Gemeinnützige Arbeit als Strafe

Prozess gegen "Waldjungen Ray" eingestellt

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Der wegen Betrugs angeklagte Robin v. H. sitzt am 26.09.2013 in Berlin im Gerichtssaal.

Berlin - Als "Waldjunge Ray" hatte ein 21 Jahre alter Niederländer 2011 für Schlagzeilen gesorgt - und sich Sozialleistungen in Höhe von 30.000 Euro erschlichen. Nun wurde der Prozess gegen ihn eingestellt.

Das Berliner Amtsgericht Tiergarten hat am Donnerstag ein Betrugsverfahren gegen den als "Waldjunge Ray" bekannt gewordenen Niederländer Robin v. H. eingestellt - der 21-Jährige muss aber 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Robin v. H. hatte vor zwei Jahren die Behörden mit einer Lügengeschichte zum Narren gehalten, derzufolge er im Wald gelebt haben soll. Die Staatsanwaltschaft warf ihm daher vor, rund 30.000 Euro Sozialleistungen erschlichen zu haben.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers ging das Gericht davon aus, dass dem Steuerzahler "nur geringer Schaden" entstanden sei, weil v. H. ähnliche Leistungen erhalten hätte, wenn er sich mit seiner korrekten Identität bei den Behörden gemeldet hätte. Der Prozess fand wegen des Alters des Angeklagten hinter verschlossenen Türen statt.

Robin v. H. hatte im September 2011 am Sitz des Regierenden Bürgermeisters von Berlin um Hilfe gebeten und behauptet, er heiße "Ray", sei minderjährig und obdachlos. Er wurde als "Waldjunge" bekannt, weil er angeblich fünf Jahre lang mit seinem Vater in Wäldern gelebt hatte. Der Vater war nach seinen Angaben verstorben. Erst nach neun Monaten hatte sich in Folge einer internationalen Fahndung herausgestellt, dass der Mann bereits volljährig war und aus den Niederlanden stammte.

Vor Gericht bestritt Robin v. H. nach Angaben des Justizsprechers, dass er gesagt habe, er habe fünf Jahre im Wald gelebt. "Er sagte, er sei mit seinem Vater durch Deutschland gezogen und habe dabei auch im Wald im Zelt geschlafen", sagte der Sprecher. Die Geschichte vom Waldjungen sei offenbar durch Kolportation entstanden.

Zum Motiv des Mannes sagte der Sprecher, er habe "persönliche Probleme". Robin v. H. wollte sich nicht gegenüber den Medien äußern. Laut dem Sprecher lebt er weiter in Deutschland. Wenn er seine gerichtlichen Auflagen erfüllt, bleibt er ohne Vorstrafe.

AFP/dpa

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