Trend gegen Klimawandel

Verkehrswende ade? Pendler setzen verstärkt aufs Auto

Zu sehen ist eine Hand, die einen Daumen nach unten zeigt. Daneben ist ein Schild platziert, auf dem „Fahrradfahren ist cool“ geschrieben steht. Im Hintergrund ist ein Stau zu sehen.
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„Fahrradfahren ist cool“ – aber nicht für Millionen an Deutschen. Denn wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat, fahren die Erwerbstätigen in Deutschland verstärkt mit dem eigenen Auto zur Arbeit. (kreiszeitung.de-Montage)

Bleibt die Verkehrswende ein utopisches Ziel? Millionen Deutsche fahren weiterhin mit dem Auto zur Arbeit. Die Zahlen alarmieren hinsichtlich des Klimawandels.

Frankfurt/Wiesbaden – Rein ins Auto und ab zur Arbeit – das ist die Realität für Millionen von Deutschen. Der eigene Wagen bleibt für Deutschlands Pendler das bevorzugte Fortbewegungsmittel. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (StBA) würden rund zwei Drittel der Erwebstätigen (68 Prozent) mit dem Auto in die Firma oder ins Büro fahren. Das gilt auch für kürzere Strecken.

Behörde:Statistisches Bundesamt
Hauptsitz:Wiesbaden
Gründung:21. Januar 1948
Bedienstete:2.410
Behördenleitung:Georg Thiel, Präsident
Dachorganisation:Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Erwerbstätige fahren bevorzugt mit eigenem Auto zur Arbeit – öffentliche Verkehrsmittel bleiben auf der Strecke

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hätten im Jahr 2020 gerade einmal rund 13 Prozent der Erwerbstätigen regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel wie Bus, Straßenbahn, U-Bahn oder den Zug genutzt. Auf das Fahrrad für die Fahrt zum Arbeitsplatz setzt sich regelmäßig nur jeder Zehnte.

Trotz all der Appelle von Klimaschützern, großflächiger Kundgebungen wie die der „Fridays for Future“-Bewegung oder den Bemühungen der Politik – ein Trend hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln und weg vom Auto ist nicht zu verzeichnen. Im Vergleich zur Erhebung für das Jahr 2016 sind die Prozentanteile der einzelnen Verkerhsmittel nahezu unverändert.

„Ungebrochene Dominanz des Autos“: Immer mehr Menschen schaffen sich Zweit- oder Drittwagen an

Mehr noch: Der Trend geht sogar in die komplett entgegengesetzte Richtung. In aktuellen Daten zum Kraftfahrzeugbestand des Kraftfahrt-Bundesamtes würde sich die „ungebrochene Dominanz des Autos als Beförderungsmittel“ deutlich widerspiegeln, heißt es vom Statistischen Bundesamt.

Zum Stichtag am 1. Januar 2021 seien 48,2 Millionen Pkw in Deutschland zugelassen gewesen. Zum Vergleich: Exakt zehn Jahre zuvor belief sich dieser Wert auf 42,3 Millionen. Die Schlussfolgerung der Statistiker: „In den privaten Haushalten ging der Trend in den vergangenen zehn Jahren offenbar zum Zweit- oder Drittwagen.“

Selbst Kurzstrecken werden mit dem Auto zurückgelegt – auch geringe Entfernung zum Arbeitsplatz

Zahlen, die alarmieren: Selbst für Kurzstrecken würden sich viele Menschen in Deutschland lieber hinters Steuer setzen, als beispielsweise den Bus zu nehmen. Und das, obwohl rund die Hälfte aller Erwerbstätigem nach eigenen Angaben weniger als zehn Kilometer zurückzulegen hat.

Wie immer basieren die Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf einer alle vier Jahre durchgeführten Pendler-Erhebung. Die Angaben für 2020 würden sich laut der Behörde auf 38,9 Millionen der insgesamt 41,6 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland beziehen. Diese hätten bei der Befragung Angaben zur Entfernung vom Wohnort zum Job sowie zu Zeitaufwand und Verkehrsmittel für den Arbeitsweg gemacht.

Deutschland bemüht sich seit Jahren um Verkehrswende – viele Ideen, wenig Umsetzungen

Hinsichtlich der sogenannten Verkehrswende, um die sich Deutschland seit etlichen Jahren bemüht, geben die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu denken. Gefordert werden weniger Benziner und Dieselfahrzeuge sowie mehr Elektroautos, eine Stärkung der Schiene und eine bessere Vernetzung der einzelnen Verkehrsmittel. 

Dies sei zwingend notwendig, damit letztendlich die mittel- und langfristig verschärften Klimaziele erreicht werden können. Einen Anreiz hinsichtlich eines Umstiegs auf klimafreundliche Alternativen hat die Politik bereits zu Jahresbeginn mit einem CO2-Preis im Verkehr geschaffen. Die Konsequenz: Sprit ist teurer geworden.

Zudem soll in den kommenden Jahren der Preis für klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) peu á peu steigen. „Spritpreisbremse“, ja oder nein? Längst ist um diese Frage eine hitzige Diskussion entfacht. Denn Millionen Pendler sind auch Wähler – und sollen laut Forderung der Union entlastet werden. Dies soll mittels eines versprochenen „Sofortprogramms“ geschehen – vielleicht ein Anreiz für Unentschlossene bei der Bundestagswahl. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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