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RKI warnt vor Corona-„Höllenhund“: Infektionen mit Omikron BQ.1.1 vervierfacht

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Von: Johannes Nuß

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In der Corona-Pandemie haben die Infektionen mit der Omikron-Subvariante BQ.1.1 deutlich zugenommen. Die Variante kann das Immunsystem umgehen. Was das RKI sagt.

Berlin – Wie gefährlich ist die neue Omikron-Subvariante BQ.1.1 in der Corona-Pandemie in Deutschland? Das ist die Frage, die in Deutschland nicht nur die Bürgerinnen und Bürger umtreibt, sondern auch die Experten. Zuletzt hieß es, Omikron BQ.1.1 würde sich binnen zehn Tagen verdoppeln. Die Subvariante BQ.1.1 sei „die im Moment am schnellsten zunehmende Virusvariante in Deutschland“, erklärt Friedemann Weber, Direktor des Instituts für Virologie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, jüngst dem Focus. Zwar sei „ihr Anteil an den Fällen relativ klein und BA.5 weiterhin dominant, aber das kann sich bald ändern.“

Und genau das, was sich in Sachen Omikron BQ.1.1 – es droht eine neue Herbstwelle – andeutete, scheint jetzt Wirklichkeit zu werden. Diesen Schluss lässt zumindest der neueste Wochenbericht des Robert-Koch.Instituts (RKI) zu.

RKI warnt vor „Höllenhund“: Infektionen mit Omikron-Subvariante BQ.1.1 vervierfacht in der Corona-Pandemie

Die größte Gefahr durch die Omikron-Subvariante Variante BQ.1.1: Sie kann das Immunsystem leichter umgehen. Hinzu kommt aktuell eine Grippewelle in Deutschland, die sich immer weiter ausbreitet. Und genau in dieser Zeit hat nun der Anteil der Subvariante BQ.1.1, bei der Hinweise auf ihren Ursprung gefunden wurden, deutlich zugenommen. Laut des neuen RKI-Wochenberichts von Donnerstagabend, 17. November 2022, inzwischen einen Anteil von rund acht Prozent unter allen Corona-Infektionen aus. Das RKI schlägt wegen der Fähigkeit von Omikron BQ.1.1, das Immunsystem besser umgehen zu können, Alarm – und in den sozialen Medien wurde die Variante aufgrund ihrer Begleiterscheinungen schon vor längerer Zeit auf den Namen „Höllenhund“ getauft.

Omikron-Subvariante BQ.1.1: Ist der „Höllenhund“ oder „Cerberus“ gefährlich?
Omikron-Subvariante BQ.1.1 breitet sich in Deutschland immer weiter aus – dies zeigt der Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI). © Christian Ohde/imago

Der Anteil vom Omikron BQ1.1 – es wurden jüngst neue Symptome entdeckt, die auf eine Infektion hinweisen – habe in einer Stichprobe habe vorvergangene Woche bei mehr als acht Prozent gelegen, „was einer Vervierfachung des Anteils in den letzten vier Wochen entspricht“, heißt es im Wochenbericht des RKI. Die Omikron-Subvariante BQ.1 hingegen stagnierte demnach mit einem Anteil von unter vier Prozent.

Infektionen mit Omikron-Subvariante BQ.1.1 vervierfacht: Modellrechnung sieht Anteil Anfang 2023 bei 80 Prozent

BQ.1 und BQ.1.1 sind beides Abkömmlinge von Omikron BA.5 – der Omikron-Variante, die seit Monaten für das Gros der Ansteckungen mit dem Coronavirus in Deutschland sorgt. Sowohl Omikron BQ.1 als auch Omikron BQ.1.1 dürften nach Modellierungen der europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC zu Beginn von 2023 mehr als 80 Prozent der Fälle verursachen. Berücksichtigt man den Verzug in den RKI-Daten, ist aktuell bereits von höheren Anteilen auszugehen als im Bericht angegeben.

Ersten Erkenntnissen zufolge können BQ.1 und BQ.1.1 der Immunantwort von Menschen, die geimpft oder genesen sind, besser entgehen als ihre Vorgänger Daher stellt sich auch die Frage bei BQ.1.1: Wann ist die fünfte Impfung sinnvoll? Bisher gibt es Fachleuten zufolge jedoch keine Anzeichen, dass der gebrauchte Spitzname von BQ.1.1 – „Höllenhund“ – Programm ist. Eine erhöhte Krankheitslast wird bisher nicht beobachtet.

Während Omikron BQ.1.1 sich ausbreitet: Anzahl der Krankenhausbehandlungen aufgrund von Corona leicht rückläufig

„Ein abnehmender Trend“ habe sich auch in der vergangenen Woche fortgesetzt, schreibt das RKI neben seinen Ausführungen zu Omikron BQ.1.1 – wann kann man sich eigentlich wieder mit Omikron anstecken? – zur Entwicklung der gemeldeten Corona-Fälle in Deutschland. Die Auswertungen zeigen zudem, dass vergangene Woche so wenige Labortests auf Sars-CoV-2 gemacht wurden wie zuletzt Anfang September: etwa 509.000. In der Zwischenzeit hatte es auch schon mehr als 900.000 Tests pro Woche gegeben.

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Die RKI-Daten zu schweren Krankheitsverläufen deuten trotz der Zunahme von Omikron BQ.1.1-Fällen allerdings ebenfalls auf eine derzeit rückläufige Entwicklung hin: Die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen Covid-19 sei leicht zurückgegangen, hieß es. Auch auf den Intensivstationen im Land wurden weniger Schwerkranke als zuvor mit dem Virus behandelt. Insgesamt hält das RKI akute Atemwegsinfektionen im Herbst für schwerer zu verhindern, da sich Menschen häufiger und länger in Räumen aufhielten. Es sei daher in den nächsten Wochen mit einer hohen Zahl an solchen Ansteckungen zu rechnen.

Omikron-Subvariante BQ.1.1: Infektionen rückläufig – Zahlen allerdings nicht vollständig erfasst

Trotzdem sinken in Zeiten der Zunahme von Omikron BQ.1.1 aktuell die Infektionszahlen mit dem Coronavirus. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz wurde am Freitagmorgen, 18. November 2022 (Stand: 05:00 Uhr), durch das RKI mit 194,3 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 199,2 gelegen (Vorwoche: 243,5; Vormonat: 687,5). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen, berichtet dazu die Nachrichtenagentur dpa.

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Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

In Zeiten von Omikron BQ.1.1: So sehen die Zahlen des RKI zu Corona-Neuinfektionen aus

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 27.587 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 33.703) und 218 Todesfälle (Vorwoche: 216) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 36.180.077 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. (mit Material der dpa)

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