher, Entspannungsübungen oder Meditationen.

Denn Rituale würden es erleichtern, Abstand von den Ereignissen des Tages zu gewinnen. Wichtig ist, nachts möglichst nicht auf die Uhr zu schauen, sagt Zulley. „Wer sich auf das Einschlafen konzentriert, bleibt erst recht wach“, so der Experte. In dem Sinne: Gute Nacht!

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