Kinderschänder gefasst: Schneller Erfolg nach Videofahndung

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Der per Video gesuchte Kinderschänder wurde identifiziert.

Wiesbaden - Die erneute öffentlichkeite Fahndung  nach einem Kinderschänder hatte wieder Erfolg: Noch in der Nacht zum Mittwoch wurde der mutmaßliche Täter identifiziert und gefasst.

Das sagte die Sprecherin der Gießener Staatsanwaltschaft, Ute Sehlbach-Schellenber, der AP. Zuvor seien mehrere Hinweise eingegangen. Zu einem Bericht von „Bild.de“, wonach der mutmaßliche Täter in Mecklenburg-Vorpommern gefasst wurde, wollte die Sprecherin nicht Stellung nehmen. Am Dienstag hatte das Bundeskriminalamt auf seiner Internetseite Ausschnitte aus einem Video und Stimmaufnahmen des Täters veröffentlicht. Die Aufnahmen wurden daraufhin von zahlreichen Medien aufgegriffen. Die Ermittler werfen dem Mann schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, die Herstellung kinderpornografischer Schriften sowie deren Besitz und Verbreitung vor. Laut dem BKA zeigt das vollständige Video zwei Jungen im Alter von etwa elf bis 15 Jahren an einem FKK-Strand bei sexuellen Handlungen, die vom Täter angewiesen und aufgenommen wurden.

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Das Video ist den Ermittlern seit Ende 2008 bekannt und wurde den Angaben zufolge mit hoher Wahrscheinlichkeit am 26. Mai 1993 aufgenommen. Demnach wären die damaligen Opfer heute etwa 27 bis 31 Jahre und der Täter schon 65 bis 75 Jahre alt. Es sei nicht auszuschließen, dass der Mann weitere Kinder fortgesetzt missbrauche, hatte das BKA erklärt. Man habe die Öffentlichkeitsfahndung gestartet, nachdem alle bisherigen Fahndungsmaßnahmen nicht zur Identifizierung des Tatverdächtigen geführt hätten. Am Mittwoch bat das BKA die Medien, die veröffentlichten Videos, Bilder und Stimmproben nicht weiter zu verwenden und aus allen Internetportalen zu entfernen.

Zweiter Fahndungserfolg innerhalb kurzer Zeit

Damit hat offenbar bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen eine Video-Fahndung nach einem Kinderschänder zum Erfolg geführt.

Erst Anfang August hatte sich nach einer ähnlich gearteten Suche mit Videoclip in der Fernsehsendung “Aktenzeichen XY...“ ein mutmaßlicher Sexualstraftäter der Polizei gestellt. Der Bund deutscher Kriminalbeamter (BDK) kritisierte unterdessen eine schlechte Ausstattung der Kinderpornografie-Ermittler bei der Polizei. „In der Mehrzahl der Bundesländer ist die Kriminalpolizei zur Einsatzreserve für schutzpolizeiliche Großlagen mutiert“, erklärte der BDK-Vorsitzende Klaus Jansen am Mittwoch. Hintergrund sind Erkenntnisse aus Sachsen-Anhalt, wo zahlreiche Verfahren gegen Besitzer von Kinderpornografie wegen Personalmangel nicht bearbeitet werden können.

ap

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