Wacken 2015

Schlammbedeckte Gummistiefel als Souvenir

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Wacken 2015: Das Festival ging am Sonntag zu Ende.
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Wacken 2015: Das Festival ging am Sonntag zu Ende. Juan und Laura aus Spanien verbrachten ihre Hochzeitsreise in Wacken.
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Wacken 2015: Das Festival ging am Sonntag zu Ende.

Wacken - Wenn das Heavy-Metal-Festival in Wacken endet, bleibt vor allem eins im Gedächtnis: Schlamm, soweit das Auge reicht. Dafür entschädigen Musik und Partystimmung - auch wenn manche die ganz großen Namen diesmal vermissen.

Die schlammbedeckten Gummistiefel will sich der Metal-Fan aus Hessen auch zu Hause nicht putzen. „Der Dreck bleibt als Erinnerung“, sagt er. Eine Ehre sei der Morast, den er bei einer ausgiebigen Schlacht mit seinen Freunden in einer übergroßen Pfütze abbekommen hat. Vom 26. Wacken Open Air will er die Gummistiefel als Erinnerung an Regen, Schlamm und wenig Sonnenschein mit nach Hause nehmen und seiner Familie zeigen - als Beweis, dass das Festivalgelände in diesem Jahr eher einer Wattlandschaft glich.

Wer es durch die Schlammwüste vom Zeltplatz auf das 240 Hektar große Areal geschafft hatte, war von den Auftritten der Bands meist nicht enttäuscht. Zwar fehlten 2015 die ganz großen Legenden wie in den Jahren zuvor, etwa Rammstein oder Deep Purple, aber: „Der Schlamm ist der Headliner“, sagt zumindest eine Gruppe Schweizer, die auch am Samstag, dem letzten Festivaltag, am ganzen Körper mit Matsch bedeckt ist.

Die Bands seien im vergangenen Jahr deutlich stärker gewesen, sind sich viele Metal-Jünger einig. Die Amerikaner von Savatage, Rocker-Ikone Rob Zombie und In Flames aus Schweden versammelten diesmal die meisten Fans vor den Bühnen. Die 75 000 Tickets waren trotzdem in einer Rekordzeit von 12 Stunden vergriffen, nur wenige Gruppen wie die britische Kultband Judas Priest standen zu diesem Zeitpunkt als Höhepunkt bereits fest.

Bei In Extremo wurde zu ihrem Jubiläums-Konzert Kuchen an die vordersten Reihen im Publikum verteilt. Bis in die Nacht zum Samstag zeigten die deutschen Cowboys von The BossHoss, dass sie auch Metal-Fans begeistern können.

„Enttäuscht sind wir nicht, aber wo sind die Großen? Wieder Rammstein oder System of a Down, das wären unsere Vorschläge für nächstes Jahr“, sagt Silke aus Berlin. Gemeinsam mit ihrer Tochter Alexa feiert sie bereits das dritte Jahr in Folge. „Wacken ist schon eine Familientradition“, sagt die 28-jährige Alexa, die es sich auf einer Regenmatte auf dem immer trockener werdenden Boden bequem macht.

Einer der großen und unerwarteten Höhepunkte war der Auftritt von U.D.O und dem Bundeswehr Musikkorps am Donnerstag. Noch zu Beginn hatten sie als einer der Top-Acts für Skepsis bei den Fans gesorgt - dann rockten Tausende Metal-Fans mit. „Jetzt bin ich aber echt begeistert, die Bundeswehr hat echt gerockt“, kommentierte ein Fan.

Schon vor dem Finale des Festivals machten sich am Samstag die ersten Metal-Freunde auf den Heimweg. Seit Mittwoch feierten 75 000 meist dunkel gekleidete „Metalheads“ in dem sonst beschaulichen 1800-Einwohner-Ort. Am Wochenende schrumpft Wacken wieder vom „Metal-Mekka“ auf Normalniveau zurück. „Freu dich, Du bist in Wacken“ ist auf Bannern im Ort zu lesen.

Auch die Wackener selbst sollen sich über das Festival freuen: Sie alle sind vom Veranstalter zu dem Event eingeladen. Neben Metal-Fans aus aller Welt sind so auch Kinder, Familien und Rentner beinahe rund um die Uhr auf dem Acker unterwegs.

Am Samstagvormittag marschiert eine Gruppe aus Darmstadt in Lederhose und Dirndl zur Hauptbühne. Das erste Mal können sie bei Sonnenschein ohne Regenschutz und Gummistiefel die Konzerte genießen, dann machen sie sich auf den Heimweg. Ein Mädchen in heller Mittelalter-Kluft pustet zum Abschluss riesige Seifenblasen über die ruhige Schlammlandschaft, ein Festivalbesucher stapft im Bademantel zum Waffellieferanten. „Wacken geht nie zu Ende“, sagt der Mann aus Dresden. „Ich komme nächstes Jahr wieder. Definitiv.“

dpa

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