Vorsicht Maus: Starker Anstieg von Hantavirus-Infektionen

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Mäuse sind in Deutschland zur Zeti auf dem Vormarsch. Die Tiere können den Hantavirus übertragen.

Berlin - Süße Mäuse sind der Grund dafür, dass in Deutschland die Infektionen mit Hantaviren in die Höhe geschnellt sind. Die Viren sind für den Menschen gefährlich. Mit einfachen Mitteln kann sich jedoch jeder schützen.

Bis Ende Juli gab es bereit 1148 gemeldete Erkrankungen - im Vergleich zu nur 25 Fällen im ersten Halbjahr 2009, heißt es im jüngsten Bulletin des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI). Die Viren sind nicht harmlos. Sie können beim Menschen hohes Fieber, Kopf- Bauch- und Rückenschmerzen auslösen. Auch akutes Nierenversagen ist möglich. Todesfälle durch Hantaviren sind dem RKI bisher aber nicht bekannt.

Längst nicht jede Maus trägt das Virus in sich. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lässt sich das Ansteckungsrisiko mindern. Virusträger sind in Deutschland vor allem Rötelmäuse in Wald, Flur und so manchem Hauskeller oder Dachboden.

Dass die Ansteckungszahlen so rapide steigen, habe wahrscheinlich mit der prächtigen Vermehrung der Mäuse in diesem Jahr zu tun, sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher am Dienstag. Es gab reichlich Bucheckern zum Fressen, eine feste Schneedecke im Winter hat viele Tiere vor Frost und Feinden geschützt.

Auch 2007 war ein gutes Rötelmaus-Jahr. Damals stiegen die Infektionszahlen beim Menschen auf rund 1700 gemeldete Fälle an. Übertragen wird das Hantavirus über Speichel, Urin und Kot der kleinen Mäuse. Das alles sammelt sich zum Beispiel in den Staubschichten ländlicher Regionen an.

Wer Rötelmäuse am oder im Haus hat, kann den Erreger über aufgewirbelten Dreck einatmen. “Der Klassiker ist das Ausfegen einer Jagdhütte“, ergänzte Glasmacher. Denn mitten im Wald sind die Mäuse besonders häufig anzutreffen. Sie leben aber auch gern in Scheunen, Schuppen, Ställen und verlassenen Häusern. Mundschutz und Handschuhe beim Fegen und Aufräumen helfen aber schon, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Am häufigsten kommen Infektionen bisher auf der Schwäbischen Alb, im Spessart, im Bayerischen Wald, im Osnabrücker Land und im Münsterland vor. Doch auch aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg- Vorpommern und Thüringen wurden schon vereinzelt Fälle gemeldet.

Bisher gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gegen Hantaviren. Als bestes Abwehrmittel gilt, Keller, Schuppen und Dachböden von Mäusen freizuhalten. Die Viren sind nach einem Fluss in Korea benannt. Während des Koreakriegs in den 50er Jahren erkrankten Tausende UN-Soldaten an der Infektion. Von Mensch zu Mensch ist das Virus wahrscheinlich nicht übertragbar.

dpa

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