Verletzte bei brutalem Kampf zwischen Rockerbanden

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Bei der Auseinandersetzung zwischen zwei Rockergruppen sind am Samstag in Pforzheim mehrere Personen verletzt worden. Dabei wurde auch gschossen.

Pforzheim - Zwei verfeindete Rockergruppen sind am Wochenende in Pforzheim brutal aufeinander losgegangen, drei Menschen wurden schwer verletzt. Es sei auch geschossen worden, teilte die Polizei mit.

Ein 31 Jahre alter Mann - Mitglied der Rockergruppe "United Tribuns" - sei mit schweren Stichverletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. "Er schwebt nicht mehr in Lebensgefahr", sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. An der Schlägerei waren rund 40 Rocker beider Clubs beteiligt. Das Motiv blieb zunächst unklar.

Am Samstagmorgen hatten sich Mitglieder der "United Tribuns" aus dem Raum Pforzheim am Parkplatz eines Lebensmitteldiscounters versammelt. Die Türsteher hatten gerade ihre Nachschicht beendet. Die Polizei ging am Sonntag davon aus, dass dann die "Hells Angels" auftauchten und mit Messern, Macheten und Reizgas auf ihre Kontrahenten losgingen. Ein Rocker wurde von einem Schlag schwer am Kopf getroffen, ein 25-Jähriger von einer Machete verletzt.

Durch einen Notruf verständigt, rückte die Polizei an und nahm 14 der Schläger fest. Ein Teil der "Hells Angels" entging dem zunächst und flüchtete zum Clubheim, hieß es. Ein Spezialeinsatzkommando stürmte das Gebäude. 13 weitere Verdächtige wurden festgenommen. Alle waren am Sonntag wieder auf freiem Fuß.

Vor allem die "Hells Angels" sorgen mit Straftaten immer wieder für Schlagzeilen. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann (SPD) forderte ein bundesweites Verbot von Rockerclubs. Dies sei die beste Lösung gegen die zunehmende Gewalt der Gruppierungen, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Innenministerkonferenz habe bereits im Mai Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gebeten, ein solches Verbot zu prüfen.

Nach Angaben des Bundeskriminalamtes weiten deutsche Rockerbanden ihre kriminellen Aktivitäten ins Ausland aus. "Wir erleben eine Expansion der Rockergruppen über die Grenzen Deutschlands hinaus, vor allem nach Südosteuropa, in die Türkei und nach Albanien", sagte der Vize-Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jürgen Stock, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Sie seien dort etwa beim Schmuggel von Drogen, aber auch mit Erpressungen und Menschenhandel aktiv.

dpa

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