Mehrere Opfer bei Familientragödie

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Bei einem Amoklauf in der niederrheinischen Kleinstadt Schwalmtal sind am Dienstag mehrere Menschen getötet worden.

Schwalmtal - Blutige Familientragödie mit drei Toten: Ein geschiedener Mann hat offenbar bei einem Gutachter-Termin in seinem Haus in Schwalmtal die Nerven verloren und um sich geschossen.

Anschließend verschanzte er sich und gab erst drei Stunden später am Abend auf, wie die Polizei mitteilte. Bei der Durchsuchung des Hauses sowie vor dem Gebäude entdeckte die Polizei die Leichen. Bei dem Termin waren unter anderem zwei Mitarbeiter des Landkreises Viersen (Nordrhein-Westfalen) anwesend. Nach Angaben des Landkreises fand in dem Haus, in dem der Täter laut Medienberichten früher mit seiner inzwischen geschiedenen Frau wohnte, ein Gutachter-Termin zur Schätzung des Gebäudes statt, um es verkaufen zu können.

Bilder vom Polizeieinsatz

Bilder: Mehrere Opfer bei Familiendrama

Der Täter verletzte einen der beiden Landkreis-Mitarbeiter schwer. Der Mann musste im Krankenhaus Viersen operiert werden, wie Landkreis-Sprecher Kaspar Müller-Bringmann sagte. Der Verbleib des anderen Mitarbeiters war zunächst ebenso unklar wie die Identität der drei Toten.

Zunächst hatte die Polizei auch von vier Toten berichtet, die Zahl dann aber am späten Abend ohne nähere Erläuterung nach unten korrigiert. Zunächst war auch von einer Geiselnahme die Rede, ein Sprecher wies diese Darstellung später aber zurück.

Die Schüsse fielen um 16.30 Uhr

Bei dem Gutachter-Termin verlor der geschiedene Mann offenbar die Nerven und schoss um sich. Die Schüsse fielen laut Polizei um 16.30 Uhr. Hintergrund sei wahrscheinlich eine Familienangelegenheit, sagte Polizeisprecher Markus Niesczery. Zu den Hintergründen der Tat gab es von der Polizei zunächst keine weiteren Einzelheiten. Das Alter und das genaue Motiv des Täters, der sich unverletzt ergab, waren zunächst unklar. Niesczery sagte, dies müsse nun “akribisch“ ermittelt werden. Unklar war auch, ob die geschiedene Frau des Täters bei dem Termin anwesend war.

Die “Rheinische Post“ schrieb, zwei Immobilienmakler und Anwälte seien anwesend gewesen, um den Wert des Hauses zu ermitteln. Wie die Polizei weiter mitteilte, gab es drei weitere Opfer, die unverletzt blieben und betreut wurden. Einer der Toten wurde demnach vor dem Wohnhaus gefunden, die beiden anderen in dem Gebäude. In dem Haus, das in einer ruhigen Siedlung liegt, soll sich laut “Rheinischer Post“ auch ein zwölfjähriges Kind befunden haben.

Mehrere Spezialeinsatzkommandos vor Ort

Mehrere Spezialeinsatzkommandos waren vor Ort, das Haus war großräumig abgesperrt. Auch zahlreiche Rettungskräfte und ein Notfallseelsorger waren vor Ort. Schwalmtal liegt am Niederrhein, gehört zum Kreis Viersen und hat rund 19.000 Einwohner. Ein Anwohner sagte am Abend der AP, das Geschehene sei unglaublich. “In so einem Ort wie Schwalmtal erwartet man das bestimmt nicht. Hier war plötzlich so ein Durcheinander, Polizisten in zivil und das SEK waren da“, berichtete der Versicherungskaufmann. Der 18-jährige Schüler Phillip sagte, er sei “total schockiert“. “So etwas habe ich hier bestimmt nicht erwartet.“

Sein 18-jähriger Freund Alexander sagte, die Tat habe sich “hier wie ein Lauffeuer verbreitet. Plötzlich gingen überall die Handys. Wir sind doch hier eigentlich so ein ruhiger Ort.“ Auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers reagierte tief betroffen auf die Tat und betonte seine Anteilnahme mit den Angehörigen der Opfer. Rüttgers sprach den Polizisten und Rettungskräften vor Ort seinen Dank aus. 

ap

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